„Werft Euer Geld in die Öffnung der Ehe!“

Das ist durchaus im doppeldeutigen Sinne gemeint! Verschiedenste ’nebensexuelle‘ Organisationen legen sich unter Federführung der Schwulen und der Lesben für die „Bodigung“ der CVP-Initiative gegen eine „Heiratsstrafe“ ins Zeug. (Abstimmung am 28. Februar 2016)

Um diese Initiative ‚abzuwenden‘ wird fleissig Geld gesammelt. Und es ist interessant, wer wieder aus den Löchern kriecht, wie damals bei der politischen Arbeit für das „Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft“! Warum sind sie denn in den letzten Jahrzehnten wieder verschwunden? Warum? Und warum sind gewisse „nicht heterosexuell“ Lebende nicht mehr zufrieden mit der Alternative zur heterosexuellen Ehe? Warum wollen überhaupt denn nicht-heterosexuell Lebende „heterosexuell leben“?

Interessant ist doch, wie die Homosexualität seit Jahrzehnten von heterosexuell Lebenden immer schön „mitgenutzt“ wird. Wenn aber Homosexuelle die Heterosexualität mitnutzen wollen, ist das für Viele Heten eine „Herabwürdigung“!?

CVP15Ehe

Meine Interpretation welche hinter dem „Liebe ist Liebe“ steht! Aber auch ich empfehle: NEIN am 28.2.2016

Ich habe schon mal geschrieben, dass wohl keineR je einen zivilrechtlich heterosexuell orientierten Ehevertrag genau gelesen hat! Sicher auch nicht alle Heterosexuellen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die stimmberechtigte BürgerInnenschaft zugunsten einer neuen Minderheit unter den Minderheiten auf die ‚Abschaffung der Heiratsstrafe‘ verzichten möchte. Denn die Minderheit der gleichgeschlechtlichen Ehen wird nicht einfach „untergehen“ unter den traditionellen Ehen, wie sich diverse ‚Schwestern‘ erträumen… Mit nur „einem Federstrich“ sind die Rechte, die mann/frau uns damals hartnäckig verweigert hat auch heute nicht zu kriegen.

Über das ‚Versteckspiel‘ der Lesben habe ich in den „Ärgernissen im 2015“ geschrieben. Aber es gibt auch Männer und Schwule, die ihre Beziehung nicht ans Licht der Öffentlichkeit zerren möchten. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor einigen Jahren mit Markus, tätig in einer Liegenschaftsverwaltung in der Ostschweiz, der seine glg Doppel-Mietpartnerschaften darauf aufmerksam machen musste, dass im Mietvertrag der Zivilstand „eingetragene Partnerschaft“ vermerkt werden muss. Auf sein Schreiben erhielt er aufgebrachte Antworten, wie: Das ginge niemanden etwas an!

Dabei wird der dritte Zivilstand vom Heimatort über den Arbeitgeber bis ins öffentliche (einsehbare) Zivilstandsregister, das auch in Zeitungen nachgeführt wird, publiziert. Auch in Arbeitsverträgen wird er erwähnt. Diskretion zwecklos!

Die beliebten Sprüche über Schwule werden genauso wenig plötzlich verschwinden wie die Witzzeichnungen von der Alten mit dem Wallholz hinter der Türe, wenn der Ehemann spät heimkommt…

Kommen wir zum Geld zurück: Seit fünfundzwanzig Jahren ist die Schwulenbewegung tot und es regieren die „Homo-Lobbyisten“. Diese glauben fest an die Marktgesetze und daran, dass mit Geld die Meinung der StimmbürgerInnen beeinflusst werden könne – wie durch die SVP! Deren schwule Kandidaten haben sich in Medien für Homosexuelle bei den Wahlen ja auch breit gemacht.

Aber kein Geld wird je die gesellschaftliche Öffentlichkeitsarbeit – die nicht stattgefunden hat – auch mangels Finanzen – ersetzen können. Weder der Markt noch das Geld wird es „schon richten“! Vor allem nicht durch die immer noch ängstlich vorgeschützte Diskretion einer gleichgeschlechtlichen Beziehung gegenüber der Nachbarschaft/Öffentlichkeit.

Eines hat sich in den letzten Jahren erwiesen: Dass mit dem homosexuellen Bedürfnis von Schwulen und „anders Begehrenden“ sehr viel Geld zu machen ist. Davon haben Wenige profitieren können. Und diese werden ihr erwirtschaftetes Kapital bestimmt nicht in den Rachen einer Ehe-Öffnung werfen!

Mein Vater hat mir einmal gesagt, dass in früheren Zeiten die Leute gar nicht genug Geld gehabt hätten, um ihre Zivilstandsänderungen jeweils zu feiern. So hätte mann Verlobung, Geburt und Taufe in einem Aufwisch mit der Heirat in der Kirche gefeiert. Die „Öffnung der Ehe“ wird, so bin ich überzeugt, wiederum nur Wenigen, die genug Geld haben, etwas bringen. Damit ist die Entsolidarisierung und Kommerzialisierung in der Homosexualität quasi vollendet. Auch schwule Migranten werden – genauso wie ihre heterosexuellen KollegInnen – im Billiglohnbereich keine Familie durchbringen können, ausser sie „machen eine gute Partie“! 😉

Ich habe über die Sicht von Frauen und Lesben nichts geschrieben. Ihre Situation ist anders und soll von ihnen selbst reflektiert werden.

Ich stelle hier meine Ansicht aus meinen Lebenserfahrungen zur Diskussion. Wer andere Meinungen (die sind eh meistens „gefressen“!) vertritt, kann sie dazu stellen! Er muss aber auch meine Ansicht ertragen!    

Peter Thommen_66, Schwulenaktivist, Basel

P.S.  Ich habe mich damals für das Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft engagiert. Ich habe damals JA gestimmt. Ich werde auch dieses Mal stimmen gehen, gegen die CVP-Initiative.

Was die Gegner der Initiative argumentieren, auch mit dem Geld! 😉 (Bericht in der NZZ 19.01.2016)

Schwul ist nur, wer sich bückt. Überlegungen

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