Wem gehört der CSD/die Pride?

Aus vielerlei guten Gründen „gehört“ der Anlass nicht mehr nur den Schwulen und Lesben. Bisexuelle und Andere sind nun auch am Ort!

Allein die Schwulen sind diejenigen, die in der letzten Zeit damit „angemacht wurden“ sie würden alle anderen ausgrenzen und diskriminieren. Es ist aber ärgerlich und nicht „intersektionell“ (1), wenn junge Buchstabenmenschen hingehen und die Züripride als „Jugendpride 2018“ verkaufen! Was soll die Ausgrenzung der älteren Teilnehmer?

In der letzten Zeit waren auch Behinderte, Migranten und Flüchtlinge TeilnehmerInnen an der Züripride. Da wurden auch keine Extrawörter kreiert.

Früher wurden die bürgerlichen Schwulen von den linken Schwulen „ausgegrenzt“. Da nützten keine Rufe auf die Trottoirs wie: „Du gehörst auch zu uns!“, wie Martin Fröhlich (77) von der Demo in Bern im Jahr 1979 berichtet. (2) Heute ist auch Platz für bürgerliche Schwule mit ihren spezifischen Anliegen.

Schwulsein ist kein „Lebensstil“ nur für die Jugend. Es bleibt bis ins Alter, egal ob verheiratet, verpartnert oder Single. Prides für Alte im Heim oder in der Altersresidenz könnt Ihr Euch abschminken! Schliesslich gehen auch alle Altersgruppen gemeinsam an die Basler Fasnacht – oder meinetwegen ans Zürcher Sechseläuten…

Es heisst – wenn schon: Jugend an die Pride 2018!

Peter Thommen_68, Schwulenaktivist, Basel

P.S. Die Diskussion muss jetzt geführt werden und nicht als „Beissreflex“! 😉

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1) intersektionell bedeutet Diskriminierung, die doppelt oder mehrfach erfolgt. Z.B. Als Schwuler, Farbiger, Anderssprachiger       2) Der Bund, Bern: 50 Jahre nach 1968, vom 14.6.2018

Florian Vock (SP) Rede zur Züripride 2018  Manuskript / Videostream nur über facebook

Züripride 2018 am gayradio

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*1950, Buchhändler, Sozialarbeiter, Schwulenaktivist, ARCADOS Archiv (bookseller, socialworker, gayactivist)
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