Muttertag nicht verklären!

Mein Beitrag über die „Sohnesmütter“!  2011

Über Claudia Müllers Studie „Mein Sohn liebt Männer“  2008

 

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Auffahrt-Symbolik und Männerliebe

Ich habe in den neunziger Jahren in meinem Szenen-Blatt jeweils zu christlichen Feiertagen „schwule Predigten“ geschrieben. Kurze Texte zur Besinnung oder Anregung. Damit will ich zeigen, dass auch die Männerliebe in dieser „abendländischen Kultur“ eine „furchtbar morgenländische“ ist und nahe verwandt mit der „muselmanischen“.

Ich wählte jeweils sehr persönlich-psychologisches, aber auch historisch-ethnologisches Material für meine spezielle Sicht und Reflexion darauf.  >  „Wer es fassen kann, der fasse es!“ 😉

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Erst die „queeren“ Buchstaben, jetzt folgt die Hierarchie

Die „Community“ ist dabei, in der Buchstabenliste eine Hierarchie einzuführen. Dabei war einmal gedacht, dass alle Gruppierungen gleich-bedeutend sein sollen. Ich habe kürzlich mal ironisch angemerkt, dass wir nur noch einen Buchstaben für die Heterosexuellen anhängen müssen, um ganz da-rin aufzugehen. Wobei ich anmerken muss, dass ein grosser Teil der „Normalen“ schon immer teilweise – ausserhalb ihres eigenen Gartens – „über den Hag gefressen“ hat und es noch immer und zunehmenderweise tut. Denn die Hetero/as werden in ihrer Anzahl ja nicht weniger – und die Community auch nicht kleiner!

Ich fürchte, die Schwulen und Lesben befinden sich in einem Übergang, in welchem sie – gefühlt – immer mehr und umfassender werden und dabei die heterosexuelle Norm aus den Augen verlieren. Ja sogar diese als „Homoehe“ oder „gay wedding“ selber verinnerlichen. Den Sex und die Liebe „unter sich als Gruppe“ machen Schwule – vor der Gesellschaft verborgen – in der Subkultur. Und in der medizinischen Diskussion ist es das Ziel, „genauso wie Heteros“ frei von Kondomen und Vorschriften das Sperma rundum verteilen zu können. Selbstverständlich unter Wahrung der Fassade von Beziehungen und Zweierverhältnissen in der Öffentlichkeit, möglichst noch „göttlich eingesegnet“. Insofern ist die Schwulenbewegung wirklich tot.

Die Community (welche Individuen sie in Gruppen auch letztlich umfasst) baut undiskutiert ganze Begriffskomplexe um: die HIV-Betroffenen werden im „queer“ schon gar nicht mehr erwähnt oder gar mitgemeint. Schwul kann ja jetzt bald die PreP-Medis schlucken…

Die Queers in den USA wehrten sich gegen medizinische Wörter und suchten sich andere Eigenbezeichnungen. Heute wird ein medizinischer Begriff inflationär für die Feinde einer Diversity verwendet: Homophobie ist die „krankhafte Angst“ vor schwulem Sex! Politisch tun wir damit unseren Antagonisten eine Ehre an, denn wer kann schon etwas dafür, wenn er vor Schwulen homophob krank ist?!

In einem kürzlichen Interview von SRF-Radio mit McCut (Jürg Halter) zum Thema Feindlichkeiten im Rap, verwendete dieser am Anfang Homophobie und am Schluss zusammen mit Antisemitismus, Frauen- und Ausländerfeindlichkeit das Wort Antihomosexualität. Es gibt durchaus Personen, die politisch keine Angst haben und dafür feindselig sind! Dies muss nicht zwingend eine krankhafte Angst als Ursache haben, es kann eine primitive Verachtung sein, wie gegenüber Frauen. Weiterlesen

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neue Strafbestimmungen und Freiheiten

Evangelikale, Fundamentalisten und Imame können heute in jungen Schwulen soviel Angst erzeugen, dass diese Zuflucht zu neuen Strafbestimmungen nehmen wollen. Zu ihrem Schutz rufen sie die PolitikerInnen an, diese „möglichst bald umzusetzen“. Neben dem „Glauben an die Liebe“ ist ein „Glaube an Gesetze“ herangewachsen, die fast alles „regeln sollen“.

In der Schwulenbewegung haben wir die Abschaffung von Verboten und Gesetzen verlangt, die sich als unwirksamer Schutz für die Allgemeinbevölkerung gegen Homosexualität erwiesen hatten. Diese Unwirksamkeit müssen alle Gläubigen lernen, wenn sie nicht in einer Blase/Wolke leben wollen.

Wir können nicht in jeden letzten Winkel der Bevölkerung hineinleuchten, um deren Antihomosexualität oder Angst im Namen einer Strafbestimmung „zu bekämpfen“. Zudem entstehen durch die Fortpflanzung immer neue Generationen von Menschen, die angesprochen und quasi „sozial therapiert“ werden müssen. Wenn Gesetze gegen uns nicht viel gebracht haben, so bringen auch Gesetze „für uns“ gegen Fundamentalisten und Gläubige nicht viel.

Darum sollten wir uns nicht genauso aufregen wie jene! Sozialpolitische Erfahrungen haben gezeigt, dass „Meinungen“ und Glaube nicht einfach umgedreht oder „abgestellt“ werden können. An solchen Äusserungen sehen wir aber ständig, dass es von uns noch viel Öffentlichkeitsarbeit braucht. Wenn alles „gesetzlich“ verstummt, sind wir orientierungslos und in falschem Bewusstsein der Realitäten.

Schwule sollten sich nicht genauso auf das berufen, was „im Gesetz stehen soll“, wie jene Antihomosexuellen sich nicht auf das berufen sollen, was „im Koran“ oder woanders steht. Ein Imam beruft sich auf den Koran und „glaubt“, dass Juden „hartherzig“ seien. Der Koran bringt ihm keine Erfahrung mit Juden, nur ein Vorurteils-Bild. Vor zwanzig Jahren wollte mir ein jüdischer Journalist glaubhaft machen, dass er gar nicht gegen Schwule sein könne, weil er ja selber einer Minderheit angehöre…

Das war in einer öffentlichen Diskussion um Schwule im öffentlichen Raum am Lokalfernsehen. Um diesen öffentlichen Diskurs geht es hier und junge Schwule sollten sich dafür auch etwas Information und Bildungsarbeit antun, um da mithalten zu können. Es bringt nichts, auf Schwulenhass „gegenhässig“ zu reagieren, wir setzen uns selbst auf die Ebene im Sandkasten der Gläubigen und von „Meinungen“, die nach meiner Erfahrung „immer schon gefressen“ sind. Weiterlesen

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wenn Türen zu gehen, sollen sich andernorts wieder welche öffnen…

Ich habe noch Zeiten erlebt, in welchen der Zutritt zu Räumen, in welchen Männer unter sich sind, strikt reglementiert und abgeschieden von der Gesellschaft war. Ausser den Pissoirs natürlich! 😉

Ich habe auch die Zeiten erlebt, in welchen Räume für uns erobert und belegt worden sind, die wir mit unserem Leben, unseren Attitüden und unserer Kultur füllen konnten. Dies ist unter anderem in meinen Publikationen dokumentiert.

Jetzt erlebe ich eine Zeit, in welcher viele Räume für uns wieder verloren gehen. Sei dies aus Gründen veränderter Bedürfnisse, oder Unachtsamkeit, Unfähigkeit der Bewirtschaftung, oder aus Bequemlichkeit.

Wir können jetzt überall schwul sein, so die etwas überhebliche Message junger Homos. Ich schliesse die Frage an, wie schwul können wir denn da jeweils sein? Martin Dannecker wirft die Frage auf, ob die in den letzten Jahrzehnten erreichte Toleranz nicht doch ziemlich brüchig sei: „Diese Toleranz war, wie sich jetzt herausstellt, für viele konservativ gestimmte Heterosexuelle nicht mehr als ein kündbares Duldungsverhältnis, das darauf baute, dass es die Schwulen und Lesben mit ihrem Anspruch auf Anerkennung nicht gar zu weit treiben würden. Jetzt aber, wo die Forderung nach einer völligen rechtlichen Gleichstellung immer entschiedener erhoben wird und die Toleranz durch Akzeptanz abgelöst werden soll, wird offenbar, dass diese Form der Toleranz die Anerkennung anderer Sexualitäten und Lebensformen nie im Sinn hatte.“ (1) Weiterlesen

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Es ist nicht verboten, gegen die „Öffnung der Ehe“ zu sein!

Es sind mir aggressive Reaktionen auf Ablehnungen einer Öffnung der Ehe zu Ohren und Augen gekommen. Fast schon gar „hate speeches“. Ich verstehe aggressive Reaktionen auf Verbreitung von Unwahrheiten oder „hässige“ Vorurteile. Aber die dummen Argumente von Gegnern sollten wir nicht zu ernst nehmen. Die wird es immer – und immer weniger – geben. Wie schon bei den gängigen anderen Vorurteilen.

Weniger aggressiv reagieren Schwule und Männer, die mit Männern Sex haben auf „Theorien“ über häufiger wechselnde Geschlechtsverkehrspartner, die ja auch als Vorurteile von Seiten von homosexuellen Frauen vorgebracht werden. Wie wenn dann ein schlechtes Gewissen sich breit machen würde. Genauso wie beim P-Wort nimmt sich keineR die Mühe, dahinter zu gucken, oder sich Überlegungen zu machen. (Promi-Verteidiger Valentin Landmann: „Ich verteidige nie die Tat, aber den Menschen!“ 2017)

Nachdem jetzt längere Zeit in der Öffentlichkeit von „der Liebe“ geschwafelt worden ist – auch um den (Männer-) Sex zu verdecken, wird argumentiert, es könne ja keineR vernünftigerweise gegen diese Liebe sein! Das ist bei homosexuellen Frauen das zentrale Argument, da ihre Sexualität ja primär keinen Anstoss erregt und keine militante Entwertung bewirkt, wie die Tatsache, dass einer – auch nur im Kopf der Anderen – einen anderen Mann „zur Frau macht“, indem er bei ihm wie „bei einer Frau liegt“. Der deutsche Bundesgerichtshof entschied 1957: „… dass die Lesbierin nicht in dem gleichen Masse ausschliesslich gleichgeschlechtlich eingestellt ist, wie der homosexuelle Mann, so dass für die Lesbierin der ‚Umschlag zum anderen Geschlecht‘ leichter möglich ist.“ (1)

Ist also „die Liebe“ der kleinste gemeinsame Nenner, den homosexuelle Menschen gemeinsam haben, auch gemeinsam mit anderen Minderheiten, oder gemeinsam mit der Mehrheit? Integriert diese Liebe uns letztlich wieder in diese Heteronormativität? Das tut sie auch nicht bei Menschen anderer Hautfarbe, möchte ich zu bedenken geben!

Die Liebe zwischen Männern war nie verboten! Sie war in der Vergangenheit auch schon mal Kult in Literatur und Kunst. Letztlich lieben die Männer in monotheistischen Religionen ja auch einen – sehr alten – Mann als Gott. Und dieser Gott ist so eifersüchtig, dass er keinen Anderen neben sich duldet! Aber das wird verdrängt. Auch verdrängt wird in der katholischen Kirche, dass nicht nur Nonnen mit Jesus verheiratet werden, sondern auch Mönche. Der Vollzug wir einfach bis nach dem Tod aufgeschoben! Darum sollte sich Giuseppe Gracia genauer überlegen, was er aus seiner Ideologie in die Öffentlichkeit entlässt: „Ehe für alle ist Ehe für keinen!“ (Blick 7.7.2017) Weiterlesen

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Worteindrücke an der Züripride

Reden auf dem Münsterplatz – vor der Demo

Auf dem Festgelände Interviews

Dank an Gayradio Alex

offizielle züripride-hp

an der züripride 2017, die Alternativen

vor einem Jahr:  Team for Love, Züripride 2016

Hier 7 Tage „Privat-Pride“ auf einem Riesenschiff, filmisch eingefangen!        Besprechung auf SiSSY-hp

Pride Magazin für Hamburg 2017 – siehe die Seiten 6, 14, 23

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der schleichende „Homocaust“!

Am Gründonnerstag bin ich an die Demo gegen die Verhaftungswelle von Queers in Tschetschenien nach Bern gefahren. Ungefähr 200 Leute standen da um eine „Kunstaktion“ mit Menschen, die am Boden des Waisenhausplatzes lagen. Kreuz und queer, nur mit Slips bekleidet und mit roter Farbe am ganzen Körper verschmiert. Ums ganze herum drapiert lagen Regenbogenfahnen.

Die Aktion mahnt an die weltweite Verfolgung von queeren Menschen, nicht nur an die aktuelle in Tschetschenien, einem mehrheitlich moslemischen Staat in der Russischen Föderation.

Vor Jahrzehnten schon erfuhr ich aus Südamerika von Überfällen und gezielten Morden. In den 80gern habe ich mit meinem damaligen Freund auf der Rückreise von Sylt auch das Lager Neuengamme bei Hamburg besucht und war 1989, anlässlich der ILGA*-Konferenz in Wien im Lager Mauthausen.

In Mauthausen hatten die Mitglieder der ILGA eindrückliche Begegnungen. Wir hielten, zusammen mit unseren jüdischen Mitkonferenten, eine Gedenkfeier bei der steinernen Gedenktafel für die ermordeten Schwulen.

Simon Nkoli, ein Gayaktivist aus Südafrika wollte nicht in die Gebäude hinein. Er war kurze Zeit vor seiner Anreise nach Wien aus einem Gefängnis in seinem Heimatland entlassen worden. Er sagte, er wolle sich das nicht ansehen, er komme ja grad aus so einer Einrichtung. Da schlug die Geschichte die Gegenwart platt… Weiterlesen

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Ist es gut, wenn Schwule sich unter einen rosa „Pussyhat“ stellen?

Einige Schwule oder „Falschsexuelle“ haben sich dieses Jahr freudig der „Pussyhat“-Aktion angeschlossen und sich eine rosa Strickmütze mit zwei Ecken aufgesetzt, mit der sie am Tag der Frau auftreten wollen. Rosa ist die Farbe für Mädchen, wiewohl minu vor vielen Jahren einmal geschrieben hat, in Basel sei das anders gewesen!

Rosa war auch die Markierungsfarbe für Schwule im Konzentrationslager der Nationalsozialisten (1). Das aber dürften die Junghomos heute nicht mehr so genau wissen und – wollten es die Frauen je wissen?

Ich habe von Kathrin Küchler vor Jahren (LIBS*) gelernt, dass die Lesben bei den Frauen/Organisationen nicht unbedingt willkommen gewesen sind. Lesben waren in der Schwulenbewegung immer wieder dabei, als „Einzelmasgge“, wie in Basel gesagt würde. Ich habe es noch erlebt, wie an einer der ersten HACH*-Versammlungen in Zürich die Lesben unter Protest die Konferenz verlassen haben. Und nach 40 Jahren ist die LOS* auch wieder aus gemeinsamen Räumlichkeiten mit Pink Cross ausgezogen.

Wir Schwulen sind in den letzten paar Jahren immer wieder für Solidarität mit anderen Gruppen angegangen worden. (LGBTI….) Aber die Frauen – quasi als historisch einzige Alternative zur Männlichkeit – sind nie für sowas mit Schwulen angefragt worden. Es gab meines Wissens auch nie eine Diskussion mit den Frauen darüber. Ich habe als Jungschwuler nur mitbekommen, dass Frauen „unsere Verbündeten“ seien im Kampf! Meine Lebenserfahrungen haben das Schritt für Schritt wieder relativiert. Die ersten Schwulendemos 1972ff in der Bundesrepublik Deutschland predigten damals „die Befreiung der Frau im Mann“. Weiterlesen

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KeineR feiert die Geburt eines Schwulen

Eine interessante Frage im Hinblick auf die Erwartungen der Leute. Wenn ein Kind geboren wurde, wird das gefeiert im Hinblick auf tausend Erwartungen der Angehörigen. Wenn ein Jahr „geboren“ wird, feiert unsere Kultur die erwartungsvolle Leere und nichts anderes. Aber es wird weitergehen wie im vorigen Jahr und die Vergangenheit holt uns immer wieder ein, weil wir nichts wissen oder wissen wollen von unseren Vorfahren.

Ich will nur kurz daran erinnern, dass bei Schwulen immer wieder schon die Geburt „verflucht“ worden ist und damit verdrängt wurde, dass die „Verflucher“ ja sich selbst denunzierten als „Verursacher“ eines Fluches…

Magnus Hirschfeld, der erste systematische Wissenschaftler über die Homosexualität des Mannes und des Weibes, ist am 14. Mai 1868 geboren worden und 1935 an seinem Geburtstag verstorben. Er hat darauf hingewiesen, dass der „Fluch über die Homosexualität des Mannes“ aus den monotheistischen Religionen heraus geboren worden ist. Er hatte sich über die „Verstaatlichung“ der Christen bei den Römern in der Politik etabliert.

In der ganzen aktuellen Diskussion um die „Homo-Ehe“ vermisse ich eine vorangehende Diskussion um die sexuelle Orientierung, oder die „sexuelle Beteiligung“ einer Vielzahl von Männern am Sex unter sich. Es gibt viele Zeiten und Kulturen, in denen eine „Orientierung“ für eine hetero Ehe unwichtig war und nur das Ziel und der Zweck der Sexualität interessierte. Der Akt war monoton, aber die Ziele und Zwecke, die damit verfolgt wurden, umso vielfältiger. Weiterlesen

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