Mit ‘Tatsache des Lebens’ getaggte Artikel

von der Homophobie zum Anti-Homosex-ualismus

Mittwoch, 12. November 2014

Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von Unwissenheit und Homophobie. Doch heute stehen uns so viele Informationen über Sexualität zur Verfügung, dass keineR mehr Unwissenheit vorheucheln kann. Wir können übrigens auch nicht alles auf Homophobie (also Angst vor Homosexualität) zurückführen.

Die neuesten Aktionen „gegen die Homosexualität“ sind motiviert von aktivem Anti-Homosexualismus. Das heisst, dass wie beim Antisemitismus, die alten Argumente weniger wichtig sind als die Beweggründe! Es geht gegen die „Homo-Ehe“ und die „Rettung der Familie“. Mit anderen Worten: Es darf keine Alternative zur heterosexuellen Familie geben, weil diese ist heilig, nichts darf über ihr stehen!

Doch diese Ehe- oder Familienform ist relativ jung in der Geschichte. Sie ist auch stark geprägt von den Entwicklungsform des Kapitalismus. Sie passt sich auch immer wieder an, aus purer Notwendigkeit. Aber wo kommen wir hin, wenn die anderen Formen die gleichen Wünsche und Hoffnungen bieten wie die Tradition?

Ich bin der Meinung, dass die Homosexellen sich die Last der Tradition nicht auch noch aufbürden sollten. Die eingetragene Partnerschaft als gleichberechtigter Zivilstand sollte ausreichen! Mit ihr behalten wir auch die Selbstverantwortung und die Selbstgestaltung in unseren Händen! Die eP könnte man auch erweitern auf mehr als nur 2 Personen. Und statt hochtechnisierten Fortpflanzungsmethoden liessen sich Erweiterungsmöglichkeiten per Adoption oder „Einpartnerung“ finden.

Dass die BaZ ohne Kommentar der Redaktion einem Evangeliban als „Pfarrer“ eine ganze Spalte überlässt sagt auch etwas aus! Ich habe nichts gegen Leserbriefe und „Freie Meinungsäusserung“ in Blochers Print. Allerdings erwarte ich von einer Zeitungsredaktion, dass sie sich nicht hinter Schweigen versteckt, wenn sie Raum für „Altlasten“ über Homosexualität zur Verfügung stellt!

Und nochmals: Die alten Leiern sind gar nicht so wichtig. Wichtiger ist doch, dass sie wieder aufgewärmt an „seriösem Platz“ erscheinen dürfen…

Nebst den formalen Fehlern über die Jugendgruppe „Anyway“ finden sich in Reinhard Möllers Text Scheinargumente und Fehlinterpretationen nach dem Muster der „Taliban“. Die Meisten Vergewaltigungen finden wohl in der heiligen Ehe statt, ohne dass sie abgeschafft würde!

Schon Gisela Bleibtreu-Ehrenberg hat 1978 davor gewarnt, dass nach all der Emanzipation in Zukunft immer noch der „Kinderschutz“ für die Manipulation der Gesellschaft herhalten müsse!

Es bildete sich bald eine neue Derivation heraus (Homosexualität als stete Kindergefährdung), die das Fortbestehen der Ächtung ‘vernunftgemäss’ erscheinen liess.“ (Tabu Homosexualität 1978, S. 405/406)

Damit wird hartnäckig festgehalten, dass Homosexualität keine „natürlichen“ Wurzeln in der Kindheit und Jugend haben kann! (Die Diskussion wird mit „Pädophilie“ sehr schnell verhindert!)

Reinhard Möller missbraucht die Sexualinformationen über „Tatsachen des Lebens“ (Quentin Crisp) für die Forderung nach Öffnung von Schulen für die (seine) „jüdisch-christlichen“ GLAUBENS-Anliegen! Wahrscheinlich würde er sich sogar gegen jüdisch-moslemische Glaubens-Anliegen genauso wehren! (Aber dafür ist die BaZ-Redaktion wohl zu dumm, um das zu merken.)

Der Trick der Anti-Homosexualitäts-Prediger liegt in einer falschen Umkehr der Tatsache, dass nicht Mehrheiten diskriminiert werden, sondern Minderheiten. Als wenn sich Weisse beschweren müssten, sie würden von Schwarzen diskriminiert. Wenn Reinhard Möller sowas gedanklich nicht schafft, ist er ganz sicher nicht ein studierter Pfarrer! :P

Peter M. Linz, Vizepräsident der SVP Schwarzbubenland und Mitglied der AUNS, stösst – verständlicherweise – ins gleiche Horn! In dieser Partei wird die Mehrheit der Inländer auch von der Minderheit der Ausländer „diskriminiert“!

Er glaubt, „die Unfruchtbarkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen soll durch medizinisch unterstützte Fortpflanzung künstlich aufgehoben werden.“ Er vergisst dabei nur, dass die Techniken ausgerechnet für Heterosexuelle entwickelt worden sind, die von Natur aus unfruchtbar sind und glauben, ein „natürliches Recht“ auf Fruchtbarkeit und „eigene“ Kinder zu haben! Und in der Bundesverfassung übrigens sind alle Menschen gleichWERTIG ohne Bezug auf ihre Sexualität!

Es geht seit einiger Zeit für uns also nicht mehr darum, Unwissende, homophobe, oder störrische Gläubige aufzuklären, sondern darum, durchaus Wissende mit dem Missbrauch von falschen Argumenten zu ihren politischen Zwecken zu konfrontieren! Die verstorbene Schwulenbewegung kann nichts mehr tun. Obs die Junghomos merken?

Peter Thommen_64, Schwulenaktivist, Basel

P.S. Der ref. Kirchenrat des Kantons Basel-Stadt hat sich distanziert, desgleichen auch Pfr. Frank Lorenz von der Offenen Kirche!

Reaktionen sind erbeten auf  thommen@arcados.com

für Bibelforscher ;)

Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution

Mit anderen Worten gesagt:

Bernhard Pörksen: ”Na, ich glaube, man muss es schon ernst nehmen, aber weniger im Sinne der Medienmacher. Denn es geht ja darum, dass RussiaToday auf Deutsch ja eigentlich das Schüren von Medienverdrossenheit als journalistisches Programm verkauft. Und das ist ein durchaus hochinteressanter Versuch, weil hier – dahinter steht ja der Kreml – staatlich gelenkte Öffentlichkeit den Schulterschluss mit der Gegenöffentlichkeit, der Medienverdrossenen gegen Öffentlichkeit sucht. Also es ist die Inszenierung von Staatsöffentlichkeit als Gegenöffentlichkeit und die Entdeckung von aktueller Medienverdrossenheit als publizistische Marktlücke. Und das macht RT Deutsch, das ja sonst journalistisch wenigen Ansprüchen nur zu genügen vermag, durchaus dann interessant als Zeitindiz, als Symptom. ”(Deutschlandfunk)

Die Entdeckung von Unduldsamkeit gegenüber den Schwulen und der Verdrossenheit von Heteros als agitatorische Marktlücke! ;)

Nicht die Homosexualität ist schuldig geworden an den Nationalsozialisten, nicht die Homosexualität trägt die Schuld für den Missbrauch von Menschen. Es waren die Nationalsozialisten, die Homosexuelle für ihre Politik missbraucht haben, nach innen zum Gehorsam, nach aussen als Projektionsfläche für das gemeine Volk.

Es ist die Religion, die die Homosexualität für ihre Politik missbraucht – nach innen zum Gehorsam irgendwelchen Führern gegenüber. Nach aussen zur Projektion, um von den Machtverhältnissen abzulenken.

Denn Religion ist eine Ideologie, mit der Menschen geistig missbraucht werden können. Der sexuelle Bereich ist mit dabei. Drum wird quasi jetzt das Pferd von hinten (!) aufgezäumt.

Männerliebe war nie ein Problem, nur die Lust mit der Prostata. Amen

 

Junghomos leben in “Parallelwelten”!

Donnerstag, 14. März 2013

Viele Hetero- und Homosexuelle glauben, man könne “nur schnell ins Internet gehen”, um diese oder jene zu finden. Ausserdem bieten sich Menschen im Internet auch wie Waren an, was beim Kauf zu grossen Enttäuschungen und Missverständnissen führen kann.

Die meisten Hetero/as glauben auch, Homosexualität gehe nur “die paar Schwulen” etwas an, obwohl ihre hetero Männer mehr Homosexualität praktizieren als alle Schwulen unter sich! Dieser Eindruck hat sich bei mir nach 10 Jahren verfestigt.

Und die meisten Schwulen nehmen nicht zu Kenntnis, dass der grösste Teil der Darsteller in den Gaypornos gar nicht schwul ist. So viele Gays sind dafür gar nicht zu bekommen. Und es macht den Darstellern offensichtlich Spass… (auch schon bevor es Viagra gab!)

Es gibt Junghomos, die andere als “alte Säcke” bezeichnen und Angst haben. Wovor eigentlich? Vor deren Sexualleben? Dabei ist das Sexualleben der Alten das, was die Junghomos auch in ihrer Zukunft haben werden! Gut, es im Voraus zu wissen. Und jede Anmache kann man höflich oder doch bestimmt auch zurückweisen.

Menschen, die einem  ”nicht passen” werden im Internet einfach “blockiert”. Mit wem ein Junghomo nicht ficken kann/will, mit dem ist auch ein normales Gespräch nicht möglich. Aber zudringliche “alte Säcke” habe ich in meiner Jugend auch real “überlebt”. (Und heute gibt es auch zudringliche “junge Säcke” im Internet, die es auf Alte abgesehen haben. Dies sei auch erwähnt!)

Wenn ich vom “Internet” schreibe hier, dann denke ich an Kontaktplattformen, Foren und Chats. An den “schwulen Markt”, wie viele meinen. Und an die gay Pornos kommt mann auch kostenlos… Ich will aber auch von der Realität im Milieu und im Leben schreiben, von der viele Junghomos einfach nicht Kenntnis nehmen wollen. Dabei gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mitschwulen und dazu noch die “Boyschwulen” in der Zukunft… Doch eines nach dem andern.

Die Devise scheint zu sein: Wo keineR was sagt, wo nichts passiert, da ist ja auch keine Gefahr für die heimlich gelebte Homosexualität. Nach der Heterofamilien-Devise: Bei uns gibt es “sowas” nicht – und wir wollens auch nicht wissen. Schon in der “normalen” Gesellschaft gilt die bewusst gelebte Sexualität generell als “Anti-Kultur” und wird ins “private” Kämmerlein “zum spielen” verwiesen. Das geht ja Niemanden etwas an. Ich kann dem leider nicht zustimmen, denn ich muss in allen Medien über das Sexleben sehr vieler Heteros – ungewollt lesen und hören – ausser vielleicht auf der Börsenseite nicht!

Schon die Geschichte der Verfolgung von Homosexualität zeigt, wie öffentlich das ist und wie sehr sich Heteros dafür interessieren! Und selbstverständlich interessieren wir Schwulen uns auch für die Heterosexualität (?), denn noch selten sagt ein Schwuler zu Heten: “Interessiert mich denn das?” Umgekehrt dann schon eher!

Wir sind für die Gesellschaft nur interessant, wenn sie uns bestaunen, bestrafen oder uns diskriminieren kann. Ansonsten erwartet sie von uns eine “vorgelebte Asexualität” – von Kindsbeinen an. Früher nannten besonnene Männer sowas “Homophilie”. Interessanter-weise geht es dem verwandten Wort “Pädophilie” genau umgekehrt! Was als Begriff ohne Sexualität geschaffen wurde, wird gezielt “sexualisiert” und als Bezeichnung für sexuelle Übergriffe missbraucht. Im Strafgesetz finden sich aber ganz andere Begriffe – die keineR verwenden will. “Pädophilie” trifft gesellschaftspolitisch “besser”…

Nach gehäuften Morden an heimlichen Homosexuellen, die in den 60ern über Zeitungen an die Öffentlichkeit gelangten, kam in den 70er Jahren der Schritt von der “Homophilen-Organisation” zur Homosexuellen Arbeitsgruppe. Denn wer die Chance der damaligen Sexualstrafrechtsreform nutzen wollte, musste hart arbeiten und lobbyieren – auch öffentlich! (Schutzalter hetero: 16, homo: 20, von 1942-1992)

Auf dem Plakat, welches “homophobe Gewalt” thematisiert steht übrigens: “Was nicht gemeldet wird, ist nie geschehen. Und was nicht gemeldet wird, muss auch keineR zur Kenntnis nehmen. So einfach ist die Strategie des Heterrors.

Wenn ich darauf hinweise, dass Junghomos in Parallelwelten leben, dann meine ich auch, dass sie in einer Art “Anti-Realität” leben. Alles “Schöne, Gute, Liebe, Ehrliche und Treue” ist für sie reserviert und muss nur noch gefunden werden – im Internet. Der fiktiv Angebetete heisst “Mr.Right”. Dies hat eine religiöse Dimension – auch auf der “richtigen” Seite der Gesellschaftspolitik: Gewalt, Diskriminierung, Mobbing. Da braucht es weder Koran- noch Bibelverse dazu. Aber meistens dienen sie zur Rechtfertigung…

Aber das passiert Junghomos nicht – wenn sie nur genug “hetero-like” sind. Es heisst immer wieder auf Profilen: “Wer ficken will muss freundlich sein”. Ich sage aber, wer nicht mit Heteros “gesellschaftspolitisch ficken” will, muss freundlich sein und die eigene Anpassung perfektionieren. Aber ich kenne leider keinen Fall, bei dem sich die hetero Gesellschaft nachträglich als “dankbar” dafür erwiesen hätte…

Seltsamerweise erfahren wir aktuell nur übers Internet und schwule Medien über die Selbsttötungen schwuler Jugendlicher. Das passt nicht in die Vorstellungen von Heteros/as. Wie können Kinder schwul sein? Das können die noch gar nicht wissen, erhielt ich schon vor Jahren als Antwort auf dem Jugendamt, wo ich eine Studie über Jugendgewalt persönlich abgeholt hatte. Zurzeit ist das Thema in den USA aktuell. Nichts „wird besser“ – leider! Es nützt nichts, wenn “die Hoffnung zuletzt stirbt” – trotz ihr aber schon Dutzende sterben mussten.

Statt uns über irgendeine allgemeine Gewalt in der Gesellschaft – oder gar die von Migranten zu verbreiten, sollten wir uns erst mal über die eigene Gewaltgefährdung im Klaren werden. Wir können eben nur in theoretischen Überlegungen auf die Hilfe von Mitbürgern zählen. Denn so schnell sie uns diskriminieren können, so schnell verlässt sie der Mut, den man auch “Courage” nennt, einem Schwulen zu Hilfe zu eilen, weil jeder Hetero selber gefährdet ist, als Schwuchtel enttarnt zu werden. Ganz zu schweigen, dass Heteros auch in diesen falschen Verdacht kommen und quasi in ihrer eigenen Gewalt-Falle gefangen sind…

Dabei hat jede Art von Gewalt gegen Menschen etwas mit “Sexualität” zu tun. Nicht unbedingt mit den Genitalien, aber zumindest hat jedes Opfer ein Geschlecht und wird deswegen, oder gar damit geschädigt. Es gibt nicht nur “sexuelle Gewalt” (auch gegen Männer!), vielmehr gibt es auch “sexuell motivierte” Gewalt – auch ohne Einbezug von Genitalien (Penis wie Vagina!). Und weil die Genitalien da meist nicht direkt eingesetzt werden, wird das auch nur selten erkannt und benannt. Zudem ist es für Heteros/as “normal”, wenn sich Männer oder Jungs prügeln – aber nicht, wenn sie sich wixen oder küssen!

Ich bin bei einem wichtigen Punkt angelangt, der den Schlüssel zu vielen Problemen von Junghomos und Klemmschwestern bietet. Jeder Heimlichtuer wird gestresst dafür, dass er sich dauernd anpassen darf. Aber jeder gefährdet da auch andere Schwule mit. Dadurch, dass sich die einseitige öffentliche Wahrnehmung nur von Tunten und Schwuchteln für viele verstärkt – selbst auch für Homosexuelle. Daraus folgt die Homophobie, von vielen Schwulen sogar selber “verinnerlicht”. Die Gesellschaft kann durch angepasste Klemmschwestern niemals erfahren, wie viele Männer anderen Männern für Sex nachrennen und dass das alles mit Weiblichkeit sehr wenig zu tun hat.

Zudem fehlt damit den Junghomos auch ein “normales” Homo-Bild, mit dem sie sich, wie die Heteros, auch identifizieren könnten. Schwulsein bedeutet nicht, “so werden zu müssen” wie die, “die man eh schon sieht”. Schwulsein bietet auch eigene Entwürfe, auch ohne “hetero-like“-ness! Die ganze Vielfalt an schwulen Männern muss öffentlich sichtbar werden. Dann lernen vielleicht auch die Klemmschwestern, diese Vielfalt selbst zu akzeptieren. Denn nur derjenige, der weiss wer er selber ist, muss keine Angst haben, “so wie jener” zu werden. (P. Thommen)

Die Homosexuellen Arbeitsgruppen und die Schwulenbewegung insgesamt hat übrigens nicht nur gekämpft für die Homosexualität als Orientierung, sie hat auch gearbeitet dafür, dass alle Anderen auch mal schwul sein dürfen, oder auch nur Homosex praktizieren – ohne dafür bestraft zu werden. Die Dummis habens nur noch nicht gemerkt. Und wir Schwulen sind dann der Blitzableiter für ihre Gewissensbisse.

Und genau da drin sind auch Junghomos und Klemmschwestern verstrickt. Da ist auch der “heterosexuelle” Damm aufgebaut, gegen “das Aussterben der Menschheit” und gegen den “homosexuellen Missbrauch von Kindern”, wobei damit meistens Knaben gemeint sind, denn Mädchen und Frauen haben ja nix, womit sie einander oder die Männer missbrauchen könnten (?). (Drum blieben die homosexuellen Aktivitäten von Frauen weitgehend straffrei in vielen Kulturen.)

Und nach der heterosexuellen Logik sind “schwule” Kinder eh von homosexuellen Männern missbraucht worden und werden dann wiederum zu Tätern an anderen Kindern. Aber bei dieser feministischen, männer-zentrierten Missbrauchsideologie vergessen alle, dass wenigstens bei den hetero Männern, vorher sehr viele Frauen am Werk gewesen sein müssten. (Über einige davon gibt es auch Literatur, die man aber suchen muss.)

Wenn ich aus heterosexueller Sicht davon ausgehe, dass Frauen den Knaben nur die “richtige Sexualität” zeigen würden – und darauf lassen viele Leserbriefe auf entsprechende Meldungen in der Presse schliessen, warum fragt dann niemand, was Frauen den homosexuellen Knaben anzutun imstande sind? Der heterosexuelle Familienkomplex wird nie hinterfragt. So wie Mütter über die sexuelle Orientierung der meisten schwulen Söhne einfach hinwegsehen, in der Hoffnung, “das vergehe” schon wieder.

Da wurde über Tiziano Ferros coming out berichtet. Die liebende Mutter wurde erwähnt, die “endlich froh” gewesen wäre, “ihn nicht mehr leiden sehen zu müssen”. Bei sowas krieg ich die Wut in den Hals! Warum hat denn die “liebende Mutter” nur zugesehen und ist nicht wie eine sprichwörtliche Wölfin mit ihrem Sohn den notwendigen Weg “hinaus” gegangen? Ach, er hat halt für seine Mutter gelitten? Einen grösseren Schwachsinn kann ich mir gar nicht mehr vorstellen!

Ich habe nun versucht, die wichtigsten Zusammenhänge aufzuzeigen, die ich verantwortlich dafür mache, dass nachrückende Generationen von Schwulen – also die Junghomos – den öffentlichen Raum immer weniger selbstbewusst und solidarisch betreten und in ihm leben – als Schwule verschiedenster Ausprägung, ja auch als Tunten – oder von mir aus auch als “Queers”. Es ist üblich geworden, der Schwulendiskussion auszuweichen, indem das Wort Queer verwendet wird. oder Abkürzungs-Monster wie LGBT*Q… Das ist cooler. Aber wem nützt das?

Den fast ausschliesslich “sichtbaren” Tunten nicht. Und auch den unsichtbaren Klemmschwestern nicht. Dieser öffentliche Raum und die offenen/öffentlichen Diskussionen mit den Heteros müssen wieder erobert und belebt werden. Das geht über die nächsten Verwandten und Bekannten hinaus, die “eh schon tolerant” sind. Denn sonst hinterlassen diese “stummen” Räume Gewaltbetroffene oder sogar Tote! Jeder ist zuviel!

Der Überfall mit Baseballschlägern vom 5. Januar 2012 am Stachelrain/Solitude ist von der Polizei auch nicht als Gewalt gegen einen Schwulen kommuniziert worden, obwohl ihr bekannt sein muss, dass dort ein Schwulentreffpunkt ist. Hätte aber ein einzelner Jugendlicher da einen Schwulen zum wixen getroffen, wäre das Urteil sehr leicht gefallen…

Wir sollten auch zur Kenntnis nehmen, dass in allen „Räumen“ – und besonders in „immer mehr Frauenräumen“, wie das am Frauentag 2013 verlangt worden ist, kein Platz für Homosexualität – schon gar nicht von heterosexuellen Männern ist! (Man lese das bitte zweimal laut!)

Es gibt nachgerade EINE öffentliche Schwulenbar in Basel – und erst noch in einem hetero Puff. Die Parties finden in hetero Locations statt und diese Stadt hat schon sehr lange keine Schwulendemo mehr gesehen. Ganz zu schweigen von Schwulen, die an öffentlichen Diskussionen teilnehmen würden. Gut. Die öffentlichen Sex-Diskussionen drehen sich auch meist um den “Missbrauch” von Kindern. Und da fühlen sich – trotz den erwähnten Selbsttötungen – natürlich Junghomos und Klemmschwestern nicht davon betroffen.

Ich fürchte darum, dass irgendwann irgendwelche Klemm-Heteros vor dem L39 auftauchen werden – trotz dem Bordell im übrigen Haus. Dass sie vor den Clubs auf schwule Partygäste warten werden…

1985 fand ich in einer italienischen Modezeitschrift diese beiden…

Dies alles, weil Schwule immer mehr abtauchen und aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden – oder nur noch als”herzige Pärchen” in einträchtiger, äh eingetragener Partnerschaft, in Erinnerung bleiben. Wollen wir das?

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel  (thommen(at)arcados.com)

Kommentare sind willkommen und werden auch anonym publiziert!

Thommen: Der ewige Abgesang auf die Szene, (dazu siehe auch Henschel, über Veränderungen in der Szene)

Thommen, schwules Leben in der  Stadt, 1977-97

Rückblick auf die Szenen-Entwicklungen des letzten Jahrhunderts: Verpass keine Party!

Gästebuch Th’Senf

Glaube und Vernunft

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der Mensch ist weitgehend ein „Glaubenstier“ und nur schwer zur Vernunft zu bringen. Dies zeigt die Geschichte der Zivilisationen ganz eindrücklich. Übrigens auch die Geschichte der Finanzwirtschaft und des Geldes. Nicht umsonst wurde letzteres im Rahmen von religiösen Riten, Tempeln und Führern entwickelt.

Wir sollten uns mehr darüber bewusst werden, dass wir nicht nur eine eigene und individuelle Kindheit haben. Auch die Zivilisationen und Kulturen haben eine Kindheit (gehabt). Wer nicht an ein Leben in einem stillstehenden Kreis glaubt, sollte annehmen, dass wir sowohl als Individuen, als auch als Gruppen die jeweiligen „Kindheiten“ verlassen und selbstverantwortlich werden.

Leider zeigt sich dasselbe Problem auch in der Sexualität. Hier frauscht und schwult der Glaube an irgendetwas Romantisches noch viel mehr! Nicht umsonst ist der mentale Missbrauch durch die religiöse Ideologie die Voraussetzung für sexuelle Übergriffe jeglicher Art, nicht nur bei Kindern. Und im Bereich der Sexualität ist zusätzlich der mentale Missbrauch durch die romantische Liebe (erst seit dem 18. Jh. sich verbreitendes Ideal!) die Voraussetzung für überhöhte Erwartungen an eine Zweierbeziehung.

Es gibt in der Bibel hunderte von Vorschriften über alles Mögliche, an welche heute niemand mehr glaubt. Einfach weil die Erfahrung und Vernunft anderes gelehrt haben! Im Zusammenhang von Männerbeziehungen will ich das Beispiel anführen, das immer „vergessen“ wird:

Die Liebe zwischen David und Jonathan* (1. Sam. 19.1 – 1. Sam. 14.42 – hier wird sie gegründet) Es steht nirgendwo was von sexueller Vereinigung. Aber immerhin wird diese Liebe klar abgegrenzt zur „Frauenliebe“, die sonst nie so benannt wird.

„Es ist mir Leid um dich, mein Bruder Jonathan: ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist.“ (2. Samuel 1.26)

Es ist historisch-kulturell eine Tatsache, dass orientalische Männer andere Männer lieben und mit Frauen Sex haben. Das eine schliesst das andere nicht aus. Und daraus erklärt sich auch, warum wir männliche Götter überliefert bekamen. Und es passt dazu, dass Frauen in diesen Religionen eine untergeordnete Rolle spielen. Daher kommt die strikte Geschlechtertrennung und deren unterschiedliche Bewertung – bis heute. In Gesellschaften mit strikter Geschlechtertrennung hat diese Liebe unter Männern am ehesten ihren Platz, weil sie nicht – wie bei uns heute – von der heterosexuellen Beziehung völlig dominiert wird!

Heute Morgen hörte ich im Deutschlandfunk interessante Interviews und Diskussionen zum Verfassungsgerichtsbeschluss über die Adoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Als besonderer Eiferer dagegen hat sich schon immer Norbert Geis (CSU) exponiert. Er beschwor die „natürliche Familie“ von Mann und Frau, die nicht vergleichbar wäre mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren…

Gerade anschliessend folgte ein Interview mit der FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Darin wurde kritisiert, dass die Hilfe für Opfer sexueller Übergriffe in der heterosexuellen Familie seit über zwei Jahren darauf warten, Entschädigung und Hilfe vom Staat zu bekommen. Verjährungsfristen sollen verlängert werden und es soll ein Fonds mit 100 Millionen €uro für Therapiekosten eingerichtet werden…

Da frage ich mich ernsthaft wie man/frau mental so gespalten sein kann, um beides nicht in einen Zusammenhang zu bringen. Heterosexualität und Glaube machen anscheinend schizophren!

Klar dürfte sein, dass Geis den Balken im eigenen Auge nicht sieht, aber dafür die Splitter bei den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften!

Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und siehe dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! (Lukas 6.42)

Klar dürfte auch sein, warum Christoph Darbellay (CVP) dazu sagte  „Nur weil etwas existiert, heisst das noch lange nicht, dass es legalisiert werden muss.“

Wenn homosexuelle Kinder von Heterosexuellen adoptiert werden dürfen, dann sollten auch Gleichgeschlechtliche Paare heterosexuelle Kinder adoptieren dürfen. 

Ich ziehe die Vernunft dem Glauben weitgehend vor. Aber es wird weiterhin viele Leute geben, die das was sie nicht wissen (können/wollen), einfach mit dem Glauben füllen. Wie sie es als Kind gelernt haben. Und auch als Erwachsener kann man immer noch „Gottes Kind“ sein! Amen.

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel

 

* Es gibt hier ein noch älteres Beispiel als in der Bibel!

Öffentliche Heucheleien über Sex zwi- schen Männern!

Samstag, 26. Januar 2013

Den Schwulen entgleitet die öffentliche Selbstdarstellung und Diskussion immer mehr! Und die homo- und heterosexuellen Männer sind nur daran interessiert, ihre Bedürfnisse ungestört – wenn auch heimlich leben zu können.

Dass aber immer mehr Frauen den öffentlichen Diskurs über die Sexualität zwischen Männern befrauschen ist für mich als Schwulen unakzeptabel! Ich würde mir nicht anmassen, über die Sexualität von Frauen, oder zwischen Frauen öffentlich zu mutmassen, oder diese gar öffentlich zu definieren.

Nichtsdestotrotz verfügen Frauen nicht nur über die Sexualität und Orientierung ihrer Söhne, indem sie wegschauen und ignorieren, wenn diese sich nicht an Frauen ausrichtet, sie befrauschen auch ihre Ehemänner und die Schwulen mit ihrer Moral. Die öffentliche Moral ist tendenziell eine weibliche und das Patriarchat steht letztlich auf dem Matriarchat. Das ist aus diversen kulturhistorischen Berichten erkennbar. Aber auch in den Jugendbüchern von AutorINNEN für homosexuelle Knaben und junge Männer. Der Penis fehlt auffällig in den erwähnten Texten! Frauen stellen sich schwule Kinder und Jugendliche sowohl ohne Penis, als auch ohne sexuelle Betätigung damit vor! Oder haben eben gerade überhaupt keine Vorstellung davon!

Dazu passt die Ignoranz in den öffentlichen Medien über die gehäuften Selbstmorde und Mobbingerlebnisse von schwulen Kindern und Jugendlichen in den USA. Denn das passt nicht in den „pädophilen“, hetera-politisch-korrekten Blick. (Sophinette Becker über Pädophilie)

Frau kann sich nicht vorstellen, was sie damit bei schwulen Kindern und Jugendlichen mit feministisch-politischer Korrektheit anrichtet. Männer sind potenzielle Missbraucher und Vergewaltiger und des Knaben Lustobjekt ist ein verdammenswertes Glied! Und mit sowas sollen sich die jungen Schwulen identifizieren? Und wir sollen glauben, dass Mütter es „doch immer nur gut mit uns meinen“!?

Viele Frauen und Lesben ignorieren vorwiegend die historisch unterschiedliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Sie sehen Knaben als gefährdete „Mädchen“ und glauben, diese ebenso vor Penissen und Männern „schützen“ zu müssen. Keine der Anklägerinnen von sexuellem Missbrauch hat sich bis heute für eine wirksame Prävention eingesetzt. Weder bei Mädchen, noch bei Knaben! Denn dann müssten sie sich mit deren Sexualität auseinandersetzen, wie das schon Sigmund Freud versucht hatte. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Politik dazu dient, die Machtverhältnisse zu ändern, aber nicht auf Gleichwertigkeit, sondern auf Umkehr derselben hin.

Ich muss feststellen, dass 20 Jahre verplempert wurden, um Jugendlichen keine Selbstbestimmung und Verhandlungsfähigkeit in der Sexualität beizubringen. Das wollte wohl auch keineR!

Das zeigt sich schon daran, dass nicht mehr der Nachweis einer Handlung oder Tat wichtig ist, sondern allein schon der Verdacht auf sexuellen Missbrauch genügt, um sogenannte „Täter für immer wegzusperren“ Dass dabei „irrtümlich“ auch einige Existenzen zu Grunde gehen, wird als „Kollateralschaden“ achselzuckend hingenommen. Was Männer mit Waffen anrichten, richten Frauen also mit der Sexualität an…

Was an heterosexuellem Missbrauch an Schwulen und den homosexuellen Bedürfnissen von Männern, von Kindheit bis in die Ehen angerichtet wird, ist kein Thema. Dass es „pädophile“ Frauen und Täterinnen gibt, ist politisch-feministisch inkorrekt und wird tabuisiert. Dabei wird verhindert, dass das heterosexuelle System angegriffen wird, das sowohl Frauen als auch Männern die „TäterInnen“-Schaft und die Opfer-Innen-Schaft ermöglicht. Und damit eine Politik der gegenseitigen Destruktion und des heterosexuellen Spiels/Krieges um Macht und Einfluss in Familie und Gesellschaft.

Mein Zorn entzündet sich an der Interpretation der männlichen Prostitution durch Frauen und zum anderen an der Interpretation von HomoSEXualität durch bisexuelle und hetera Frauen.

Als Schwuler kann ich nur staunend zuschauen, wie arme junge und heterosexuelle Männer aus Osteuropa mittels Homosexualität Geld bei heterosexuell lebenden Männern verdienen, die Freundinnen, Ehefrau und Familie haben. Politisch korrekt: Diese (schwulen, hetero lebenden) Männer beuten, diese (hetero) Jungen aus. KeineR fragt sich, was da unmittelbar mit der Homosexualität als solches geschieht. Die Homosexualität wird von heterosexuellen Männern ökonomisch ausgebeutet. Aber hinter diesen Männern stehen einerseits auch junge Frauen, die vom Einkommen der Callboys profitieren und andererseits die Ehefrauen, die davon überzeugt sind, dass Männer ihre sexuellen Bedürfnisse grundsätzlich nur auf Frauen richten können – oder auf andere Fachfrauen des Rotlichtgewerbes. Dass die Callboys (aktiv und passiv) wohl einen anderen Service anbieten, den Frauen nicht liefern können, fragt sich keineR! Auch nicht woher es kommt, dass verheiratete und hetero lebende Männer ihre natürlichen homosexuellen Bedürfnisse in Ghettos entsorgen müssen – nur nicht daheim in der Familie!

Die ganzheitlichere Sexualität dieser Männer ist eine Gefahr für die Frauen und ihre Kinder, Jugendlichen und Freunde und Ehemänner. (Das Vorurteil in der Schlagzeile: „schwule Prostitution“) Für viele Frauen ist klar, dass Männer weibliche Bedürfnisse „niemals völlig“ befriedigen können. Aber dass Frauen ebenfalls die Lust der Männer niemals völlig befriedigen können, steht ausserhalb von allem für sie Denkbaren.

Auch in der Schwulenpolitik ist eine zunehmend schärfer werdende Heuchelei feststellbar. Einerseits geht es darum, gegenüber Heterosexuellen, Frauen und Männern zu beteuern: „Es geht um Liebe“ bei der Homosexualität. Davon zeugt auch, dass im Text des Gesetzes über die Eingetragene Partnerschaft das Wort Sex völlig fehlt! Wie der Penis im Kinder- und Jugendbuch.

Andererseits wird in der Prävention nur die Praktik der analen Penetration thematisiert, als wenn Männer und Schwule so blöd wären, immer nur zu ficken. Männer müssen weder ficken noch gefickt werden, sie dürfen. Das ist mit Frauen ganz anders…

Einerseits finden wir im Kinder- und Jugendbuchbereich vor allem Liebe, Schmusen, knuddeln und umarmen vor. Andererseits wird Jungs klar gemacht, dass Masturbation kein richtiger Sex ist und dass sie sich beim Fickenlassen gefährden, missbraucht zu werden – wie die Mädchen, die sie ja selber auch missbrauchen könnten. Von Eigenkompetenz, oder gar eigenen Wünschen kann keine Rede sein…

(1)

So wie das homosexuelle Begehren existiert, existiert neben der Pädophilie auch die Gerontophilie. Aber die „gibt es politisch-korrekt nicht“. Mir fehlen da gewisse Begriffe, für eine angebliche Ausgewogenheit, die ich nicht erkennen kann. Es gibt nicht nur Männer, die herrschen, sondern auch Frauen, die frauschen.

Und es gibt neben der Penetranz auch die Vaginanz. Und tragischerweise sind Frauen nicht am Penis, sondern am Phallos interessiert. Aber Männer zwar an der Vagina, aber nicht an der Venus! So verstehe ich Ganzheitlichkeit. Nicht nur einen fragmentierenden Heterror, der sich auch im Feminismus wiederfindet!  Napoléons Strafgesetz hiess: “Code Pénal” – einen Code Vaginal gibt es nicht.  Aber immerhin hat er die männliche Homosexualität in seinem europäischen Regierungsbereich entkriminalisiert.

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel

 

Zu Emckes Buch ein ausführlicherer Text auf arcados.ch

(1)  Ich finde es tragisch, dass Carolin Emcke (in ihrem Buch „Wie wir begehren“, S.Fischer 2012) zwar formuliert, dass lesbisches Begehren NICHT kein Begehren sei, sondern – neben der vaginalen Bereitschaft gegenüber dem Mann – überhaupt ein weibliches Begehren, das nicht sichtbar (gemacht) wird, aber dass sie das homosexuelle Begehren bei Männern nicht auch entsprechend einordnen kann. In ihren Auslassungen über männliche Homosexualität ist weder von Analverkehr, noch von der Prostata die Rede. Besonders wichtig, wenn sie über Diskriminierung bei Arabern im Gazastreifen schreibt. * Doch beides gehört nun mal zum medizinischen Verständnis und zur kulturellen Einordnung! Tabuisieren und totschweigen ist Heuchelei!

Es gibt Knaben, die haben NICHT kein Begehren, sondern eben ein Begehren nach Männern, auch neben der Bereitschaft für Frauen! Aber das ist für Frau Emcke wiederum so unwichtig, wie ihr lesbisches Begehren es für die Heterosexualität ist. Und es gibt nicht nur Männer, die Knaben missbrauchen, sondern auch Knaben, die Männer ficken wollen! Doch das trauen sich viele Schwule nicht öffentlich auszusprechen! Damit nimmt man/Frau uns aber einfach einen Teil unserer sexuellen Biografie weg! Entsorgt in der Schublade „Missbrauch“!

*) Interessanterweise finde ich auf der hp von Emcke dann ein Video mit Diskussionsfetzen über Analverkehr. Und der jüdische Glaubensvertreter erzählt sinnigerweise, dass Mann und Frau im Bett zu Dritt – nämlich mit Gott seien… (> Streitraum: Religion und Sexualität)   Dass da der Schwule (schwule Sex) in die Quere kommt, lässt sich zwingend daraus folgern!

Carolin Emcke: Wie wir begehren, S.Fischer 2012

Interview mit Emcke in SRF, Reflexe 3.4.12 30′

Wer sich darüber aufregt, dass Jungs gerne mit Männern ficken würden, der/die sollte sich mal fragen, wozu denn Jungs und Mädchen im Teeniealter schon miteinander die Fortpflanzung üben sollen, denn sie machen ja auch „erwachsene“ Sexualität, die „ihnen nicht entspricht“. Kinder waren nie dazu da, Kinder zu machen! Es ist egal ob Kinder miteinander ficken. Oder Erwachsene. Es sollte möglichst politisch korrekt sein. Aber das Machtgefälle lässt sich eben nur innerhalb des eigenen Geschlechtes relativieren oder umkehren und ausserhalb heterosexueller Normen! Das versucht auch Emcke zu schreiben, aber sie benennt es nicht!  ;)

Zum Thema Mütter:

Mütter und Homosexualität, eine lustige Kolumne

Über eine “feministisch korrigierte” Studie in Südafrika, betreffend sexuell motivierte Gewalt

Braun:  Ein aufschlussreiches Interview mit einer Mutter (PDF)

Alexander Markus Homes: Von der Mutter missbraucht. Frauen und die sexuelle Lust am Kind, 2005, 458 S. (nicht zu verwechseln mit der US-Schriftstellerin A.M. Homes!)

- Prügel vom lieben Gott. Eine Heimbiografie, 141 S. NA 2012,  ISBN 978-3-86569-023-4

NDR: Von der Mutter missbraucht, Beitrag 45 min.

Louis Schützenhöfer: In aller Liebe. Wie Mütter ihre Kinder unglücklich machen, Ueberreuter 2004, 176 S.

Christiane Olivier: Jokastes Kinder. Die Psyche der Frau im Schatten der Mutter, Claassen 1987, Paris 1980 (später TB bei dtv, sh. PDF Inhaltsverzeichnis)

Renate Juras: 41 und 14, edition a, 2011

der “schwulentest” zum neuen jahr

Montag, 31. Dezember 2012

Nein, ich will nicht mit Fragen Eure Zeit verbrauchen! Ich habe hier einige interessante Reaktionen auf Testresultate gesammelt. Der eine oder andere wird sich darin wiederfinden!

50 %  was mache ich mit dem Rest von mir? will ihn jemand haben?

40% ! Aber immerhin: Ein bisschen Bi schadet nie!

ich habs schon länger geahnt, ich bin 95% schwul! also nicht mehr wirklich bi….

Überraschende 60%  -  Hehe, 60% gar nicht so abwegig :-)

huch 100 % – das dachte ich jetzt nicht  ;)

Huch – 90%! Wenn das meine Frau sieht *lach*

Ich bin auf  75 % gekommen. Trifft genau den Kern für mich als Hetero mit Neigung zum eigenen Geschlecht!

Hi – also ich bin 60%, aber wenn ich einen Schwanz im Mund habe kommt es mir doch deutlich mehr vor????!!!!

Bei mir lautete das Ergebnis 30 %. Kann aber nicht stimmen. Fühle mich 100 % schwul – und das schon sehr lange.

Sind doch 70% geworden ;)

also ich habe 45 % und bin schwul, jedoch lebe ich ganz normal, bin keine Tunte und nichts. Ich denke daher “nur so wenig?“, auch wenn ich schwul bin. Der Test passt halt eher zur rosaroten Tucke :- p

hi – bei mir sind es 25%…………na ja…..

Gratuliere, ist ja echt toll, du und ich in einem Zimmer mit/in nur einem Bett, wow das ergibt 100% Schwulität! Frag jetzt aber ja nicht, mit welchem Ergebnis ich aus dem Test kam!

Ich soll nur 20% sein. Aber wenn ich einen Schwanz lutsche, den aber zu 100%

Nach dem Test 55%. Was dann der Rest? Homo-asexuell wohl

Bin enttäuscht, nur 75%

40 % aber bei bi ist das kein Problem

Ich habe Glück gehabt 60%

Nach 2,5 Monaten den nächsten Versuch gemacht. Es bleibt bei 40 %.

Ich hab’s mir doch gedacht, der Test ergab 95% ! Geil….

Hab den Test noch mal gemacht, komme jetzt auf 90%! Also doch langsam eher schwul als bi?

70 %, schau schau

Ich bin gerade mal auf 55 % gekommen und das obwohl ich stockschwul bin!

Toll, 50%! Und jetz? :-D

85% – Oh… – ich hätte eher gedacht so um die 70%…

bei mir kamen 40 % raus als bi Typ perfekt

10%… bin ich krank?? :-)

60%… so habe ich’s erwartet.. :)

70 % und das ist gut so

85%  Bin Hetero ohne Berührungsängste zu Männern  (Masseur)

wie nicht anders erwartet: 100 %

Haha!  100% und das, obwohl ich bi bin.

funny test! Habt ihr mehr davon?

habs nur auf 25% gebracht, na ja reicht ja auch.

40 %. Bin aber in Wirklichkeit zu 95 % schwul. Man sieht halt, wie unsinnig Klischees sind.

Liege bei 85% mann, war mir gar nicht bewusst ;-) Ist aber schon etwas neurologisch auffällig der test

bei mir sind es 50% also passt es ganz gut, denn ein bisschen Bi schadet ja nie

So ein “Schwulentest” ist das letzte, was mann sich antun kann, im doppelten Wortsinne! Es tun ja hier oft Männer so, als ob das alles keine Bedeutung hätte und jeder so tun könne, wie ihm beliebt, aber einigen scheint die Versicherung der eigenen Einschätzung doch wichtig zu sein! Wer sich ernsthaft mit dem Thema befasst, der sollte sich klar sein, dass homosexuelle Lust, sexuelle Orientierung und Lebensweise nicht miteinander übereinstimmen müssen!

Diese Widersprüche zeigen sich vor allem an den Kommentaren. Weder können Männer und Frauen so locker mit ihren Sexualbedürfnissen umgehen, wie Schwule unter sich, ich meine jetzt diejenigen Homosexuellen, die nicht immer nur mit dem Schwanz oder dem Arsch dabei sind, noch können Männer aus einer/m heterosexuell bestimmten Welt oder Leben so locker mit Männerkontakten umgehen wie ein Masseur (85 % hetero), der aus beruflichen Gründen wohl seine Homophobie verloren hat.

Zwar sind nicht mehr alle Homosexuellen und Schwulen in einem Ghetto eingesperrt, aber die Homosexualität an sich ist für viele Männer ein Ghetto, oder ist eben für Heteros/as so bedrohlich, dass sie hartnäckig ghettoisiert wird und nicht an jeder Ecke zu finden ist, wie die Kleidershops für Frauen…

Ein italienischer (die haben’s erfunden!) Schwuler schrieb dazu einmal sinngemäss: Wer ist denn im Ghetto? Homosexuelle (ich meine jetzt diejenigen, die nicht “auf Frau machen”) können sich ziemlich locker bei den Heterosexuellen und mit Frauen zusammen bewegen, ohne dass sie dafür diskriminiert werden.

Heteros hingegen können sich nicht so einfach in das Ghetto hinein begeben, das sie selbst dauernd verursachen (!), ohne “in irgendeinen Verdacht” zu kommen. Und die meisten Heteros/as kapieren gar nicht, dass sie selbst letztlich die Ursache von dem allem sind. Es gibt allerdings immer wieder “Normale”, die sich darüber wundern, wie leicht und angenehm man sich in dem vorher gefürchteten Ghetto bewegen kann, wenn man alle die heterosexuellen Ängste vergisst. Und sehr viele homosexuelle Männer erleben das sogar auch so…

Giovanni dall’Orto, so heisst dieser schlaue Mann und am Schluss seiner Überlegungen steht die sehr wichtige Frage: “Wer ist denn hier in einem Ghetto?” Derjenige, der immer wieder raus und rein kann, oder derjenige, der sich nicht wagt, seines zu verlassen? Unter anderem bildet das Internet für diese Angsthasen eben oft das einzige Türchen, durch das sie schlüpfen können! ;)

Im Weiteren hatte das jüdische Ghetto (das in Italien ausgeprägt war) immer zwei Schlüssel für die Tore bereit. Einmal um die Christen auszuschliessen und einmal für die Christen, um die Juden einzuschliessen, oder eben auszuschliessen aus dem eigenen christlichen, das nicht als Ghetto begriffen wurde.

Und wer mir folgen kann, wird den Satz “Ein bisschen bi schadet nie” vielleicht mit anderen Augen lesen. Denn in dem Wort bi ist sowohl das Ghetto der Heterosexuellen angedeutet, aber auch das Wort homosexuell, aber unsichtbar, eingeschlossen. Logischerweise sollte es heissen: Ein bisschen gay macht fray – oder so ähnlich! ;)

Dieser bi-Satz ist so typisch “schwul”, dass er mir wie eine Pirouette im Ballett, oder ein gedrechselter Handgriff an der Kellertreppe vorkommt, mit dem mann sich dem Fallbeil der Diskriminierung zu entwinden sucht. Ziemlich stümperhaft, wie ich finde und eines “richtigen” Mannes unwürdig, der sich grossmäulig sonst so seine Freiheiten bei Frauen nimmt…

Ich möchte diejenigen trösten, die von ihren Prozentzahlen enttäuscht waren: Egal welche Zahl sich ergibt, Homosexualität steht allen Männern zu und nicht wenige Schwule pflanzen sich mit Frauen fort…

Peter Thommen_62, Schwulenaktivist, Basel

2 doctors 78

Mütter sind be-rechnend, USA 1978

P.S. Ein witziger Text über das Schwulsein in der Familie

«Brokeback Mountain» als “biblischer” Sündenfall

Montag, 27. Februar 2012

Viele haben den Film gesehen und wurden darin bestätigt, dass Liebe und Sex zwischen Männern sehr schön sein kann, dass sie aber in unserer Kultur keine Chance, respektive keinen Platz hat…

Doch in dem Film wird nicht nur die Sexualität überspielt, der Regisseur Ang Lee spielte auch mit den Urkonflikten aus der Bibel. Dies gesehen und beschrieben hat Kathrin Geyh, eine junge Filmemacherin. Studium der Kommunikationswissenschaften und Arbeit bei Amalia-Film.de

(hier der ganze Text auf   arcados.ch)

Siehe auch: Thommen, hallo “bisexueller” Boy! 

Zeitgeist und Homosexualität

Donnerstag, 23. Februar 2012

Die meisten “Normalen”, Homosexuellen und Schwulen glauben selbst, dass es nur wenige davon gäbe. Dabei hängt Homosexualität überhaupt nicht von der entsprechenden sexuellen Hauptorientierung ab. Es wird wohl mehr Homosex zwischen Männern gemacht, als nur unter Schwulen.

Die meisten vergessen auch, dass es soviele homosexuelle Männer für die ganze Pornoproduktion gar nicht gibt. Es sind zum grossen Teil heterosexuell orientierte, die das nebenbei und nicht nur fürs Geld machen…

Daher gehe ich davon aus, dass es weit mehr “Betroffene” gibt, als wir wahrhaben wollen. Aber das hatte schon Kinsey in den 40er Jahren des 20. Jh. festgestellt. Es können nur mehr geworden sein! ;)

Wir haben es erlebt, dass der Faschismus der 30er Jahre die Homosexualität vereinnahmt hatte, so sehr, dass es um Leben und Tod ging, sowohl in der Ideologie der Faschisten, als auch in der Lebensrealität der Betroffenen. Damals wusste man einfach zu wenig darüber.

Heute haben wir die Chance, die Homosexualität nicht nur verdeckt, oder im Geheimen zu leben, wie es die meisten Nicht-Orientierten bis heute tun müssen, sondern sie für ALLE Männer individuell zu integrieren. Verpassen wir diese Chance im neuen Jahrhundert, kann es nur wieder in einer Katastrophe enden!  Schon heute ist wieder sehr viel Körperlichkeit unter Männern in Form von Gewalt wiederzufinden…

Der Artikel unten als PDF, geschrieben für die Zeitschrift LUST  Winter 2011/12

Zeitgeist Homosexualität, 2011  PDF (1 MB)

Verklemmte HETEROS: “An alle, die meinen, dass es “cool” wäre, mit der Hose unterm Hintern durch die Gegend zu laufen – hier mal eine kurze Erklärung:
Dieser Trend entstand in den Gefängnissen der USA. Gefangene, die Sex mit anderen Mithäftlingen haben wollten, benötigten ein Zeichen, mit dem sie dies zeigen konnten, ohne dass die Wärter etwas davon bemerkten, und ohne dass es irgendwelche Konsequenzen haben konnte. Durch das teilweise Zeigen des Hinterns wurde signalisiert, dass dieser Häftling für das “Eindringen” durch andere zur Verfügung steht.”

Ein sieht das schon lange so, ohne in einem Gefängnis gewesen zu sein! :P

Homosexualität und Islam zum Karfreitag

Freitag, 22. April 2011

Wir sind immer wieder erstaunt darüber, wie homophob und schwulenfeindlich sich der Islam gebärdet. Ich habe hier einen Text gefunden, der dieser Feindschaft völlig abhold (fern) ist. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass jede Religion ihre verschiedensten Ausprägungen hat. Wir kennen das im Abendland beim Katholizismus und der Reformation.

Interessant am untenstehenden Text, aus einer Homosexuellen-Zeitschrift der 60er Jahre, ist allerdings der umgekehrte Blick auf die abendländische Behandlung dieser Minderheit aus der Sicht eines arabischen Gläubigen. Solange natürlich auch damals nicht öffentlich diskutiert wurde, konnte jeder machen, was ihm lieb war. Widersprüche werden ja erst durch Medien und öffentliche Diskussionen sichtbar. Ich empfehle den Text zum Nachdenken über die Schwulenverfolgung und zur Diskussion mit Islamgläubigen!

Peter Thommen

“Einseitige materialistische Anschauungen, die zu doktrinären Ideen geworden sind, wollen nicht nur die Wirtschaft der Völker nach ausgeklügelten Plänen lenken (kommunistischer 5-Jahresplan, PT), sondern das Leben jedes einzelnen Menschen sogar bestimmen und dirigieren. Nach bestimmten fanatischen Vorstellungen wie der Mensch sein sollte, wird erzogen und geformt, ohne die wirkliche Natur des Individuums zu berücksichtigen. Da ist nichts mehr zu spüren von Ehrfurcht vor der Schöpfung eines allmächtigen Gottes, der so viele geheimnisvolle und für den menschlichen Verstand oft nicht zu begreifende Dinge schuf. Da gibt es Personen, die im Verkennen der Tatsachen alles vereinheitlichen wollen, die in einem oft sadistischen Eifer keine Form der Toleranz dulden und die Welt nach ihren Vorstellungen umkrempeln möchten. Vielleicht wollen sie alle Menschen nach ihrem Ebenbild formen?

Fast scheint es so. Wenn aber der Glaube an Gott vorhanden ist und an sein Werk, mit dem er ja zufrieden war, so müssten eigentlich die Gläubigen schon aus der Religion heraus eine beachtliche Toleranz aufbringen. Nichtgläubige müssten tolerant sein durch die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft.

Wenn ich aber immer wieder die Berichte lese über die Haltung gegenüber Minderheiten in Europa, so muss ich jedoch sagen, dass diese das Spiegelbild einer Intoleranz sind, die zum Himmel schreit. Recht seltsam erscheint mir nur, dass Hass und Verfolgung gegen Menschen, die lediglich eine andere sexuelle Veranlagung haben, in solchen Ländern geschehen kann, die sich zivilisiert und kultiviert nennen, die den Anspruch erheben, die beste Religion zu haben, eine Religion der Liebe, der Nächstenliebe, von der aber, wie es scheint, wenig zu spüren ist.

Derartige Probleme existieren glücklicherweise nicht überall, so zB in den Gebieten, die von Arabern bewohnt werden, und sie haben dort niemals existiert. Der Mensch wird als Mensch anerkannt, so wie er ist; denn er ist ja ein Werk Gottes, und Gott allein weiss, was er will. Es ist daher unmöglich, in dieses Werk mit menschlichen Ideen hineinzupfuschen, es sei denn mit dem Endziel, zu zerstören. Bei uns gibt es keine Wissenschaft, die sich speziell mit dem Liebesleben der Menschen beschäftigt, die die Hormonfunktionen erforscht, um das Verhalten des Menschen und sein Wesen zu ergründen, um endlich festzustellen, dass der Mensch vorwiegend bisexuell ist. Wir brauchen das nicht, weil wir verehren, was Gott in seiner unendlichen Weisheit schuf.

Wenn den Mohammedanern vorgeworfen wird, intolerant zu sein, so liegt das nur daran, weil der Koran entweder nicht bekannt ist, oder nicht richtig verstanden wurde. Die Homosexualität, die schon lange besteht, so lange als es nur Menschen gibt, ist bei uns immer als Tatsache anerkannt und praktiziert worden, und dies bis zum heutigen Tage. Und nicht nur das. Der Prophet Mohammed, der den Willen Gottes verkündete, der um all diese Dinge wusste, hat im Koran das Paradies geschildert, und beschreibt eine selige Welt, in der die Menschen in eine Umwelt kommen, die ihnen entspricht.

Männer, die der Jünglingsliebe huldigen, werden keinesfalls verdammt, sondern geniessen vielmehr dieselben Seligkeiten wie alle anderen auch. Aus dem Koran, 76. Sure, Vers 16-22 zitiere ich:

„Und Dienende werden mit silbernen Kelchen und Bechern um sie herumgehen, mit glashellen Silberflaschen, deren Mass sie nach eigenem Wunsch bestimmen können. Man gibt ihnen da zu trinken aus einem Becher Wein mit Ingwer-Wasser, aus einer Quelle dort, welche Salsabyl heisst. Zu ihrer Aufwartung gehen ewig blühende Jünglinge um sie herum; wenn du sie ansiehst, hältst du sie für verstreute Perlen, und wo du hinsiehst, erblickst du Wonne und ein grosses Reich. Ihre Gewänder sind aus feiner grüner Seide und aus Samt, durchwirkt mit Gold und Silber, und geschmückt sind sie mit silbernen Armbändern…“

Es wäre zu wünschen, dass die verantwortlichen und einflussreichen Persönlichkeiten in Europa doch bald zur Einsicht kommen, dass es besser ist, unabänderliche Dinge als Tatsachen hinzunehmen und Toleranz zu üben, anstatt die Natur zu vergewaltigen; denn alles ist von Gott, dem Schöpfer aller Dinge.”

Abdallah Islami, Mahdia, Tunis

 

Erschienen in „Der Weg“, März 1964, S. 44-46

Der Weg war eine deutsche Homosexuellen-Zeitschrift, ähnlich wie in der Schweiz „Der Kreis“.

Heute: Adam, Ewald und Mohammed (NL 2007)

 

Tausendundein Buch

Auswahl aus Büchern über Sex unter Männern, Türkei, Arabien und Iran (magnus 1/1992 S. 29)

Grundlegendes über die Rolle des Geschlechtlichen/auch über Homosexualität

Schiffauer, Werner: Die Gewalt der Ehre, Erklärungen zu einem türkisch-deutschen Sexualkonflikt, st 894, 1984

Ben Jelloun, Tahar: Die Tiefste der Einsamkeiten, Stroemfeldt/Roter Stern, 1986

Schmitt, Arno: Bio-Bibliography of Male-Male Sexuality in Muslim Societies, 500 S.

Romane

Boudjedra, Rachid: Die Verstossung, Unionsverlag

Aus der Jugend eines Algeriers. Die Erniedrigung durch die Verstossung der Mutter durch den sich neu verheiratenden Vater, die Sehnsucht nach dem mythischen Vaterbild, erstickende Traditionen voller Aberglauben und heuchlerischem Puritanismus, repressive politische Verhältnisse.

Choukri, Mohamed: Das nackte Brot, Andere Bibliothek

(besser als die engl. Ist die frz und dt Übers.)

Charhadi, Driss ben Hamed: Ein Leben voller Fallgruben, Andere Bibliothek

 

Machfus, Nagib. Die Midaq-Gasse, Unionsverlag, 1989

Im Panorama der Bewohner einer Gasse der Kairoer Altstadt nimmt der Kaffeehausbesitzer Kirscha eine wichtige Stellung ein. Seine Frau stören die Haschisch-Abende und die Knabengeschichten.

 

Serhane, Abdelhak: Kinder der engen Gassen, Edition Orient, 1988

Eine Welt aus Erniedrigung und Religion, Grausamkeit und Sexualität vom Blickpunkt der Frauen und Kinder. Sex zwischen Gleichen kann es in dieser Welt nicht geben, sehr wohl aber Sex zwischen Personen eines Geschlechts.

 

Internationaler Frauentag und Schwule?

Dienstag, 08. März 2011

An diesem Tag geht es um die Rechte der Frauen und das ist auch gut so. Am internationalen Schwulentag geht es schon lange nicht mehr um die Rechte der Homosexualität. Schon gar nicht in einer bürgerlichen Gesellschaft. Und schon gar nicht gegenüber Frauen. Leider.

Rechte bedeuten auch Verantwortung. Aber nur zu oft scheuhen Frauen diese Verantwortung und verzichten stillschweigen auf Rechte. Das tun Männer mit der Homosexualität genauso!

Weniger Rechte heisst auch weniger Verantwortung. Da sollen bei den Frauen ihre Männer her und bei den Schwulen ist dann plötzlich keiner mehr da, weil sich eben alle Beteiligten aus dieser Verantwortung für die gemeinsamen Rechte hinausstehlen…

Es stimmt, dass auch heterosexuelle Männer sich aus der Verantwortung stehlen. ZB mit dem Geld für den Unterhalt des anderen Teils ihrer Familie. Es stimmt aber auch, dass heterosexuelle Männer oft auch unter dem Existenzminimum leben müssen, gerade deswegen. Und es gibt fast nur Frauen, die wegen der homosexuellen Bedürfnisse ihrer Ehemänner, die gemeinsame Familie hinschmeissen und sich für ihre „Enttäuschung“ dann bezahlen lassen, von einem „Schwulen“. Die meisten Männer entfliehen in eine gut gesicherte schwule Parallelwelt, wie andere mit den Prostituierten – damit ihre Frauen “dies nicht tun”!

Zurück zum Wort „Ent-Täuschung“. Womit, oder weswegen haben sie sich täuschen lassen? Die meisten Mütter merken, wenn ihre Söhne homosexuelle Bedürfnisse haben und nach Männern Ausschau halten. So viele Tussis, die zu dumm sind, gibt es einfach nicht. Aber darüber bewahren sie Stillschweigen. Damit es „das in ihrer Familie“ nicht geben soll.

Kürzlich hat mich eine sechzigjährige Frau angerufen, die ihren gleichaltrigen Ehemann bei homosexueller Pornografie (legaler!) im Internet „ertappt“ hat. Wo hat die Ehefrau in all den Jahren nur hingeschaut bei ihrem Mann? Und wie hat der Ehemann in all den Jahren nur seine homosexuellen Bedürfnisse weggesteckt?

Wir merken in der ganzen öffentlichen „Pädophilie“-Diskussion auch, wie Frauen ihre (auch männlichen) Kinder schützen wollen. Das ist wohl eine löbliche Absicht, aber für die gesellschaftliche Wirklichkeit untauglich. Während ihre (männlichen, und auch etliche weibliche) Kinder selber pornografische Photos ins Internet stellen, sollen die bösen Männer, die sich das anschauen, „für immer weggeschlossen“ werden.

Dabei zeigt sich immer mehr in chats und auf Profilen, dass sich sehr viele erwachsene Männer und auch Frauen, niemals aus ihrer kindlichen Sexualität heraus entwickelt haben, oder haben können – sie sind einfach nur den Jahren nach älter, oder erwachsen geworden. Warum?

Die Entwicklung einer verantwortlichen Diskussion über den Körper und die sexuellen Bedürfnisse findet in der Normalfamilie weder zwischen den Ehepartnern, noch mit den Kindern statt. Es wäre eine zu grosse Verantwortung – für die Eltern und auch für die Kinder! Das überlässt Frau lieber der Polizei im Internet…

Das Totschweigen der Homosexualität von Kindern und Ehemännern ist erdrückend. So hat es niemals eine „Bisexuellen-Bewegung“ gegeben. Nur Diskussions- und Beratungsrunden in homosexuellen Gruppen und im Internet. Gut, manche Bisexuellen suchen sich Partner für einen Dreier mit ihrer Freundin oder Ehefrau. Ähnlich dem amerikanischen „Swingen“ – also Sex immer nur zwischen zwei Ehepaaren. Löblich? Ich denke, die Frauen sind noch nie so erzogen worden, um sowas überhaupt „durchzuspielen“. Schon die bürgerliche Ehe kommt noch nicht ohne die vielen – heute internationalen – Fachfrauen aus dem Rotlichmilieu aus!

Mütter beschäftigen sich doch lieber mit ihren Söhnen als mit ihren Töchtern. Und die Väter sind meistens homophob und ihre Ehefrauen tun fast gar nix dagegen – schon gar nicht in für Schwule lebensbedrohenden Migrantenfamilien.

Ja. Alle Verantwortung liegt wieder mal bei den Frauen? Als Schwuler muss ich mich aber immer wieder fragen: Wieso schaffen es Frauen – auch mit ihren Ehemännern zusammen, oder gar mit anderen Frauen zusammen – nicht, ihre Töchter und Söhne zu verantwortlichen Beziehungspartnern heranzuziehen? Sie erziehen Söhne so, dass die Töchter anderer Frauen wieder unter denen leiden müssen. Und sie erziehen ihre Töchter nicht so, dass die Söhne anderer Frauen wenigstens dann bei ihnen Respekt vor dem weiblichen Geschlecht erlernen…

Gerade gestern habe ich mir von einer heterosexuellen Frau sagen lassen, dass es doch für Frauen nichts Schöneres gäbe, als in einem Manne aufzugehen – aber doch eigentlich er in ihr! ;)

Mitten in meinem schwulen Buchladen. Danke! Das war grad noch vor dem internationalen Tag der Frau! ;)

Seit dreissig Jahren steht in der Verfassung ein Satz, der zwingend schliessen lässt, dass Männer und Frauen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten sollen. Doch viel aktueller werden Frauenquoten in der oberen Wirtschaftshierarchie öffentlich diskutiert. Und heftig wird diskutiert, den jungen Frauen (natürlich wegen der Ausländerinnen!) zwischen 16 und 18 Jahren ja bald zu verbieten, für ihre Liebesdienste nur einen Centime von jemandem zu nehmen… (Dabei geht schlichtweg vergessen, dass viele Jungs ihre erwachenden homosexuellen Bedürfnisse gerne mit Geld kaschieren, um es vor sich selber nicht „aus Lust“ zu tun!) Die blöden sind immer die Freier…

In der Diskussion um den Frauentag geht es auch immer wieder um die Gewalt gegen Frauen. Danke – es gibt auch homophobe Gewalt gegen Männer. Auch von Seiten der Frauen. Nur ist dann dies die Gewalt des Schweigens, die auch sehr oft bei sexuellen Übergriffen in heterosexuellen Familien (und auf die Töchter) eine grosse Rolle spielt, aber nicht in gleichem Masse bestraft werden kann. Dabei ist nichts traumatisierender für Opfer, als wenn die Mütter ihre Kinder im Stich lassen!

Gewalt hat etwas mit Eigentumsverhältnissen zu tun. Gerade auch da, wo Frauen von den homosexuellen Bedürfnissen ihrer Männer ent-täuscht werden. Die meisten geben dann das „Familieneigentum“ – eben meist gegen Bezahlung – auf. Aber nicht das Eigentum an den Kindern. Das tun übrigens auch heterosexuelle Männer bei echten homosexuellen Bedürfnissen ihrer Frauen (nicht). Während die „lesbischen Spiele“ von Frauen eher von beiden Geschlechtern als Unterhaltung konsumiert werden. Aber niemals umgekehrt.

Das ganze heterosexuelle System ist überlebt und bringt unter uns Alle sehr viel Leid! Während unwidersprochen behauptet werden kann, andere Kulturen mit anderen Verhältnissen würden ebendies tun. Doch keine Frau und Mutter und kein Mann und Vater möchte es ändern.

Und schleichend frisst sich die Heterrorsexualität auch in die schwulen Beziehungen und Verhältnisse hinein. Wir haben uns doch schon bisher mit diesen Verhältnissen herumgeplagt. Müssen wir sie unbedingt auch noch im schwulen Bett haben?  Peter Thommen61, Schwulenaktivist, Basel

 

Spuren von Homosexualität

Freitag, 10. September 2010

Volker Surmann (38) will kein Homo-Autor sein!

In seiner Kolumne in der Siegessäule vom September 10/S. 8, beklagt er: „Ich sitze vor meinem PC und bedauere, homosexuell zu sein. Vor mir eine Mail, in der mir mitgeteilt wird, mein neues Buch hätte keine Chance auf dem Markt, weil es zu viel Homosexualität beinhalte.“

Boing! Doch was ist „zuviel Homosexualität“? Joe Kort nennt in seinem Buch „schwul und cool“ einen Vortrag, in dem er nur seinen Lebenspartner erwähnte, und schon verliessen einige Männer den Raum…

Zuviel Heterosexualität kann es aber niemals geben. Das habe ich noch nie gehört. Weder zuviel Titten, noch zuviel ficken…

Wenn er alle erwähnte Homosexualität aus seinen Texten streichen würde, wäre der „heterosexuelle Verlag“ allenfalls bereit, ihn neu zu beurteilen. Und das im Jahr 2010.

Surmann: „Ich muss sagen: Mich interessiert die sexuelle Identität meiner Leserinnen und Leser nicht besonders. Ich will kein Homo-Autor sein. Ich will Geschichten erzählen, und wenn sie von mir handeln, dann taucht halt mal auf, dass ich schwul bin… Bin ich dafür auf die Strasse gegangen? Dass ich heute aufgefordert werde, meine Homosexualität in meinen Büchern zu verstecken? … Muss in Zukunft, analog zum Lebensmittelrecht, auf Printprodukte gedruckt werden: Achtung! Dieses Buch kann Spuren von Homosexualität enthalten?

Da lesen wir Schwulen tausende von Seiten heterosexueller Literatur und wir sind immer noch schwul – oder wenigstens bisexuell. Aber wie viele Heteros würden sich jemals über Schwule informieren, indem sie einfach eine gute Geschichte lesen, die übrigens/auch von Schwulen handelt??

Wenn Surmann eine Lesung hält und erzählt, wie er sich als Kind in eine Kuh verliebt habe, dann fragen die Leute ihn, wo die Geschichte gedruckt wurde. Sein Buch aber mit den „Spuren von Homosexualität“ bleibt liegen…

Fazit: „Lieber Kinder die Kühe lieben, als Männer, die Männer lieben. Vielleicht sollte ich zukünftig erwähnen, dass das Kind später schwul wurde und die Kuh lesbisch war?“

Ich bin mit ihm völlig einig über seine Schlussfolgerung: „Fuck you, Heteros!“

Peter Thommen60, Buchhändler, Basel