“Homonormativität”, was heisst das?

Die Historikerin Lisa Duggan führte 2002 den Begriff „Homonormativität“ ein. Dabei handelt es sich um eine in queeren Communitys vorherrschende Norm, die heteronormative Modelle (Ehe, Kinder, Monogamie, etc.) nicht mehr in Frage stellt, sondern sie reproduziert. Damit einher gehend entsteht eine Entpolitisierung und Privatisierung queerer Subkulturen, die durch Assimilation an den Neoliberalismus immer mehr auf Konsum und Gleichheit – vor allem mit den Heteros – ausgerichtet werden. (Jeff Mannes „Zündstoffe“ in Siegessäule 8’2018, S. 18)

Als ich das Wort zum erstenmal las, dachte ich, es hiesse, Schwule würden irgendwelche schwulen Normen Anderen aufdrücken. Ein missverständlicher Begriff. PT