“Pädophilie” als staatliches Hilfsmittel!

03. Juli 2015
Penis-Check2015

Hans Fehr (68), SVP wird in 20min vom 3. Juli 2015 zitiert.

Wann endlich operiert die Politik  die Hirnlappen der SVP- Führer-Persönlichkeiten? Aussenpolitik mit: “das Meer zu machen” und “Penis-Check”!

Homophobie – was ist das genau?

26. April 2015

Nicht alle Leute, die gegen Homosexualität und gegen Schwule an rennen, sind wirklich homophob. Es gibt andere gute Gründe, vor allem die derjenigen Leute, die Verachtung empfinden und glauben, uns wie Minderwertige bekämpfen zu müssen.

Dabei ist das wesentliche Element der Homophoben ihr GLAUBE! Der Glaube ist der Grund, warum diese sich nicht mehr in der Gesellschaft spiegeln, sehen und sich relativieren können!

Es gibt übrigens sehr viele Erscheinungweisen von Antihomosexualismus in den Medien, die im Zusammenhang mit Juden, Schwarzen und anderen Minderheiten UNDENKBAR wären, aber mit den Schwulen (vor allem) wieder NEU denk- und aktivierbar sind!

Die Frontseite des Kirchenboten zum Thema „Trauung gleichgeschlechtlicher Paare“ hat mich verärgert und traurig gestimmt. M. schreibt, dass es vor rund 20 Jahren mutig war, Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare in unsere Kirchenordnungen aufzunehmen.

Ich fand das damals gar nicht mutig, sondern schwach. Mutig wäre es, wenn wir als reformierte Kirche Gottes Wort die Bibel mit ihren Aussagen als verbindlich betrachten würden. Segnungsfeiern und eingetragene Partnerschaft sind als Etappenziel schon längst erreicht. Jetzt geht es um die Ehe, morgen dann um das Recht auf Adoption von Kindern und übermorgen werden Firmen wohl boykottiert, die nicht mindestens einen Quotenanteil von 30% an schwul-lesbischen Mitarbeitern nachweisen können.“ A. A. Pfarrer

Hier wird drastisch sichtbar und „erfahrbar“, wie ein Mensch sogar seine Ängste über die Verhältnismässigkeit hinaus mobilisieren kann. Gleichermassen könnte er mit Farbigen – oder wieder mit jüdischen Menschen – argumentieren.

Diese Homophobie ist allgemein verbreitet und lässt sich auch immer wieder mobilisieren. Wir Schwulen und auch die Lesben haben ein grosses Interesse, alle Minderheiten im Auge zu behalten. Denn überall da, wo keineR seinen Mund auftut, glauben solche „Gläubigen“, es sei wieder alles erlaubt: „Man wird doch noch sagen dürfen…“

Was mich am allermeisten ärgert, ist die Tatsache, dass immer wieder Schwule glauben, sie müssten den Mehrheiten gegenüber brav und ruhig bleiben, um diese nicht zu brüskieren. Denn nur dann würden wir endlich akzeptiert. Meine – und anderer Minderheiten – Erfahrung ist, dass genau dann es immer „Wichtigeres“ als Schwule und Lesben gibt und keine Gründe bestehen, sich mit uns auseinanderzusetzen, geschweige zu akzeptieren, dass es uns auch gibt! Und wenig wissende und geschulte Schwule „verwandeln“ sich dann auch in so einen Pfarrer A.A. – ohne dass sie es merken!

Und das genau ist das Ziel von Gläubigen – sie haben uns dann auch indirekt in ihrem Glaubenszirkel mit drin! Es kommt dann so eine Atmosphäre auf wie: Nicht dem Schuldigen muss bewiesen werden, sondern er muss seine eigene Unschuld beweisen! ;)

Peter Thommen_65

Schwule heilen!

25. Dezember 2014

Gerade um Weihnachten herum können wir dieses Wort am besten verwenden. Wenn der „Heiland“ kommen soll, dann soll derjenige kommen, der alles wieder „ganz“ macht. Daher sollten wir das Wort in richtigem Sinne verwenden: Schwule wachsen so fragil und mangelhaft auf, dass sie der Heilung, also des Ganzwerdens bedürfen!

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich auch an „Reparativtherapien“, bei denen mir letztlich klar geworden ist, dass sie für Schwule durchaus einen Sinn machen können! Natürlich geht es nicht darum, sie von Homosexualität zu „heilen“, oder sie zu einer Heterosexualität zur „reparieren“. Aber es geht darum, eine Heilung zum ganzen Schwulen und eine Reparatur von der Beschädigung als Nur-Heterosexueller zu erreichen. Dies gilt natürlich auch für Bisexuelle und Heterosexuelle.

Auch unter Fortpflanzungs-Sicht wird der nur hetero Mann von der Mutter alleine ja nicht zum ganzen Mann gemacht. Aber bedarf ihrer lebenslang und sucht daher immer nach einer Frau, die ihn „ganz“ machen soll. Das könnte man die „heterosexuelle Gefangenschaft“ nennen. Das was als „Ganzheit“ begriffen wird, weil für die Fortpflanzung absolut notwendig, wird uns als Natürlichkeit und in hervorragender Absolutheit dargestellt. Nun aber „pflanzt“ sich der Mensch nicht andauernd „fort“, wie wir heute alle wissen. Die Arbeit ist genauso wichtig. Denn ohne Arbeit ist die erfolgreiche Fortpflanzung und Aufzucht von Kindern nicht möglich. Wir leben nicht mehr im Paradiesesgarten. Und in dieser alten Geschichte wurde ja auch nicht fortgepflanzt, sondern gearbeitet, erschaffen. Dies wird immer einfach vergessen. (Mir geht es hier nicht um Tatsachen, sondern um kulturelle Träume, die unhinterfragt propagiert werden!)

Die Fortpflanzung mussten die Menschen ausserhalb bewerkstelligen und auch erst lernen. Und um dies anzuregen, war sie mit Lust verbunden. Der „Preis“ war die Mühsal der Arbeit. Doch vorerst blieb die Lust den Männern vorbehalten! Bis vor hundert Jahren wurde den Frauen keine Lust zugestanden. Das störte die Fortpflanzung und leugnet noch heute die allgemeine und körperliche Lust von Kindern, die ja gerade das Produkt davon sind! Also nicht nur der Lust des Mannes!

Interessant an der Diskussion um die Sexualinformationen an Kindern ist die Einstellung von Eltern, die ein persönliches Recht darauf beanspruchen, was eh die wenigsten einlösen – und besonders von Müttern, die soweit gehen, dass die allgemeine Lust der Kinder solange wie möglich „unter Kontrolle der Mutter“ bleiben soll. Kürzlich hat eine solche in einer Zeitung von „der Intimität mit der Mutter“ schwadroniert, die solange wie möglich nicht „aufgebrochen“ werden soll…

In der gleichgeschlechtlichen Kombination mit Töchtern kann ich mir so etwas vielleicht noch vorstellen. Aber was diese Intimität mit ihren Söhnen soll, die möglichst lange, nämlich bis zur Partnerinnenwahl aufrechterhalten werden solle, das ist nicht einsichtig.

Ich frage mich schon lange, woraus die Gewalt gegen Frauen gespiesen wird. Die Schwulen mussten sich – zwangsläufig – mit der Gewalt gegen deren Formen von Weiblichkeit auseinandersetzen, um sie wenigstens ein wenig steuern, oder um sie sogar überleben zu können. Eine Diskussion darum mit den Frauen hat so recht eigentlich nie stattgefunden. Dieses Tabu hält sich trotz „Schwulenfreundinnen“ hartnäckig bis heute. Ja, in der Genderdiskussion wurde schon kritisiert, wie Tunten die Weiblichkeit verhöhnen würden…

Meine Eindrücke von allen Seiten lassen mich vermuten, dass durch das stete nicht Loslassen von Seiten von Müttern, Freundinnen und Ehefrauen, die Männer nicht heil oder ganz werden können. Die ewige Abhängigkeit von ihnen in zentralen Lebensbedürfnissen im Sex, muss zu gewaltsamen Abtrennungen, zur Revolten führen. Gleichzeitig wird das „schlechte Gewissen“ aufgebaut, das diese Befreiung verurteilen und verhindern soll. „Verschleierte Abhängigkeiten“ hat das mal eine Frau genannt, ohne direkten Bezug hierauf zu nehmen. (1)

Die Intimität, die gewisse Mütter wünschen, mit ihren Kindern und Söhnen, zeigt auch die Abhängigkeit von Frauen von ihren Kindern an. Aber wann sollen sie denn selbständig werden und auf eigene Füsse kommen – wie die Schwulen? Ist es nicht so, dass Mütter nicht mehr eigenständig und auf eigene Füsse kommen wollen? Und woher nehmen sie sich dieses Recht auf die Söhne, was sie als Naturrecht für sich beanspruchen? Am Punkt, an welchem die Mütter von ihren Söhnen (vor allem) geliebt werden wollen, bauen sich bei Schwulen einige Probleme auf. Denn noch deutlicher als die heterosexuell Ausgerichteten, wollen diese mit der Homosexualität auch weg von der Frau als der Leitfigur ihres Lebens! Bei den „Schwulenfreundinnen“ ist die Grenze nämlich dann erreicht, wenn der Schwule auch der Ehemann oder der Sohn ist!

Vergessen sind die Zimmermänner und Handwerksburschen, die auf Wanderschaft gehen mussten und sich von Müttern und Familien trennten! Auch schon bald vergessen ist die Schwulengruppe der 80er Jahre, die den Mann von seiner Frauenabhängigkeit befreien und ihn in der Männergruppe heilen wollte. Die Junghomos von heute werden mit den üblichen „heterosexuellen“ Ängsten beladen und in den Konsum gezwungen, um Aussicht auf einen anderen Mann zu haben. Speziell geschulte Psychotherapeuten und Coachinghelfer sollen die Probleme aus den bürgerlichen Widersprüchen individuell lösen helfen. Gegen gutes Geld natürlich.

Wenn das Geld im Kasten klingt, die arme schwule Seele in Therapie und Luxusferien entspringt. Frei nach Martin Luther. Amen

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

Über Konversions-”Therapien”

1) Hedda Herwig: „Sanft und verschleiert ist die Gewalt“, Rowohlt 1992. Herwig weist auf  S. 40 auf Verschleierungstaktiken von zwei Frauen gleichzeitig hin. Die erste ist Alice Miller, in einem Bezug auf das Verhältnis von Franz Kafka zu seinem Vater, sowie Kafkas Mutter, die einen Brief an den Vater an dessen Sohn zurückschickt und sich weigert, die Botin zu spielen. Seilschaften, die wohl erst noch aufgedeckt werden müssen.

Wie Millers Sohn kürzlich enthüllt hat, war Alice selber privat weitgehend fern von den Prinzipien, die sie nach aussen vertreten hat!

P. S. Was die Sexualität von Kindern betrifft, sollen mir keine Heteros/as was vormachen!  Und die Erwachsenen machen da voll mit – beim Spielen…

Schon Kinder können wissen, wie fabelhaft  sie werden können! :P

von der Homophobie zum Anti-Homosex-ualismus

12. November 2014

Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von Unwissenheit und Homophobie. Doch heute stehen uns so viele Informationen über Sexualität zur Verfügung, dass keineR mehr Unwissenheit vorheucheln kann. Wir können übrigens auch nicht alles auf Homophobie (also Angst vor Homosexualität) zurückführen.

Die neuesten Aktionen „gegen die Homosexualität“ sind motiviert von aktivem Anti-Homosexualismus. Das heisst, dass wie beim Antisemitismus, die alten Argumente weniger wichtig sind als die Beweggründe! Es geht gegen die „Homo-Ehe“ und die „Rettung der Familie“. Mit anderen Worten: Es darf keine Alternative zur heterosexuellen Familie geben, weil diese ist heilig, nichts darf über ihr stehen!

Doch diese Ehe- oder Familienform ist relativ jung in der Geschichte. Sie ist auch stark geprägt von den Entwicklungsform des Kapitalismus. Sie passt sich auch immer wieder an, aus purer Notwendigkeit. Aber wo kommen wir hin, wenn die anderen Formen die gleichen Wünsche und Hoffnungen bieten wie die Tradition?

Ich bin der Meinung, dass die Homosexellen sich die Last der Tradition nicht auch noch aufbürden sollten. Die eingetragene Partnerschaft als gleichberechtigter Zivilstand sollte ausreichen! Mit ihr behalten wir auch die Selbstverantwortung und die Selbstgestaltung in unseren Händen! Die eP könnte man auch erweitern auf mehr als nur 2 Personen. Und statt hochtechnisierten Fortpflanzungsmethoden liessen sich Erweiterungsmöglichkeiten per Adoption oder „Einpartnerung“ finden.

Dass die BaZ ohne Kommentar der Redaktion einem Evangeliban als „Pfarrer“ eine ganze Spalte überlässt sagt auch etwas aus! Ich habe nichts gegen Leserbriefe und „Freie Meinungsäusserung“ in Blochers Print. Allerdings erwarte ich von einer Zeitungsredaktion, dass sie sich nicht hinter Schweigen versteckt, wenn sie Raum für „Altlasten“ über Homosexualität zur Verfügung stellt!

Und nochmals: Die alten Leiern sind gar nicht so wichtig. Wichtiger ist doch, dass sie wieder aufgewärmt an „seriösem Platz“ erscheinen dürfen…

Nebst den formalen Fehlern über die Jugendgruppe „Anyway“ finden sich in Reinhard Möllers Text Scheinargumente und Fehlinterpretationen nach dem Muster der „Taliban“. Die meisten Vergewaltigungen finden wohl in der heiligen Ehe statt, ohne dass sie abgeschafft würde!

Schon Gisela Bleibtreu-Ehrenberg hat 1978 davor gewarnt, dass nach all der Emanzipation in Zukunft immer noch der „Kinderschutz“ für die Manipulation der Gesellschaft herhalten müsse!

Es bildete sich bald eine neue Derivation heraus (Homosexualität als stete Kindergefährdung), die das Fortbestehen der Ächtung ‘vernunftgemäss’ erscheinen liess.“ (Tabu Homosexualität 1978, S. 405/406)

Damit wird hartnäckig festgehalten, dass Homosexualität keine „natürlichen“ Wurzeln in der Kindheit und Jugend haben kann! (Die Diskussion wird mit „Pädophilie“ sehr schnell verhindert!)

Reinhard Möller missbraucht die Sexualinformationen über „Tatsachen des Lebens“ (Quentin Crisp) für die Forderung nach Öffnung von Schulen für die (seine) „jüdisch-christlichen“ GLAUBENS-Anliegen! Wahrscheinlich würde er sich sogar gegen jüdisch-moslemische Glaubens-Anliegen genauso wehren! (Aber dafür ist die BaZ-Redaktion wohl zu dumm, um das zu merken.)

Der Trick der Anti-Homosexualitäts-Prediger liegt in einer falschen Umkehr der Tatsache, dass nicht Mehrheiten diskriminiert werden, sondern Minderheiten. Als wenn sich Weisse beschweren müssten, sie würden von Schwarzen diskriminiert. Wenn Reinhard Möller sowas gedanklich nicht schafft, ist er ganz sicher nicht ein studierter Pfarrer! :P

Peter M. Linz, Vizepräsident der SVP Schwarzbubenland und Mitglied der AUNS, stösst – verständlicherweise – ins gleiche Horn! In dieser Partei wird die Mehrheit der Inländer auch von der Minderheit der Ausländer „diskriminiert“!

Er glaubt, „die Unfruchtbarkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen soll durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung künstlich aufgehoben werden.“ Er vergisst dabei nur, dass die Techniken ausgerechnet für Heterosexuelle entwickelt worden sind, die von Natur aus unfruchtbar sind und glauben, ein „natürliches Recht“ auf Fruchtbarkeit und „eigene“ Kinder zu haben! Und in der Bundesverfassung übrigens sind alle Menschen gleichWERTIG ohne Bezug auf ihre Sexualität!

Es geht seit einiger Zeit für uns also nicht mehr darum, Unwissende, homophobe, oder störrische Gläubige aufzuklären, sondern darum, durchaus Wissende mit dem Missbrauch von falschen Argumenten zu ihren politischen Zwecken zu konfrontieren! Die verstorbene Schwulenbewegung kann nichts mehr tun. Obs die Junghomos merken?

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

P.S. Der ref. Kirchenrat des Kantons Basel-Stadt hat sich distanziert, desgleichen auch Pfr. Frank Lorenz von der Offenen Kirche!

Reaktionen sind erbeten auf  thommen@arcados.com

für Bibelforscher ;)

Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution

Mit anderen Worten gesagt:

Bernhard Pörksen: ”Na, ich glaube, man muss es schon ernst nehmen, aber weniger im Sinne der Medienmacher. Denn es geht ja darum, dass RussiaToday auf Deutsch ja eigentlich das Schüren von Medienverdrossenheit als journalistisches Programm verkauft. Und das ist ein durchaus hochinteressanter Versuch, weil hier – dahinter steht ja der Kreml – staatlich gelenkte Öffentlichkeit den Schulterschluss mit der Gegenöffentlichkeit, der Medienverdrossenen gegen Öffentlichkeit sucht. Also es ist die Inszenierung von Staatsöffentlichkeit als Gegenöffentlichkeit und die Entdeckung von aktueller Medienverdrossenheit als publizistische Marktlücke. Und das macht RT Deutsch, das ja sonst journalistisch wenigen Ansprüchen nur zu genügen vermag, durchaus dann interessant als Zeitindiz, als Symptom. ”(Deutschlandfunk)

Die Entdeckung von Unduldsamkeit gegenüber den Schwulen und der Verdrossenheit von Heteros als agitatorische Marktlücke! ;)

Nicht die Homosexualität ist schuldig geworden an den Nationalsozialisten, nicht die Homosexualität trägt die Schuld für den Missbrauch von Menschen. Es waren die Nationalsozialisten, die Homosexuelle für ihre Politik missbraucht haben, nach innen zum Gehorsam, nach aussen als Projektionsfläche für das gemeine Volk.

Es ist die Religion, die die Homosexualität für ihre Politik missbraucht – nach innen zum Gehorsam irgendwelchen Führern gegenüber. Nach aussen zur Projektion, um von den Machtverhältnissen abzulenken.

Denn Religion ist eine Ideologie, mit der Menschen geistig missbraucht werden können. Der sexuelle Bereich ist mit dabei. Drum wird quasi jetzt das Pferd von hinten (!) aufgezäumt.

Männerliebe war nie ein Problem, nur die Lust mit der Prostata. Amen

 

Der KREIS darf sich nicht schliessen!

12. Oktober 2014

Die Geschichte der legendären „Vereinigung“ und daraus hervorgegangen die romantische und vorbildliche Ehe von Röbi und Ernst, ist ein guter Einblick in unsere – ahem UNSERE – Vergangenheit und Genealogie.

Ja, Genealogie, denn die Jungen von heute sind unsere Söhne und Enkel und wir sind deren Väter und Grossväter – um es mit den ungewohnten „heterrorsexuellen“ Begriffen zu umschreiben.

Die abgerundete Geschichte ist nicht das Ende der Verfolgung und Diskriminierung, aber auch nicht das Vorbild von schwulen Beziehungen. Vielleicht für Mütter und FamilienpolitikerInnen, die sich nichts anderes vorstellen können! Klar, dass da vieles einfach „seltsam“ war, selbst in den Augen der damaligen „Homoeroten“.

Ich zitiere aus Florian Vocks Besprechung: „Rolf  (der Obervater), als schwuler Aktivist, ist gleichzeitig integer und unsicher; einerseits ein Fels, andererseits bedrohlich am Wanken. Denn auch Rolf kann nichts gegen die Sittenpolizei unternehmen. Seine anpasserische Art, im Zweiten Weltkrieg lebensrettend, wirkt in der Tabuwelt der fünfziger Jahre nicht.

Rolfs ambivalente Gefühle sind eine Parabel auf die heutige Bewegung: Wie viel Anpassung soll es sein? Wie anständig müssen Homos sein, um vom Parlament ein paar weitere Rechte geschenkt zu bekommen? Sollen wir uns denn von den schwulen Strichern distanzieren, die heute in Bars und an Partys einfach dazu gehören?

Sollen wir die promiskuitive Sexualität in Sexboxen verschieben und hinter dem Schleier der Doppelmoral perfekte Paare inszenieren, um die Anerkennung zu bekommen, die wir fordern?

Zugegeben: Das Liebesleben ist chaotisch. Aber die Freundschaften sind echt. Der Kreis ist der Anker zur Möglichkeit, Freundschaft in Liebe und Freiheit zu leben. Die Anker gibt es auch heute noch: Die Feste des Kreis sind die Partys von heute, die erotischen Frauendarstellerinnen die politischen Dragqueens von heute und die Abonnenten vom Kreis die Peergroups von heute.“

Die hetero-anpasserische Art der sogenannten „organisierten“ Schwulen in der Schweiz von heute, schwankt zwischen Eheforderung und Blindheit gegenüber der „Pädophilen“-Diskussion und der steten,  „unbeachteten“ Anpassung der Sexualgesetze an die politisch-feministische Korrektheit.

Eheforderung gegen stete Anpassung? (an die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Globalisierung der Hetero/as) „Wir sind ja nicht so wie jene, wir sind so wie Ihr – daher akzeptiert uns endlich!“

Mich ärgert die Unverschämtheit von Heteras, über Sex zwischen Männern zu befinden und die heterosexuellen Raster über unser Leben zu ziehen! Nämlich da, wo es keine Opferinnen und Täter nach Geschlechtsorganen gibt, wird es per Lebensalter „zugeteilt“. Das hatten wir aber schon nach 1942! Was damals nicht gut war, kann auch heute „nicht schon wieder“ gut sein! Die südländischen Stricher von gestern sind die „armen MigranntInnen“ von heute, die sexuell ausgebeutet werden! KeineR merkts!

Das Liebesleben ist auch heute noch chaotisch –  glücklicherweise! Aber die Freundschaften ermangeln der Gemeinschaftserlebnisse der Schwulenbewegung, die auf den Kreis folgte! Nein, ich meine nicht die Gruppenficks aus den heterosexuellen Fantasien! Ich meine die „Bettverwandtschaften“ unter Männern! Solche, die dem einen über Liebeskummer hinweghelfen, oder anderen erlauben, gewisse Bedürfnisse ausserhalb einer „Homo-Ehe“ zu befriedigen, um damit in Frieden zu leben.

Nun, die Parties von heute sind gerade nicht die Feste von gestern (Zschr. mann 1/78)! Und wo gestern Alkohol getrunken wurde, werden heute immer neue Drogen konsumiert. Es kümmert auch keineN, wohin die Einnahmen heute fliessen… Damals vor allem in die Töpfe und Schriften der Bewegung.

Der Film ist eigentlich politischer als er gewollt war. Schlau, wer sich nicht von der Romantik blenden lässt!

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

Es gibt immer noch zuviele Mütter und Frauenpolitikerinnen, die (ihre) Söhne vor Homosexuellen schützen möchten und es dabei noch gut meinen, obwohl sie nichts davon verstehen! Und Jungs haben ein Recht darauf, ihre Partner frei zu wählen, unabhängig von ihrer Orientierung!

Mädchen können da viel mehr spielen damit als Jungs, weil sie einfach nicht ernst genommen werden. Jungs werden sofort so ernst genommen, dass sie nicht mal damit spielen können.“ (swissgay.info Nr. 3, Okt. 2014)

Es ist politisch bedenklich, wenn nach aussen immer von “Liebe” die Rede ist, während ja nur der Sex strafbar/straffrei war und ist! Andererseits geht es den Hetero/as immer vor allem um den Sex, denn ohne ihn hätte ihre Liebe ja keinen Sinn! ;)

enttäuscht von der Schwulenbewegung!

18. Juli 2014

Die Schwulenbewegung (1) war – in der Folge der Studentenbewegungen – angetreten, um die bürgerlichen Widersprüche in Strafgesetzbuch und Gesellschaft aufzudecken. Die traditionell „unsichtbare“ Vereinigung der „Homophilen“ hielt sich bisher streng an das Gesetz und die bürgerliche Moral! Aber schliesslich geschahen in jenen Jahren einige spektakuläre Morde an Schwulen, die das Thema in die Medien und in die Öffentlichkeit brachten. Dies wiederum erforderte „unsere Stellungnahme“!

Doch wofür oder wogegen haben sich bewegte Schwule engagiert? Das scheint heute in einem „Meer“ von „queeren“ Aktivisten bereits nicht mehr bekannt zu sein!

Ehemalige politisch Aktive sind entweder in Pension, oder in eine eingetragene Partnerschaft „gegangen“, oder träumen vor ihrem Ableben noch von einer „Eheöffnung“! Gar nicht zu übersehen sind die neuen Junghomos von links bis rechts, die nicht warten können, dieses hetero Klischee als Hintertür für eine – wie auch immer geartete – „gesellschaftliche Toleranz“ politisch missbrauchen zu können. (2)

Ich glaube nicht daran, dass sich die „Hetero-Ehe“ an die künftigen wirtschaftlichen Bedingungen anpassen lässt. Eine „Eingetragene Partnerschaft“ allerdings schon. Was den Schutz der Kinder betrifft, so ist die Familie genau der Platz, in dem sie in den meisten Fällen Schaden nehmen. Das vergessen vor allem viele Schwulen. Sie vergessen ihre eigene Biografie. Aber die mainstream Politik besteht darin, solche Familien auf Kosten des „Kindeswohls“ und trotz vieler Widersprüche, um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Weil das vor allem eine Glaubensfrage ist. Ich fürchte, dass „Homosexuelle“ dies den Hetero/as nachmachen!

Ich hoffe auch sehr, dass vielen Männerliebenden klar geworden ist, dass es in einer „globalisierten“ wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr nur darum gehen kann, mit einem Mann von irgendwoher zusammenwohnen und damit dem „bösen Milieu für immer entfliehen“ zu können! Aber das scheint noch nicht in Frage gestellt zu werden…

Mich bekümmert, dass die historischen Fakten der letzten Jahrzehnte einfach verdrängt und nicht aufgearbeitet werden: Homosexuelle haben – wie Juden auch – vielfach in politischen (/heterosexuellen) Kämpfen mitgemacht, in der Hoffnung, letztlich für sich selber einen besseren Platz abzubekommen. Doch dies ist selten wirklich erfolgt.

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Ein italienisches Männermodemagazin hatte 1981 die “Vorausschau”!

Vor allem darum, weil die gesellschaftlichen Widersprüche, an denen alle leiden, stetig weiterwachsen – und immer schneller.

Die Gesetzesgeschichte

Vor dem Inkrafttreten des eigenössischen StrGB 1942, gab es die einzelnen kantonalen Gesetzbücher! (3) (Siehe eine Liste bei Hirschfeld, S. 848 f!) Witzig ist die Tatsache, dass es Parlamentarier gab, die allen Ernstes die Masturbation auch bestrafen wollten. Aber davon hat man dann doch abgesehen.

Das erste schweizerische Strafgesetzbuch (4) (Als „das von 1937“ bezeichnet) galt offiziell von 1942 bis 1992, also ganze 50 Jahre! Alle glaubten daran, auch das Bundesgericht, denn es schützte den politischen Widerspruch zur Verfassung: Heteros sind gleicher als Andere, sie hatten Selbstbestimmung ab 16 Jahre, die Homosexuellen erst ab 20 Jahre! Zudem war die gleichgeschlechtliche Prostitution bis ans Lebensende verboten. (5) Der Gesetzestext enthielt zudem eine Ungenauigkeit in der Formulierung: „wer eine gleichgeschlechtliche Person … verführt“. Hier die Diskussion darum, wie oft denn hintereinander diese Person „verführt“ werden konnte… (hier im club68-Magazin vom Juli/Aug. 1968)

In den revidierten Artikeln (hier 187), die schliesslich 1992 in Kraft getreten sind, taten sich schnell neue Widersprüche auf. Bald wurden die „Verjährungsfristen“ verlängert – bis zur Unverjährbarkeit. Nach 50 Jahren Erfahrung hatten Justiz und die Fachleute kurze Verjährungsfristen empfohlen. Aber Aufklärung und Prävention waren an einem kleinen Ort geblieben. Wenn, dann wurde und wird aus verschiedensten Kreisen – vor allem aus der „Familie“ gegen Öffentlichkeitsarbeit an Schulen opponiert. Leider ist der „Tatort“ mit der grössten Gefahr eben diese Familie, die das aber nicht wahrhaben will! (6)

Die Geschichte des Schutzalters (7)

Die Bestimmung des „Schutzalters“ hat eine eigene kleine Geschichte. Verschiedene Kantone hatten früher ein tieferes als die 16 Jahre – oder gar keines. (Drum schnellten in den 40er Jahren die Strafverfahren erst in die Höhe!) (Hier finden sich noch Äusserungen aus der Vernehmlassung betreffend die Revision von 1992!)

Die Expertenkommission hatte 14 Jahre vorgeschlagen. Mindestens eine Kommission für Rechtsfragen des Parlamentes hatte sich auf 15 einigen können. Noch war auch die „Jugendliebe“ in der Diskussion, so dass der Vorschlag für die 3 Jahre Unterschied über das Schutzalter hinweg Gnade vor Parlament und in der Abstimmung gefunden hat. Immerhin meldete sich die HACH noch 1991 zum Thema Altersgrenze (Basler AZ, 20. Juni 1991) und eine „Initiative lesbisch schwule Jugend Schweiz“ äusserte sich begeistert.

Die Geschichte geht weiter!

Seit 1. Juli 2014 ist schon wieder eine Änderung in Kraft. KeineR fragte nach den aktuellen ökonomischen Bedingungen der Jugendlichen, MigrantINNen oder ZuwanderInnen/er. Keine Diskussion über den Leistungs- und Konsumdruck, unter dem sie stehen…

Bezahlsex“ ist jetzt von 16-18 auch verboten! Mit dem moralischen Kreuzzug gegen „sexuelle Ausbeutung“ werden sie nun „geschützt“ bis zum 18. Geburtstag.

(Derweil wurde – realistischerweise – in Bolivien das Gesetz im Parlament nach der Realität geändert und Kinder können nun ab 10 Jahre selbständig arbeiten, wie kürzlich berichtet wurde! Ganz gegen „internationale Vorschriften“!)

In der Schweiz wurde verschiedentlich der Vorschlag gemacht, das aktive Stimm- und Wahlrecht von 18 auf 16 Jahre zu senken (> googeln!). Sogar Bundesrat Didier Burkhalter findet das gut. (Hier die Diskussion im Kanton Luzern)

Interessant, dass im Sexualbereich diese Überlegungen dann nicht gelten! André Weissen, Arzt und CVP-Grossrat in Basel, wies am 26.01.2009 in der BaZ ausdrücklich darauf hin, dass 16jährige durchaus „urteilsfähig“ seien!

Die Tendenz, für Alkohol-Konsum und Fahrberechtigungen, das „Schutzalter“ zu senken, ist nicht zu übersehen. Die Kinder nehmen sich ja die Erwachsenen zum Vorbild!

Die Geschichte des Gesetzes zur Pornografie

Auch bei der rechtlichen Behandlung der Pornografie sind Änderungen vorgenommen worden: Zur „harten“ Pornografie zählen jetzt auch Darstellungen bis zum 18. Lebensjahr – neben Tieren und Gewalt. Weggefallen sind die „menschlichen Ausscheidungen“ (Dies hat das Schwulenbüro Pink Cross schon seit längerer Zeit gefordert und dies macht die Schweiz EU-kompatibel.) Die ParlamentarierInnen, die das damals „zur Wahrung der Würde der Frau“ gefordert und bekommen hatten, haben sich nicht mehr gemeldet.

In der Pornografie hat sich aber ein neuer Widerspruch aufgetan: 16jährige dürfen zwar mit Erwachsenen Sex haben, aber der Zugang zu diesen Darstellungen ist ihnen verboten.

Wenn Jugendliche von 16-18 nun untereinander Sex haben und dies festhalten, dann ist dies zwar für Erwachsene verboten, aber unter Gleichaltrigen erlaubt. Die galante Lösung:

8) Minderjährige von mehr als 16 Jahren bleiben straflos, wenn sie voneinander einvernehmlich Gegenstände oder Vorführungen im Sinne von Absatz 1 herstellen, diese besitzen oder konsumieren.“

Die Minderjährigen dürfen damit immerhin nicht handeln. Mich laust der Affe! Und die Strafverfolger halten sich die lästigen Jugendstrafverfahren vom Hals.

Das Recht um die Sexualität von Jugendlichen ab 16 Jahren wird Satz um Satz verlängert, um die auftretenden Widersprüche zu überkleistern. Und Schritt um Schritt gibt das Parlament nach und keineR ergreift natürlich mehr das Referendum!

Wir haben jetzt Selbstbestimmung ab 16 Jahren, aber mit Einschränkungen: Was zu tun erlaubt ist, darf nicht dargestellt werden bis 18. Und weil die Jugendlichen trotzdem appsen und filmen, dürfen sie dies zwischen 16 und 18 unter „gleichaltrigen“ besitzen und herumreichen…

Wir haben eine harte, eine „Jugend-“ und eine weiche Pornografie. Ich bin gespannt, welches der nächste Widerspruch sein wird, der geöffnet wird!

Die Schwulenbewegung war angetreten, genau diese Widersprüche zu benennen und sie zu bekämpfen und das erwarte ich auch noch heute von politischen, oder politisierten Schwulen! Aber das Schwulenbüro Schweiz hat sich längst davon abgekoppelt und favorisiert andere „Rechte“ wie öffnung der Ehe für Homosexuelle und es ist zunehmend damit beschäftigt, die Rechte weiterer sexueller Minderheiten einzufordern – und das auch mit zu finanzieren!

Ich frage mich schon lange, wieso die Homosexuellen auch noch für andere sexuelle Minderheiten verantwortlich sein sollen. Dafür sind die Heterosexuellen zuständig, die sie ja auch produzieren. Aber mit denen wollen diese nichts zu tun haben. Schon bei den Homosexuellen wären die Heten zuständig gewesen, aber sie haben sich erfolgreich davor gedrückt.

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

siehe auch swissgay.info Nr. 2/2014

1 Kein Mann, der Homosexualität praktiziert, muss bei einer „Bewegung“ sein. Die homosexuelle Praktik ist eh’ viel mehr verbreitet unter Männern, die sich nicht als „Homosexuelle“ betrachten. Und so wie in den USA sich erst etwas geändert hatte, als Aktivisten nicht mehr im Anzug, mit hochgehaltenen Tafeln, vor dem Regierungsgebäude im Kreis herum geschritten, sondern in der Christopher Street gegen eine Razzia hervorgetreten sind, genauso hat sich in der Schweiz das (politische) Strafrecht erst richtig geändert, nachdem Schwule auf die Strasse gegangen sind! Danach mussten ParlamentarierInnen und darauf die Abstimmenden Farbe bekennen!

2 siehe auch einen kritischen Einwurf von lesbischer Seite!

3 Vor dem Inkrafttreten des StrG von 1942-1992 kannten die französisch sprechenden Kantone, der Tessin und Basel-Stadt diese Schutzalter gar nicht

4 (Chronologie)

5 „Dem sogenannten ‘Strichungen’ muss allerdings die Gewerbsmässigkeit nachgewiesen werden, d.h. Also dass er keinem täglichen Beruf nach geht und seinen Lebensunterhalt aus dem Erlös seiner nächtlichen Abenteuer bestreitet.“ (Der Kreis 9’1964, S. 11 und 12)

Aus diesem Grunde fragte die Polizei bei Kontrollen jeweils nach dem Arbeitgeber! Da haben wir ab den 70er Jahren einfach die Angabe verweigert!

Und weil es schwierig ist, so etwas nachzuweisen, hat man die „Jugendprostitution“ heute einfach grad ganz verboten!

6Jeden Tag werden in Deutschland mehr als 500 Kinder von Erwachsenen aus ihrem familiären Umfeld misshandelt. Fast jeden Tag wird ein Kind durch körperliche Gewalt getötet. Und erschreckend hoch ist die Zahl der Opfer, die später selbst zu Tätern werden.“ Wobei die Rolle der TäterINNEN meistens heruntergespielt wird!

7 Meines wissens hat nur Frau Bundesrätin Kopp als Beamte jemals in der Öffentichkeit von der „sexuellen Selbstbestimmung“ Jugendlicher gesprochen! (TV SRF)

siehe auch Kapitalismus pink, taz

siehe auch Jens Dobler: Wie öffentliche Moral gemacht wird, am Beispiel des deutschen Schwulenparagrafen

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Beat Kraushaar zu diesem Thema

Und Steven Milvertons Kommentar auf ihn

Siehe auch Porträt in der tageswoche.ch

Nationalrat HIRNLAPPEN

12. Juni 2014

Wir sollten nicht immer wieder Toni Bortoluzzi wie einen Eber durch die Medien jagen. Was er in der Schule und im Leben nicht gelernt hat, das wird er nie mehr aufholen können! Bei “Bildungsdirektor” Oskar Freysinger ist das genauso! Peter Thommen

Toni Bortoluzzi und Aids, 2007

P.S. Wer sich über “exotische Schwule” aufregt, sollte sich mal überlegen, wie idiotisch heterosexuelle Männer daherkommen können: An der Fasnacht, als Burschenschaften, Krieger, Tonsur der Mönche… Zurzeit kleiden sich die Fans ziemlich skurril für die Weltmeisterschaften in Brasilien…

Darüber gibt’s das Buch “Kerlekulte”

Glaube und Wissen

09. Juni 2014

Pfingsten ist einer der wichtigsten Gedenktage der christlichen Religionen. Ein Tag für Glaubensbewusste. Nicht für Historiker oder Politiker.

Niemand muss glauben – aber wir sollten einiges wissen. Wir sollten vor allem zur Kenntnis nehmen, dass das Christentum niemals für 2000 Jahre vorgesehen war! Der Weltuntergang wurde bei den ersten Gläubigen als unmittelbar bevorstehend erwartet. Interessante sozio-historische Fakten habe ich bei Raphael Lenné in seinem Buch „Das Urphänomen Angst“ (1975) gefunden. Besonders das Kapitel „Frühchristentum als Angstkatalysator“ (S. 67-82) hat mich beeindruckt:

Ich kann nur am Rande bemerken, dass die Persönlichkeit nicht als Ideal betrachtet wurde. Ferner ist eine persönliche Tat meist rein negativer Art in Form eines Verzichtes; die kultischen Gebote sind ebenso zahlreich wie kleinlich. So lebt der Mensch unter der permanenten Angst vor potenziellen Übertretungen des Gesetze. Um der primitiven Angst vor einem gewaltigen, bisweilen launischen Gott zu entgehen, nimmt der Mensch komplexere, subtilere Ängste auf sich. Wir haben also eine Welt der Angst und der Busse vor uns, die auch noch mit göttlicher Ungerechtigkeit und damit verbunden mit der Aufforderung zur menschlichen Resignation überbeladen ist. (S. 70)

Dieser Anspruch Gottes auf die totale menschliche Unterwerfung und die Möglichkeit des Terrorisierens kennzeichnen ausreichend die psychische Situation des alttestamentlichen Juden. (S.71)

Den Juden winkt übrigens kein Paradies im Jenseits wie bei Christen und Moslems. Aber es gibt trotzdem einige Vorstellungen von etwas ähnlichem, die überliefert worden sind. Juden waren darauf ausgerichtet, im Diesseits von ihren guten Taten zu profitieren, oder für schlechte bestraft zu werden.

Das Urchristentum ist immer mehr weggekommen vom Weltuntergang und hat die Hoffnung auf das Reich Gottes nach und nach mit anderen Ängsten unterlegt. Paulus – der Konvertit vom Saulus – hat das ausgezeichnet theologisch begründet. Die Mormonen (Heilige der letzten Tage) und Zeugen Jehovas sind noch die letzten, die nach Weltuntergangs-Terminen in den Schriften suchen…

Ähnliches bewegt die afrikanischen Flüchtlinge, die übers Mittelmeer paddeln. Sie wissen praktisch nichts von Europa und den Verhältnissen hier, aber sie wollen weg, weil sie an irgendein Glück glauben, das sie hier finden würden. Vieles wurde ihnen erzählt, vieles haben sie von ferne gesehen…

Neuestens gibt es Leute, die an die Gitter der früheren Andachtsstätte auf der Mittleren Brücke in Basel ein Malschloss einklicken – sogar noch mit ihrem und ihres Freundes Namen darauf eingraviert. Der Schlüssel landet im Flussbett. Nun wird der Glaube ihre Beziehung steuern. Er darf nicht unterschätzt werden!

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

Penta – 50 – Pfingsten, 2012

Der „Pädophilismus“ der Gesellschaft *

21. Mai 2014

Unsere heterrorsexuelle Gesellschaft hat ein grundsätzliches Problem mit Kindern und Jugendlichen und deren Sexualerziehung. (Darüber gibt es Literatur!)

Der heutige hysterische Umgang mit der Sexualität von Kindern und Jugendlichen (Pädosexualität) ** hat eine bemerkenswerte Parallele zur Zeit vor hundert Jahren, als Sigmund Freud erkannte, dass diese auch ein Sexualleben haben. In der gleichen Zeit war klar geworden, dass Frauen in grossem Masse unwissend waren und Objekte sexueller Übergriffe geworden sind. Heutzutage ist klar geworden, dass Kinder – vor allem Mädchen, aber auch Knaben – sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind und dass Frauen wiederum unwissend tun, oder Mitwisserinnen in der Familie sind! Da sie keinen Penis haben, werden sie ideologisch als Täterinnen einfach ausgeschlossen oder totgeschwiegen – ihre mehr oder mindere Mitbeteiligung ist aber erheblich.

Um auf die komplexen „familiären und ausserfamiliären Verhältnisse“ aufmerksam zu werden, müssen wir sowohl vom feministischen Vorwurf der „Tätersicht“, als auch von der sexistischen „Opfersicht“ los kommen! Beide Sichtweisen versuchen, die wahren Verhältnisse in der Familie und der weiteren Institutionen in der Gesellschaft zu verschleiern, um sie nicht verändern zu müssen! Verändern sollen sich immer nur „die Männer“.

Es gibt heute einen tief sitzenden Pädophilen-Komplex gegenüber den Kindern, der sich bis ins Erwachsenen-Alter hinein zieht.

Zum einen über die Sprache und darin den Bezeichnungen. Meist mit einem beseitzanzeigenden Fürwort: „Mein Kind.“ Auch wenn gar kein familiärer Bezug besteht. Als Schwuler fällt mir auf, wie Erwachsene gegenseitig auch von „Baby“ sprechen, wenn es um Sexualität geht. Dabei geht es nicht darum, sich fortzupflanzen, sondern sich einen Baby-Status zu geben. Wir kennen vielleicht noch die Bezeichnungen: „Lehrtocher, Serviertochter, Saaltochter“. Daraus wird klar, welchen Status diese Frauen in der gesellschaftlichen Hierarchie eingenommen haben und noch immer einnehmen. Auch Schwule, Bisexuelle und Lesben übernehmen das oft unhinterfragt. Ich empfinde es als unqualifiziert, wenn Erwachsene sich gegenseitig mit Verkleinerungsformen von Namen ansprechen, oder mit „Schätzli, Schnuggi“. Vermutlich macht diejenige Person sich quasi „zur Schnecke“, indem sie die andere so anspricht und sich in ihr spiegelt.

Zum anderen über die archaisch-tiefenpsychologische Ebene. Wir haben „vergessen“, dass Kinder in dunklen Vorzeiten als Abwehrzauber für Erwachsene gedient haben, in dem sie mannigfaltig geopfert wurden. (1) Das bis heute bekannteste „Kinderopfer“ ist Abrahams Sohn Isaak. Dieser Mythos markiert den Wendepunkt und Abschied vom Menschenopfer in dieser Kulturepoche.

Selbstverständlich mussten diese Kinder, oder auch die „Jungfrauen“ sexuell unberührt, also „unschuldig“ sein, um wirksam werden zu können!

Der Pädophilismus zeigt sich heute noch am Verhältnis zu den Frauen, die in vielfältiger Weise „kindlich“ sein sollten, und kindliche Rollen spielen gegenüber Männern. Daher mussten Frauen auch im Strafrecht geschützt werden. Doch je mehr Frauen in „männliche“ Tätigkeiten eintreten, so werden auch sie zu Täterinnen. Es ist zu vermuten, dass Quotenfrauen an der Tatsache scheitern, dass Frauen dies merken oder ahnen und entsprechend zurückhaltend sind.

Im heterosexuellen Familienkomplex ist aber auch ein Schamgefühl wirksam, das bei einigen Eltern wirkt, die verdrängen möchten, wie „sexuell“ sie waren, als sie ein Kind zeugten. Dr. Jeanne Stephani-Cherbuliez formuliert eine beispielhafte Antwort von Eltern in Bezug auf die Informationspflicht gegenüber ihren Kindern schon 1947 wie folgt (Scham und falsche Scham): „Ich weiss nicht warum, aber ich kann es einfach nicht“ (2)

Kindheit und Jugend sind historisch-kulturelle Konstrukte und relativ „neueren Datums“. In früheren Zeiten wurden Kinder und Jugendliche wie „kleine Erwachsene“ behandelt. Angesichts der Übergriffe heute, hat sich also nicht viel geändert! Auch daran, dass mit Kindern und Jugendlichen über sexuelle Dinge leider immer weniger unverkrampft kommuniziert werden kann. Aber eigentlich sollten emanzipationsbemühte Frauen wissen, dass dies sehr wichtig wäre. Und als emanzpierter Schwuler weiss ich, dass durch Kommunikation auch eine unbewusste Distanz zum Problem erreicht wird, woraus folgt, dass die Vernunft die Szene steuern kann.

Leider sind militante Kinderschützerinnen und Kinderschützer aber nicht in der Lage, die Erfahrungen der Frauen- und Schwulenbewegung aufzunehmen und für den Kinderschutz auszuwerten. Sie widersetzen sich jeglicher Prävention. Das erscheint mir als Schwuler paradox: Hinten werden „unschuldige“ Opfer produziert, mit denen vorne die „bösen Täter“(und Täterinnen) dann „für immer weggesperrt“ werden sollen. Dies aufzulösen wäre die Aufgabe der Politik und der Wissenschaften. Es stellt sich die gleiche Frage wie bei der Homophobie: Wem nützt das alles?

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

 

* Pädophilie und pädophil sind zuerst im heterosexuellen (und) familiären Kontext zu sehen, denn darin sollen ja Kinder geliebt und aufgezogen werden. Das ergibt heute den Hauptwiderspruch, dass erwachsene Männer und Frauen von ausserhalb der Familie auch so bezeichnet werden – aber nur wenn es um sexuelle Kontakte mit Kindern geht. Aber die Familie ist heilig und unkritisierbar!

Ich bin vom freudianischen „Ödipuskomplex“ abgekommen und bezeichne die sexuelle Familiensituation als „heterosexuellen Familienkomplex“ (Text in Arbeit). Die Kinder werden von den Eltern sexualisiert. Dann stimmt das auch wieder mit den Übergriffen. Eltern lernen nirgendwo, zu ihren Kindern eine fühlbare Distanz aufzubauen. Das müssen nur diejenigen lernen, die „mit Kindern arbeiten“. (Jetzt in der Verfassung!)

Das sexuelle Verhältnis von Erwachsenen zu Kindern wird allgemein den Vätern/Männern zugeschoben. Die Gründe bleiben dahingestellt. Daher nenne ich die aktuellen Diskussionen „Pädophilismus“, in Anlehnung an den Feminismus und Maskulinismus…

Aufgrund meiner klinischen Erfahrungen und der Gesamtschau der internationalen Untersuchungen, die mir bekannt sind, gehe ich von einem Täterinnen-Anteil von 20-35 % aus.“ (3sat/Arzt) „Das Ausmass der Gewalt von Männern und Frauen ist das gleiche.“ / „Drei bis fünf Prozent der Opfer werden von Professionellen überhaupt erkannt.“  (Frau auf der Beratungsstelle)

Mehr als 200’000 Kinder werden pro Jahr Opfer von Gewalt durch Erwachsene. (Tsokas/Guddat: Deutschland misshandelt seine Kinder, Droemer 2014, 255 S.

** Ich kann mich erinnern, dass Ernest Bornemann vor einem Vortrag in Zürich gesagt hat, er referiere nicht über Pädophilie, aber über Kindersexualität. Das war auch sein spezielles Forschungsgebiet, weswegen er später auch als „Pädophiler“ denunziert worden ist. In Anbetracht der Tatsache, dass er quasi ein Schüler von Freud und dessen Theorien war, eine komplette Fehleinschätzung.

1) siehe Nigel Davies: Opfertod und Menschenopfer. Glaube, Liebe und Verzweiflung in der Geschichte der Menschheit. Econ 1981 (später auch als Taschenbuch) Beide nur antiquarisch.

2) Dr. Jeanne Stephani-Cherbuliez. Dem Geschlecht sein Recht. Gedanken einer Mutter und Ärztin über sexuelle Aufklärung und Erziehung, Müller Rüschlikon, 1947 (vergriffen)

Thommen über die öffentliche Pädophiliediskussion (2011)

Thommen über die “Perversion eines Begriffs”, Senf 11/1995

 

Frauen als Täterinnen

David Signer: Der zärtliche Missbrauch. Rund ein Fünftel aller sexuellen Übergriffe auf Mädchen und Buben werden von Frauen begangen, nicht selten unter dem Deckmantel der Fürsorglichkeit. NZZaS 21.8.2011, S. 77

20min. 37-jährige Frau missbraucht 14-jährigen Schüler,   Hier das Urteil der ersten Instanz 2014

Alexander Markus Homes: Von der Mutter missbraucht. Frauen und die sexuelle Lust am Kind, 460 S. Pabst 2005

Homes, Alexander: Ein Heimkind packt aus, Patmos 1996 (Nonnen, Priester)

Homes, Alexander: Prügel vom lieben Gott, päd.extra buchverlag, 1981/82 (Nonnen)

Frauen als Täterinnen. Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen (Michelle Elliott, Hg.), 337 S. Donna Vita 1995

 

allgemeiner

Claudia Heyne: Täterinnen. Offene und versteckte Aggression von Frauen, 360 S. Heyne TB 77212, 1996/Kreuz 1993

Wendy Lower: Hitlers Helferinnen, 336 S. Hanser 2014, ca. CHF 34.-

 

Asyl für Schwule und Lesben

26. April 2014
AsylfO

Hirscheneck Basel. 26.4.14

(Die Verwaltung in Basel betrachtet diesen “Aufhänger” als widerrechtliche Werbung an der Fassade!)

NGO fordern mehr Schutz für homosexuelle Asylbewerber

Liberty for O. – die Fakten

Bericht von der Aktion am 1. Mai in Basel

Offener Brief der Schwulenorganisationen an BR Sommaruga!

homosexuelle Migranten SRF

Am 1. Mai. 1975 – vor 39 Jahren (!) – zogen Aktivisten der habs
erstmals bei der Demo am 1. Mai mit, um sich für die Anliegen
Nicht-Heterosexueller einzusetzen.

Heute werden weltweit – meist unter religiösen Vorzeichen – Lesben,
Trans-Menschen, Schwule und Bisexuelle verfolgt. In Nigeria gibt es seit
2013 14 Jahre Haft, wenn sich Nicht-Heterosexuelle ihre Zuneigung
öffentlich zeigen. Doch auch persönlich gehetzt zu werden oder von
exorzistischen Praktiken bedroht zu sein, ist für Schweizer Behörden
noch immer kein Asylgrund!

Die habs unterstützt den Protest gegen die drohende Ausschaffung von O.

O. stammt aus dem christlich geprägten Süden Nigerias. Nach seinem
Coming-Out musste er mit seinem Freund seine dörfliche Gemeinschaft, in
der er ein allseits anerkannter Heilpraktiker war, verlassen. Als beide
in der Hauptstadt Lagos nach 4 Jahren wiederentdeckt wurden, ging die
von O.’s Vater – einem lokalen Pfarrer – angeführte Hatz gegen beide
weiter. Über Spanien gelangten sie vor gut drei Jahren in die Schweiz.
Dort war O. beim Bleiberechtkollektiv aktiv.

Die Asylanträge von O. und dessen Freund wurden umgehend abgelehnt. O.’s
Freund wurde ausgeschafft und zurück in Nigeria u.a. nackt auf einem
Anhänger durchs Dorf gefahren und gezwungen zuzugeben, von
Homosexualität “geheilt” zu sein.

O.’s Rekurs wurde vom Bundesamt für Migration (BFM) abgelehnt.
Begründung: er könne in Lagos seine Homosexualität verstecken.

Das erschüttert!

Nicht nur, dass der Europäische Gerichtshof im November 2013 urteilte,
dass von Homosexuellen nicht erwartet werden könne, ihre Homosexualität
im Heimatsland geheim zu halten (EuGH, Urteil in den Rechtssachen
C-199/12, C-200/12, C201/12) [1].

Auch waren Bundesrätin Sommarugas warme Worte, die sie 2012 (unmittelbar
vor ihrem Auftritt zum Thema Menschenrechte an der ZürichPride) an die
habs gerichtet hat, wohl nicht mehr als heisse Luft: “Wie auf
internationaler Ebene ist auch in der Schweiz das Bewusstsein für die
Gemeinschaft der LGBTI in den letzten Jahren gestiegen. Die Asylpraxis
hat sich in die gleiche Richtung entwickelt. Das BFM ist bei der
Gesuchsprüfung von LGBTI in letzter Zeit dazu übergegangen, deren Recht
auf Selbstbestimmung stärker zu gewichten und die frühere Praxis
insoweit anzupassen, als es von einer Person in aller Regel nicht mehr
verlangt, sich im Heimatstaat in einer bestimmten Weise zu verhalten, um
sich einer Verfolgung zu entziehen. Die Behörden legen Wert darauf, bei
der Behandlung der Asylgesuche dieser Personen den menschenrechtlichen
Aspekten Rechnung zu tragen.” (zum ganzen Brief: [2])

[1]http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2013-11/cp130145de.pdf

[2]http://habs.ch/?news/bundesratin-sommaruga-schreibt-der-habs

Der komplette Brief von Bundesrätin Sommaruga an die habs als pdf:

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