Archive for the ‘Linke und die HS’ Category

der schleichende „Homocaust“!

Sonntag, April 16th, 2017

Am Gründonnerstag bin ich an die Demo gegen die Verhaftungswelle von Queers in Tschetschenien nach Bern gefahren. Ungefähr 200 Leute standen da um eine „Kunstaktion“ mit Menschen, die am Boden des Waisenhausplatzes lagen. Kreuz und queer, nur mit Slips bekleidet und mit roter Farbe am ganzen Körper verschmiert. Ums ganze herum drapiert lagen Regenbogenfahnen.

Die Aktion mahnt an die weltweite Verfolgung von queeren Menschen, nicht nur an die aktuelle in Tschetschenien, einem mehrheitlich moslemischen Staat in der Russischen Föderation.

Vor Jahrzehnten schon erfuhr ich aus Südamerika von Überfällen und gezielten Morden. In den 80gern habe ich mit meinem damaligen Freund auf der Rückreise von Sylt auch das Lager Neuengamme bei Hamburg besucht und war 1989, anlässlich der ILGA*-Konferenz in Wien im Lager Mauthausen.

In Mauthausen hatten die Mitglieder der ILGA eindrückliche Begegnungen. Wir hielten, zusammen mit unseren jüdischen Mitkonferenten, eine Gedenkfeier bei der steinernen Gedenktafel für die ermordeten Schwulen.

Simon Nkoli, ein Gayaktivist aus Südafrika wollte nicht in die Gebäude hinein. Er war kurze Zeit vor seiner Anreise nach Wien aus einem Gefängnis in seinem Heimatland entlassen worden. Er sagte, er wolle sich das nicht ansehen, er komme ja grad aus so einer Einrichtung. Da schlug die Geschichte die Gegenwart platt…

Was wir also uns „ansehen“ können, ist für viele auf der Welt noch Realität. Ich habe schon grausige Bilder von malträtierten Schwulen gesehen: Tot am Boden und die Beine verbrannt bis zu den Hüften.

Auch Shereen El Feki schrieb in ihrem Buch „Zitadelle“ (1) über die Gays in Nordafrika, dass sie nicht von der Homo-Ehe träumten, sondern „einfach nur normal“ leben wollten. Die haben schon Probleme mit der Hetero-Ehe.

Zurück auf den Berner Waisenhausplatz! Es redeten Queeraktivisten, Politikerinnen und Politiker. Ich habe von der BDP Rosmarie Quadranti mitbekommen und zuletzt noch den JuSP Cédric Wermuth. Vermisst habe ich übrigens solidarische Frauen mit Pussyhats…

PolitikerInnen, so habe ich mitbekommen, reden sehr gerne an solchen Anlässen, besonders linke. Aber sie machen immer Propaganda für ihre hetera Politik und verlieren keine Gedanken (2) zur Lage der Schwulen zuhause und zu den Ursachen unserer Diskriminierung. Auch Ständerätin Anita Fetz (BS) hat am ZüriPride 2016 nichts besonderes verlauten lassen…

(„Der homosexuellste Hetero“, Moritz Leuenberger, hat sich über diese Bezeichnung vor Jahren sogar geärgert! Es wäre eine Ehre für ihn gewesen, wenn er etwas von dieser Bezeichnung begriffen hätte! Von ihm ist nur noch die Begrüssung in Erinnerung: „Meine Damen und Damen und meine Herren und Herren!“)

Noch nie hat ein Soziologe oder ein Historiker oder eine IN an solchen Anlässen oder am 1. Mai über Politik und Homosexualität referiert, oder das auch nur erwähnt. Es ist nur eine „Sparte“ in die man/frau tritt, wenn es dem eigenen Renommé nützt. Amen

Peter Thommen_ 67, Schwulenpapst fürs Kleinbasel

Betroffene der Übergriffe berichten

Bundesregierung der BRD und Hilfe

*ILGA = International Lesbian and Gay Association

1) deutsch bei Hanser, 2013, aber auch in englisch und französisch!

2) Wenn es etwas gibt, was Heteros stört, dann ist es vielleicht nicht so sehr der Akt, sondern dass sie darüber nachdenken sollen.“ Egbert Hörmann: Hurra ein Junge! 1997, S. 14

Consoli, Massimo: Homocaust. Il nazismo e la persecuzione degli omosessuali, 1984

Beispiel Zimbabwe

Warum Schwule und Lesben heiraten (Radio SRF)

Charity-Bingo für Jugendgruppe anyway (Regio-TV)

Erster Mai 2011 – die Schwulen bleiben unter sich

Sonntag, Mai 1st, 2011

… oder verschwinden unter den Heteros

Wir hätten auch heute noch gute Gründe, an den 1. Mai-Demos teilzunehmen, denn auch heute noch sind wir auf eine soziale Schweiz angewiesen. Auch Schwule kommen als Arbeitskonkurrenten in die Schweiz – und Schwule verlieren nun mal die Arbeitsstelle schneller als Familienväter. Verpartnerte Schwule sind verpflichtet, ihrem „Ehemann“ in finanziellen Notlagen beizustehen, nicht nur die Ehefrauen.

Schwulsein „ist heute kein Problem mehr“, aber schwul leben schon noch! > „Bitte nicht auf meinem Sofa!“

„Es ist kein Zufall, dass sich die Schwulen der Arbeiterbewegung anschliessen. Wer könnte sich eine Homosexuellen-Delegation an einer Arbeitgeber-Konferenz vorstellen, obwohl es sicher viele schwule Unternehmer gibt? Nur die Arbeiterbewegung ist fähig und willens, die heutige Gesellschaft in Richtung Demokratie und Freiheit zu verändern. Nur die unten sind, ohne Zweitvilla und Aktienpaket, sind bereit, für die Veränderung einzustehen. Die Homosexuellen haben sich in die richtige Reihe eingefügt.“ (Martin Herter in der Basler AZ vom 15. Mai 1979, in der Titelkolumne)

Ich weiss wirklich nicht, was Martin Herter zu einer Gruppe wie der gay SVP gesagt haben könnte. Und „network.ch“ gab es damals noch nicht. Aber für diese Diskussion weise ich auf das historische Gespräch „zwar schwul – aber ein guter Freisinniger!“ (PDF) von 1973 hin!

Die Schwulen haben jeden Tag 1. Mai, wenn sie ins „öffentliche“ Internet gehen und mit Passwörtern und Nicknamen in eingegrenzten Portalen (wie diskret das auch immer sei!) für ihre sexuellen Bedürfnisse auftreten!

Worin besteht nun die Sexualität in Freiheit, die durchaus auch als Arbeitsleistung betrachtet werden kann? Arbeit an sich und an Anderen – zur Beförderung von Glück und Befriedigung – nicht nur in einem materiell geprägten Leben.

Es besteht für Schwule die Freiheit, an öffentlichen Orten – wenn auch nicht für Heteros sichtbar – geduldet, Sex-Kontakte haben zu können. Im Internet frei zu surfen und zu kontakten – solange alle Beteiligten 16 Jahre oder mehr alt sind. Die Freiheit, Fetische aller Art zu haben, Drogen konsumieren zu können und sich sexuelle Hilfsmittel, Darstellungen und kulturelle Werke kaufen zu können. Tom of Finland mit seinen Riesenschwänzen zum Beispiel. ABER, die Homosexualität und ihre Kultur findet nicht mitten in der heterosexuellen Gesellschaft – und als Teil von ihr statt!

Obwohl der grösste Teil „homo-sexueller“ Aktivitäten von Männern betrieben wird, die sich nicht als schwul verstehen, oder sonst völlig in hetero Lebensweisen aufgehen – ausser der „kleinen schwulen Abwechslung“, ist Schwulsein und schwule Kultur offiziell etwas „nur für diese Minderheit“.

Wenn ich jemandem grundlegende Zusammenhänge über Homosexualität erzähle, dann kann es vorkommen, dass der oder die Nachbarn schon mal bemerken: „Ich weiss nicht, ob das mich überhaupt interessiert“. Wenn ich natürlich einem 15jährigen Jungen einen Blowjob mache, dann aber interessiert das die Leute schon – bis ins Detail, was ich denn da gemacht habe! Vierzehnjährige Sexualpartnerinnen sind dagegen für sie völlig selbstverständlich!  😉

Sexuelle Mitbestimmung und Selbstbestimmung war vor und während der Revision des Sexualstrafrechts das zentrale Thema unter Schwulen, die das Licht der Öffentlichkeit nicht scheuten. Wir sind nämlich alle „pädophil“ gewesen, solange unsere Partner nicht 20 Jahre alt waren! Das haben schon wieder viele vergessen. (1)

Doch davon ist heute nichts mehr übrig geblieben. Die Freiheit ist wohl im Internet – nicht in der Gesellschaft. Von einer umgekehrten Wirkung – wie in Nordafrika zB – ist mir nichts bekannt. Im Gegenteil: Das Internet muss zensiert und von der Polizei kontrolliert werden!

Seit 2003 haben wir die Möglichkeit, uns zu verpartnern. Zwar nicht gleich wie die Heteros, aber das kümmert viele Schwule nicht, denn sie (vor allem die Jungen) geben oft auf ihren Profilen an, sie seien „verlobt“ oder „verheiratet“ – manchmal auch nur „in einer Beziehung mit…“

Wenn wir mal ganz rosarot hinter dieses Pseudo-Eheinstitut für Homosexuelle blicken, dann erkennen wir die Absicht der Heteros – hinter der Freude der Homos: Um den Preis der bürgerlichen „Gleichheit“ – aber ohne Gleichwertigkeit sind die Schwulen als Konkurrenz für Heteros quasi „ausgeschieden“. Entweder ist Mann verheiratet, oder verpartnert. Konkurrenz (wie aus der wilden Zeit vorher!) entsteht dadurch niemanndem/niefraudem mehr. Mischformen sind undenkbar! (Da ständen Göttinnen von den Toten auf!)

Eine zusätzliche „Lebensform“ ist eigentlich nicht entstanden. Nicht mal im Hinblick auf mehrere Partner, die sich vertraglich ja auch binden könnten, um zusammen zu leben und zu wirtschaften, statt Kinder aufzuziehen

Die Kinder-Diskussion – nicht die Lebensformen von Kind an – wird durch die „Regenbogenfamilien“ erneut belebt. Damit auferstehen aber auch wieder alte Vorurteile gegenüber Schwulen aus dem letzten und sogar vorletzten Jahrhundert! (weniger gegenüber Lesben!) Nicht die Frage nach der Herkunft der Homosexualität seit frühester Jugend und Kindheit wird gestellt, sondern diejenige nach den Auswirkungen von Homosexualität (nicht Heterosexualität) auf Kinder und Jugendliche. (**)

Daneben läuft ganz separat eine Kampagne um die selbstmordgefährdeten homosexuellen SchülerInnen und jungen Männer – mitten unter den Heteros/as. Gegen Selbsttötung, Mobbing und Verzweiflung homosexueller Kinder und Jugendlicher  gibt es keinen „Marche rose“ und keine Unterschriftensammlung für ein Erziehungsverbot für heterosexuelle Eltern oder Pädagogen! (Zwangsheteronormalität) 😛

Prostitution ist auch eine Form von Arbeit, denn Arbeit ist „Notwendiges zu tun“. Aber schon bei der Haus- und Familienarbeit gibt es Unterschiede in der Bezahlung, im Vergleich zur offiziellen Arbeit ausserhalb…

Es ist sinnvoll, sich daran zu erinnern, dass die Prostitution zwischen Männern (womit die meist Heterosexuellen und hetero lebenden Männer immer „abgedeckt“ waren, ab 1942 verboten wurde – mit moralischer Begründung. Aber schon damals war doch klar, dass junge Männer, die „Taschengeld“ (Theres Ollari, 1988) brauchten, sich dieses „damit“ viel leichter verdienen konnten. Der Kanton Basel-Stadt sah keine Strafen dafür vor. Seine Definition lautete klar – bei Jungs und Mädchen: „Abhalten von der Arbeit“.

Neuestens soll die Prostitution von Migrantinnen – wegen Ausbeutung durch Männer – zwischen 16 und 18 Jahren wieder verboten werden. Während 1942 die hetero Männer straflos geblieben sind, sollen sie heute kriminalisiert werden, denn die Bestrafung der Migrantinnen erscheint wohl allen unsinnig. Aber Strafe muss irgendwie sein. Es genügt nicht, wenn schweizerische Rechtspolitik die Migranten in die Nothilfe drängt, oder sogar in den Untergrund. Auch Angesichts der immer noch nicht verwirklichten Lohngleichzahlung bei Männern und Frauen, sind solche Anliegen einfach nur schwachsinnig, auch wenn sie von Politikerinnen kommen!

Natürlich werden auch junge Männer oder Migranten davon erfasst. Das Gesetz gilt ja für alle gleich! Damit rekriminalisiert man/frau erneut die männliche Homosexualität. Und allein unter Frauen „kommt so was ja nicht vor“!

Und ganz neu könnten wir Schwulen heute bei den Heten kompetent mitreden. Denn nach feministischer Sichtweise, „produziert die (männliche) Nachfrage das Angebot“. Also bei den Schwulen produziert auch die männliche Nachfrage ein Angebot – auch aus aller Welt. Allerdings wird jetzt auch bei den Schwulen sichtbar, dass die Einrichtung der „Schwulenehe“ wohl dazu beiträgt die „fehlende Befriedigung“ vermehrt durch diskrete Dienstleistung ausserhalb abzudecken.

Und für mich ist ganz klar: Diese weibliche Argumentation unterschlägt nun wirklich fassbodentief die Tatsache, dass die Ehe und die Verpartnerung eben längst nicht alle sexuellen Bedürfnisse in einer vertraglichen Beziehung befriedigen können. Es ist reine Selbstüberschätzung der weiblichen Partnerinnen und homosexuellen Partner. Mann und Frau blicke in andere Kulturen mit anderen Beziehungsformen und zu anderen Zeiten!

Der Sinn der Ehe soll darin bestehen, dass die Arbeit in dieser „Wirtschaftsgemeinschaft“ durch Lustbefriedigung „bezahlt“ werden soll. Während die „unlustige Arbeit“ ausserhalb und im Anstellungsverhältnis mit Geld bezahlt wird. Nun gibt es grosse Unterschiede in beider Bezahlung und der „freie Markt des Sex“ gleicht diese wieder aus. Und so wie es für die jungen Männer früher moralisch eine Schande war, sich für sexuelle Dienste an anderen Männern „herzugeben“, so trifft es heute wiederum Männer – aber umgekehrt – die die sexuellen Dienste von Migrantinnen (aus was für Gründen beide sich finden, bleibe mal dahin gestellt!) in Anspruch nehmen.

Ich möchte es nicht versäumen, ausdrücklich anzumerken, dass es immer Jungs gab, die auch ohne Bezahlung einen grossen Altersunterschied überbrücken konnten, aus Lust und aus Liebe. Das zeigt sich auch übers Internet. Aber das war und ist natürlich den Gesetzgebenden entweder völlig wurscht, oder naiverweise unbekannt. Ob das zwischen Heterosexuellen auch in dem Masse gilt, lasse ich auch mal dahingestellt!

Die Rekriminalisierung der Prostitution – eben auch bei Schwulen – ist ein weiterer Schritt im juristischen Zerbrechen der Einheit von Materie. Also ab 16 Jahre sexuelle Selbstbestimmung (damals von Elisabeth Kopp öffentlich ausgesprochen) in allem. Erneut werden sich Gerichte darüber beugen, den MigrantINNen Status definieren und moralisieren. Dabei sind die Gründe wirtschaftlicher Natur. Denn für „ehrliche“ Arbeit und Krieg sind Kinder immer noch nicht zu schade – weltweit!

Ich möchte den 1. Mai schliessen mit Wilhelm Reich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Sexualität, auch für diesen Forscher, idealerweise im Begriff „Liebe“ mit eingeschlossen ist.

„Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ Wilhelm Reich, 1897-1957

 

Peter Thommen, Schwulenaktivist, Basel (61)

(ältere Thommens Senf zum 1. Mai hier , 1998-1996, auch Herter vollständig, 1979)

 

HABS am 1. Mai 1979, Rittergasse

** Michi Rüegg im Cruiser:  „Schlimm, dass wir unsere gotteslästernen Partnerschaften registrieren dürfen, jetzt fällt es uns auch noch ein, Kinder adoptieren zu wollen. Da hört nun jeder Spass auf. Denn, wenn der Pullermann in den Popo flutscht, ist Satan nicht weit, das weiss jeder anständige Christenmensch. Und in einem solchen Umfeld soll kein Nachwuchs aufwachsen, und überhaupt, denken die, wir wollen ja bloss eigene Kinder, damit wir sie bequemer missbrauchen können.“ (Zitat aus: Gottes freie Natur, eine Wanderung für Atheisten) Ein Essay über den Bibelwanderweg in Zürich (Cruiser Mai 2011, S. 36)

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(1) Schmutz Marcel und Peter Thommen: Die Unzuchtsparagraphen 191 und 194 im schweizerischen StGB (von 1942), ARCADOS Verlag 1980, 30 S.(ISBN 3-85522-001-8)

Schüle Hannes: Die Entstehung des HomosexualitätsArtikels im Schweizer Strafrecht 1894-1942 im zeitgenössischen Umfeld von Sitte, Moral und Gesellschaft, Selbstverlag 1983, 60 S.

(zwei äusserst spannend geschriebene historische Darstellungen, deren Argumente und politische Einschätzungen – schon wieder – sehr interessant und aktuell sind! PT – e-book-Ausgabe in Vorbereitung)

schwul – aber ein guter Linker? 1. Teil

Freitag, April 29th, 2011

Selbstbestimmung statt Normen. Schwules „Positionspapier“ der Jungsozialisten/GaynossINNen zur sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität. Das Papier wurde an der Delegiertenversammlung vom 13. November 2010 diskutiert.

Die Gaynossinnen stellen fest, dass viele Forderungen der Schwulenbewegung und der historischen bürgerlichen Homo-Organisationen umgesetzt wurden und schreiben:

„Die heutigen Diskriminierungen sind unterschwellig und versteckt: Lesbische Frauen werden oft doppelt diskriminiert.“

beim Nachdenken

Diese „doppelte“ Diskriminierung von Lesben ist gesellschaftspolitisch zumindest schräg, wenn nicht historisch falsch. Diese Formulierung postuliert einen diskriminatorischen „Mehrwert“ gegenüber den Homosexuellen, der nicht auszumachen ist, aber viele Homosexuelle offenbar beeindrucken kann. Damit wird wohl die Feststellung folgender Tatsache ausgebügelt:

„So reduzieren Medien die gesamte queere* Bewegung in der Berichterstattung regelmässig auf „Schwule“.

Aber eines nach dem anderen:

Erstmal ist historisch-kulturell belegt, dass homosexuelle Männer und Frauen schlicht anders diskriminiert wurden und werden. Damit wird schon die „doppelte Diskriminierung“ hinfällig, weil sie mit derjenigen der Männer nicht vergleichbar ist. Die soziale Diskriminierung beruht auf konkreten körperlichen Merkmalen und geschlechtlichen Handlungen, die ebenfalls nicht zwischen Männern und Frauen so einfach verglichen werden können.

Die Diskriminierung beruht auf dem Mann als Mass aller menschlichen Dinge. Diesem folgt politisch-logischerweise ein sozialer Minderwert der Frauen. Doch dieser Minderwert wird ihnen nicht durch Handlungen zugeschrieben, wie bei der männlichen Homosexualität, sondern schon von Geburt an. Und keine Frau kann durch irgendwelche Handlungen eine andere Frau in ihrem sozialen Wert als Geschlechtswesen noch mehr herabsetzen – zur „doppelten Frau“ machen. Dies ist wohl nur spekulativ möglich.

Geschlechtshistorisch kann ein Mann durchaus einen anderen Mann durch Analverkehr auf den sozialen Wert einer Frau „herabsetzen“. Und wohlgemerkt: Der aktive Penetrierer bleibt ein Mann, während der passive – logischerweise zur Frau wird. So etwas findet zwischen Frauen nicht statt.

„Linkspolitisch“ muss erkannt werden, dass die Urklassengesellschaft in Penetrierer und Penetrierte eingeteilt war. Dies unabhängig vom biologischen Geschlecht. Wobei nur den Männern ein Rollenwechsel möglich war, denn Frauen bleiben Frauen, auch wenn sie sexuelle Kontakte untereinander haben.

Und hier komme ich zur „doppelten“ Diskriminierung der Männer: Eine Frau, die penetriert wird, bleibt eine Frau und steigt höchstens durch die Fruchtbarkeit zur Mutter auf. Männer können also – auf der aktiven Seite – Männer bleiben. (Worauf viele Heteros und Bisexuelle auch Acht geben!) Nach der traditionellen Moral aber „werfen“ passive Männer in der Homosexualität „ihre Männlichkeit weg“, die sie ja eigentlich behalten könnten – mit anderen homosexueller Handlungen. Hier ist eine – wenigstens – moralisch verstärkte Diskriminierung gegenüber passiven Homosexuellen zu finden.

Ältestes Beispiel aus der Bibel: 3. Mose 18,22: Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel. (Weil damit der Passive zum Weib gemacht wird. Die Bibel bestraft übrigens auch den Aktiven! PT)

Diese „organisch-funktionelle Begründung von Diskriminierung“ findet sich auch in vielen Köpfen von Frauen! Wiederum ein Beispiel:

(Aus einem Interview mit einer Mutter)

„Wie geht es Ihnen denn mit schwuler Sexualität?

(nachdenklich) Ich weiss, es ist absurd, aber bei Heterosexuellen stört mich Analverkehr nicht – bei Homosexuellen stösst er mich ab.

Warum?

Weil der passive Teil der Beziehung irgendwie degradiert wird; aber ein Mann, der sich degradieren lässt (zögert) … ist in meinen Augen unmännlich.

Könnte es sein, dass Sie fürchten, dass Ihr Sohn unmännlich und dann für sie nicht mehr attraktiv ist?

Ist es schlimm, wenn ich Ja sage?“

(Braun, Joachim: Schwul und dann, Querverlag, 2006, S. 38-39)

(Historischer Hinweis: Bis in die 80er Jahre hinein galt ein gleichgeschlechtliches Schutzalter bis zum vollendeten 20. Altersjahr (für Heteros 16). Damals waren die Homosexuellen generell die „Pädophilen“, welche die Söhne ehrbarer Mütter zu entmännlichen drohten. Woraus folgt, dass es eben Mütter waren, die vor allem Angst um ihre Söhne hatten. Viele Väter stützten diese Moral, auch solche, die selber homosexuelle Erfahrungen in ihrer Jugend gemacht hatten. Solche Probleme** gab es bei Lesben nie – darum auch keine „Pädophilie“!)

Die diskutierte Diskriminierung ist schlicht „anders“ und kann niemals in ein Mengenverhältnis wie „doppelt“ gefasst werden. Dies zeigt auch das heutige Sexualverständnis vom „Lesbenporno“. Während die aktive Betätigung zweier Frauen miteinander von „heterosexuellen“ Männern weit herum als anregende Sexualphantasie konsumiert wird (wobei der Ausschluss des Mannes aus der Inszenierung vom Konsumenten ignoriert wird, weil es (übrigens meist heterosexuelle) „Frauen“ sind, die das „spielen“), sehen sich im Vergleich nur wenige Lesben und Frauen „Schwulenpornos“ an – aber es gibt immerhin welche.  😉

Dass – wie im obigen Interview – Frauen selber die Penetrationsdiskriminierung an andere Männer und Söhne weitergeben, finde ich sexualpolitisch äusserst aufschlussreich.

Die Diskriminierung von Homosexualität läuft also primär über den Penis (und nicht über die Klitoris), der so schnell den sozialen Status verändern kann. Er ist es auch, der in den letzten paar hundert Jahren die speziellen Homo-Paragraphen bestimmte („Code Penale“), während die Sexualität unter Frauen durchaus als ein Teil ihrer „Frauenkultur“ von den Männern hingenommen, oder einfach „übersehen wurde“. Dies aber im Rahmen der allgemeinen Ignoranz gegenüber Frauensexualität! Zwar total, aber nicht doppelt! (***)

Der aktuelle „Täter“-Begriff klammert sich denn auch juristisch, kriminologisch und politisch-korrekt immer noch an diesen Penis, obwohl die Frauen als Täterinnen längst verschiedentlich aufgeholt haben. (Auch „Unterlassungen“ können verantwortbar und strafbar werden!)

Ich habe in den Urteilsstatistiken von 1942 – in die 80er Jahre recherchiert und darin viele Männer gefunden, die sich strafbar gemacht haben. Während es nur einzelne Frauen gab, die damals so offensichtlich gegen die auch für sie geltenden Gesetze (Schutzalter 20, glg. Prostitutionsverbot) verstossen haben, dass sie verurteilt wurden. Es ist für mich hinfällig, darüber zu streiten, ob jetzt die absolute Aufmerksamkeit gegenüber den Männern, oder die Ignoranz gegenüber den Frauen als „doppelt“ zu gelten habe. Die Diskriminierung ist historisch-kulturell-organisch anders und qualitativ nicht vergleichbar – schon gar nicht quantitativ.

Ein letztes Beispiel soll die von mir postulierte Verschiedenheit illustrieren. Vor vielen Jahren meldete ich mich bei der Polizei in Basel wegen verschiedener Übergriffe im Schwulenpark. Meine Vis-à-vis für die Beschwerde war zufällig eine Frau. Sie nahm meine Informationen entgegen und bemerkte am Schluss: „Wieso haltet ihr Männer euch eigentlich in einem öffentlichen Park auf? Ich gehe ja mit meiner Freundin auch in den Isola-Club.“

Bis heute wurde dieser „öffentlichkeitswirksame“ Unterschied im Bewegungsraum zwischen uns Schwulen und Lesben nie politisch diskutiert. Es ist selbstverständlich, dass Frauen sich intimer berühren, küssen und miteinander umgehen können im öffentlichen Raum, als die Männer. Die bewegen sich zwar selbstverständlicher in der Öffentlichkeit, werden aber sämtlicher liebevollen Kontakte sofort wirksam beraubt. Und daher ist die kritisierte Fokussierung auf Männer in den Medien auch verständlich. Denn diese werden nicht von geschlechtslosen Wesen betrieben.

Und gerade weil die Diskussion und die gegenseitige Anerkennung von Verschiedenheit in Bewegung und Handlungen nie unter uns diskutiert und kommuniziert wurde, sind wir heute immer wieder mit Begriffstutzigkeiten und historischen Fehleinschätzungen in der politischen Auseinandersetzung konfrontiert. Ich denke, das Interesse fehlte und fehlt auch heute auf beiden Seiten. Man könnte diese Ignoranz auch  „homosexuellen Sexismus“ nennen.

Peter Thommen61, Schwulenaktivist, Basel

* Der Begriff queer soll neuestens alles enthalten, was als „nicht-ausschliesslich-heterosexuell“ definiert wird, letztlich auch die Schwulen. Siehe dazu auch meinen Aufsatz:  „Eine community frisst die Schwulen auf!“

** Den Begriff „Entfraulichung“ gab es nie!

***  „Um 1900 werden in den meisten Kantonen der deutschsprachigen Schweiz homosexuelle Handlungen bestraft, wobei grosse Unterschiede in der Intensität der Verfolgung und in der Strafbeimessung zu finden sind. Nur auf Antrag strafen die Kantone FR, GR und NE. Straffrei sind sexuelle Beziehungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts in GE, TI, VD, VS und ab 1919 in Basel-Stadt. Nur homosexuelle Handlungen bei Männern strafen: BL, GL, SO, NE. (Schüle, Hannes: Die Entstehung des Homosexualitätsartikels… Selbstverlag 1983, S. 10)

(Der 2. Teil der Kritik wird sich mit den Positionen zur „Bisexualität“ befassen.)

Nachtrag: (Michel Foucault, Klammer-Ergänzungen von mir) „Der Körper des Mannes war dem (anderen) Mann auf viel drastischere Weise verboten. Wenn es stimmt, dass das Leben unter Männern nur in bestimmten Perioden und seit dem 19. Jahrhundert nicht allein toleriert, sondern (darüber auch) strengstens verfügt (worden ist), nämlich während der Kriege und in den Gefangenenlagern. Da waren Soldaten und junge Offiziere, die Monate und Jahre zusammen verbrachten. Während des Ersten Weltkrieges lebten die Männer vollständig zusammen, fast aufeinander; und das bedeutete für sie schon etwas, insofern der Tod gegenwärtig war, und die Bereitschaft sich füreinander zu opfern und Dienste zu erweisen, durch ein Spiel um Leben und Tod sanktioniert war. Was weiss man denn, abgesehen von ein paar Floskeln über Kameradschaft und Blutsbrüderschaft und von ein paar zersplitterten Zeugnissen, schon über jene Gefühlstornados und inneren Stürme, die es in manchen Augenblicken da vielleicht gegeben hat? Und man kann sich fragen, was die Leute diese absurden und grotesken Kriege, diese infernalischen Massaker trotz allem hat durchstehen lassen… ein Gewebe von Gefühlen, zweifellos. Ich möchte nicht behaupten, dass sie deshalb weiterkämpften, weil sie ineinander verliebt waren. Doch Ehre,  Mut, sein Gesicht nicht verlieren dürfen, sich opfern, mit und vor den Kameraden aus dem Schützengraben kommen – all das setzte ein Raster sehr intensiver Gefühle voraus. Es geht hier nicht darum, zu sagen: „Aha, da haben wir also die Homosexualität“. Diese Art von Geschwätz ist mir zuwider. Bestimmt liegt hier aber eine, wenngleich nicht die einzige Voraussetzung, die jenes infernalische Leben ermöglichte, in dem die Typen wochenlang in Morast, Kadavern und Scheisse herumwateten, fast vor Hunger starben und am Morgen des Angriffs völlig weggetreten waren.“ (Foucault, Von der Freundschaft als Lebensweise, in: Von der Freundschaft. Michel Foucault im Gespräch, Merve o.J. S. 85-93)

Siehe auch: „zwar schwul – aber ein guter Freisinniger! PDF  (Linke und Schwule 1973), „zwar schwul – aber ein guter SVP-ler“ (Schwule bei den Rechten 2010)

1. Mai: Komm, gehen wir Kapitalisten ficken!?

Dienstag, April 27th, 2010

Vor einiger Zeit las ich über den Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse, dass er „auch nur ein Kind seiner Zeit“ gewesen sei, die den Kapitalismus heraufkommen sah und die Produktion zur Pflicht machte. Einerseits Produktion von Waren oder Maschinen, andererseits Produktion von Menschen, die diese bedienen konnten. Beides natürlich zu billigstem Lohn-Preis!

Wie steh ich nun als Schwuler da? Ich erinnere mich an die Sendung TeleArena des Schweizer Fernsehens vom April 1978, in welchem ein Mann in braunem Anzug vorwurfsvoll in die Runde sagte: Sie machen nicht mal dem (Bundesrat, Militärdepartement) Gnägi einen Sohn! Damals war noch „Kalter Krieg“ und Schwulsein im Militär verboten!

Es war noch die Zeit der „Saisonniers“, also von männlichen Arbeitskräften, die monatelang ohne Familie und Frauen in die Schweiz kamen, um „Gast-Produktionsarbeiter“ zu spielen. Ende Jahr durften sie jeweils für drei Monate „nach Hause“, um ihre „sexuellen Produktionspflichten“ zu erfüllen!

Damit möchte ich auch dieses Jahr wieder den Sexualaspekt in die Arbeitswelt einführen. Er besteht eben nicht nur aus „Mutterschaftsurlaub“ und Betreuungsstätten für die Kinder der Arbeiterinnen. Aber damit geben sich die meisten Heten schon zufrieden…

 

HABS am 1. Mai 1979, Rittergasse

Das Wort „ficken“ ist nicht nur ein beliebtes und offiziell „vulgäres“ Wort – übrigens nicht nur unter Männern -, sondern es imaginiert jene Machtverhältnisse in unseren Köpfen, mit denen es sich mechanisch „eindrückt“! Während die heterosexuelle Sprechweise sich hinter harmlosen Wörtern wie „Mutter werden“ – „in der Hoffnung sein“ versteckt, ist es bei einem Mann, der seinen Lebenspartner auch nur erwähnt, sehr schnell zur Stelle! Ficken produziert – lange vor der Fortpflanzung – schon Wirkungen und Lebensweisen, die sich sowohl privat, als auch in der Wirtschaft auswirken. Was in romantisierten Beziehungen und in geschlechtsunterschiedlichen Familienangehörigen und sozialen Gruppen wirkt, hat seine Entsprechung auch in der Oekonomie. Sei es die Geldwirtschaft, die theoretische Werte bis zu Unkenntlichkeit zusammenpappt, um ihnen dann den Stempel (ahem!) „subprime“ aufzudrücken und diese dann zu „romantischen Preisen“ zu verdealen. Sei es die Warenwirtschaft, die den Verkauf in immer grösseren Firmen organisiert, um die neuesten Produkte zu „romantischen Preisen“ anzubieten, um noch mehr Gewinn zu machen und schon die Kids mit ihren „Labelprodukten“ zu ködern…

„Gefickt“ werden auch ganz bestimmte Gruppen von Arbeitskräften, indem sie die Macht des Marktes und der Globalisierung zu spüren bekommen. Nicht nur der „gewöhnliche Arbeiter“ oder die Schwarzarbeiterinnen und „Sanspapiers“ spüren den ökonomischen Druck und den Zwang, „entwertete – also abgelaufene – Produkte“ in Billigläden zu kaufen. Auch die studierten und gut Ausgebildeten können sich nicht mehr sicher sein! Denn die Wirtschaft verändert sich unter dem Globalisierungsdruck so rasch, dass weder die „höhere Geburtenrate“ bei der Produktion, noch die Anpassungsappelle durch Weiterbildung genügen können. Es ist also überflüssig, diesen traditionellen Möglichkeiten Vorbildfunktion zuzuweisen. Schnell werden für einen „Turm zu Babylon“ in Arabien, oder den NEAT-Basistunnel unter der Schweiz riesige Kontingente – vor allem an Männern (ohne ihre Frauen!) gesucht. Ganz zu schweigen von den AusländerInnen, die über längere Zeit in fremden Städten und Kulturen wohnen und arbeiten müssen, möglichst mit einer Beziehung oder gar einer Familie. Oder für ein Chemieprojekt für eine Impfproduktion müssen schnell Menschen angestellt werden, die kurz nachher wieder „frei“ sind, weil ja alles einmal ein Ende hat! In der abgelaufenen Zeit haben viele ProjektmitarbeiterInnen den Anschluss an die technologische Entwicklung schon wieder verpasst und oder müssen wieder einen neuen Job finden.

Es schiene theoretisch sogar, homosexuell orientierte Menschen würden unter diesen Bedingungen profitieren. Aber die gesellschaftlichen und ökonomischen Machtverhältnisse, der stete Wechsel und die persönliche Unsicherheit, zeigen sich auch innerhalb des gleichen Geschlechts. Und dies eben nicht nur an der grossen Reisefreudigkeit der Einkommensstarken. Unsere Wirtschaft drängt die Menschen mit dem Argument der Globalisierung noch mehr in die Vereinzelung. Statt ein Sportverein kommen Fitness-Studios zum Zug, die es ja überall auf der Welt gibt. Die Frauen sind nicht nur mit der Konkurrenz der Männer konfrontiert, sie stehen selber in Konkurrenz zu ihnen – in der Arbeitswelt. Der Heterror der heterosexuell geprägten („produktiven“) Wirtschaft und Kultur hat längst auch die Homosexualität und die Schwulen vereinnahmt. Dieses System „fickt“ uns!

Auch die private penetrationsbetonte Fickerei birgt seit über zwanzig Jahren gesundheitliche Gefahren. Der Anus ist der Ort der meisten Infektionen mit HIV. Auch hier regiert die Konkurrenz unter den Männern: Die einen wissen gar nicht, dass sie infiziert sind, die Anderen finden ungeschützten Sex gerade am geilsten…

Diese Unterwerfung unter „den Zufall“ drückt sich heute in der resignierten Präventionsbotschaft „Risikomanagement“ aus. Oder primitiver gesagt: Jeder ist seines eigenen Unglückes Schmied. So ist die vielbeschworene „Gay-Community“ mit der verantwortungsvollen Solidarität schnell gestorben. Und auch hier spielen sie unter Männern das hetero Spiel mit der Schuldzuweisung – nachher. Immer wieder gibt es Gerichtsverfahren über Ansteckung auf der einen Seite, und über die Verteidigung der Rechte von HIV-Positiven auf der anderen Seite. So wie wir das auch zwischen Mann und Frau kennen.

Wir ficken niemals ausserhalb der Gesellschaft, wir (lassen) ficken – mittendrin!

Wir hätten Aussicht gehabt, eine andere Sexualkultur zu entwickeln. AIDS hat uns weggefegt. Erst mit dem Tod, dann mit der „Konkurrenz um den Virus“. Das Ueberleben mit HIV und AIDS hängt von der Wirtschaftskraft jedes Einzelnen und von der Solidarität untereinander ab. Ob die Krankenkassen weiterhin bezahlen werden, ist nicht garantiert. Und so einfach „weiterleben“ mit HIV und AIDS ist tückischer als die meisten glauben. Denn die Pharmaindustrie verspricht uns immer mehr: Auch mit HIV lässt sich gut und gesund leben. Klar gegen Bares. Aber auf der einen Seite verlangen Lebensversicherer einen HIV-Test – und auf der anderen Seite sind Infizierte eine lukrative Zielgruppe, die intensiv in gay Magazinen beworben wird!

Darum lasst uns Kapitalisten ficken gehen, bevor sie neue Finanzpakete schnüren für die Börsen!

Peter Thommen60, Schwulenaktivist, Basel

Lafargue: Das Kapital ist Gott (Besprechung im Deutschlandfunk)

2009 Keine Schwulen am Tag der heterosexuellen Arbeit!

Texte 1996-1998

WETTBEWERB! „Lieber ein warmer Bruder als ein kalter Krieger!“ Wer hat diesen Satz gesagt? Unter den Teilnehmern werden 5 Porno-DVDs – oder wahlweise ein Buch innerhalb CHF 30.- – verlost! email an bestellung@arcados.com   Genaue Adresse wird nur von den Losgewinnern verlangt!  Peter Thommen