First Homosexuals – im Neubau des Kunstmuseums Basel

Es handelt sich um Kunstobjekte eines kleineren Teils einer US-Ausstellung, kuratiert von Johnathan D. Katz und Johnny Willis, ergänzt um Bestände aus dem KM-Basel. Die Sicht ist von der US-Kultur geprägt und die basler KuratorInnen ergänzen es mit eigenen Objekten und „queerer Sicht“ auf die Geschichte.

„Schwugo“ Milan Milanski blickt als Comedian auf die Ausstellung und führt humorvoll ein

Len Schaller, die Basler Kuratorin weiss über weibliche Signale auf Bildern sehr gut Bescheid. An der Führung vom 17.5.26, an der ich teilnahm, wies Dr. Rolf Thalmann (Schwulenarchiv) darauf hin, dass die Bezeichnung eines Bildes vom Monte Verità als „die erste gleichgeschlechtliche Hochzeitsszene“ im Katalog zu kurz greife. Es sei eher ein Bündnis zur Verbreitung der „klaristischen“ Weltanschauung.

„Die Entstehung neuer Identitäten – 1869-1939“ (Siehe auf der Seite weiter unten, links vor dem Titel «Sektionen der Ausstellung» > Saalbooklet, Ausstellungs-Broschüre als PDF!)

Mich störte an der „woken“ Führung, dass zwar von Listen der „warmen Brüder“ bei der Polizei (Original ausgestellt) die Rede war, dass es aber keine Listen von den „kalten Schwestern“ gegeben hat, wurde nicht erwähnt. Die unterschiedliche Verfolgung war kein Thema. Das war eben in den USA anders…

In erster Linie ist immer der homosexuelle Akt von Männern politisch-juristisch verfolgt worden. Damit waren alle Männer in Gefahr. (Siehe Kinseys Daten 1948!) Das änderte sich erst mit dem öffentlichen Auftreten von Personen.) Erst später kamen die „Identitäten“ wie „verweiblichte“ oder nicht maskuline Männer und Transvestiten. Die Homosexualität ist also an sich keine Identität, sondern ein Akt, den jedeR ausführen kann. Je nach dem mit Folgen für das daraus entstehende Verhalten oder sichtbarer Rolle, die sich herausbilden kann. Viele Männer haben homosexuelle Kontakte, bleiben sonst aber „unsichtbar“, indem sie wieder in die hetero Anonymität zurück treten.

Ich habe vom Autor John Rechy (Nacht in der Stadt, 1963, dt 1965 ) kürzlich gelernt, dass es für junge Schwule der 60er und 70er Jahre in den USA wichtig war, Geld zu nehmen, weil man damit nicht als schwul galt – vor sich und den anderen. So, wie nur aktiv penetrieren, in gewissen Kulturen den Hetero-Status „aufrecht erhält“.

Die „Kunst-NerdsInnen“, haben historisch-politische Ergänzungen nicht ans Publikum weitergegeben. Das ist aber heute ebenso wichtig wie woke koloniale Anmerkungen!

Niklaus Oberholzer, bürgerlicher Journalist und Jurist schrieb eine Kritk auf „journal.21“

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Über admin

*1950, Buchhändler, Schwulenaktivist, ARCADOS Archiv für schwule Studien
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