Archive for the ‘Recht’ Category

„Werft Euer Geld in die Öffnung der Ehe!“

Montag, Januar 4th, 2016

Das ist durchaus im doppeldeutigen Sinne gemeint! Verschiedenste ’nebensexuelle‘ Organisationen legen sich unter Federführung der Schwulen und der Lesben für die „Bodigung“ der CVP-Initiative gegen eine „Heiratsstrafe“ ins Zeug. (Abstimmung am 28. Februar 2016)

Um diese Initiative ‚abzuwenden‘ wird fleissig Geld gesammelt. Und es ist interessant, wer wieder aus den Löchern kriecht, wie damals bei der politischen Arbeit für das „Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft“! Warum sind sie denn in den letzten Jahrzehnten wieder verschwunden? Warum? Und warum sind gewisse „nicht heterosexuell“ Lebende nicht mehr zufrieden mit der Alternative zur heterosexuellen Ehe? Warum wollen überhaupt denn nicht-heterosexuell Lebende „heterosexuell leben“?

Interessant ist doch, wie die Homosexualität seit Jahrzehnten von heterosexuell Lebenden immer schön „mitgenutzt“ wird. Wenn aber Homosexuelle die Heterosexualität mitnutzen wollen, ist das für Viele Heten eine „Herabwürdigung“!?

CVP15Ehe

Meine Interpretation welche hinter dem „Liebe ist Liebe“ steht! Aber auch ich empfehle: NEIN am 28.2.2016

Ich habe schon mal geschrieben, dass wohl keineR je einen zivilrechtlich heterosexuell orientierten Ehevertrag genau gelesen hat! Sicher auch nicht alle Heterosexuellen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die stimmberechtigte BürgerInnenschaft zugunsten einer neuen Minderheit unter den Minderheiten auf die ‚Abschaffung der Heiratsstrafe‘ verzichten möchte. Denn die Minderheit der gleichgeschlechtlichen Ehen wird nicht einfach „untergehen“ unter den traditionellen Ehen, wie sich diverse ‚Schwestern‘ erträumen… Mit nur „einem Federstrich“ sind die Rechte, die mann/frau uns damals hartnäckig verweigert hat auch heute nicht zu kriegen.

Über das ‚Versteckspiel‘ der Lesben habe ich in den „Ärgernissen im 2015“ geschrieben. Aber es gibt auch Männer und Schwule, die ihre Beziehung nicht ans Licht der Öffentlichkeit zerren möchten. Ich erinnere mich an ein Gespräch vor einigen Jahren mit Markus, tätig in einer Liegenschaftsverwaltung in der Ostschweiz, der seine glg Doppel-Mietpartnerschaften darauf aufmerksam machen musste, dass im Mietvertrag der Zivilstand „eingetragene Partnerschaft“ vermerkt werden muss. Auf sein Schreiben erhielt er aufgebrachte Antworten, wie: Das ginge niemanden etwas an!

Dabei wird der dritte Zivilstand vom Heimatort über den Arbeitgeber bis ins öffentliche (einsehbare) Zivilstandsregister, das auch in Zeitungen nachgeführt wird, publiziert. Auch in Arbeitsverträgen wird er erwähnt. Diskretion zwecklos!

Die beliebten Sprüche über Schwule werden genauso wenig plötzlich verschwinden wie die Witzzeichnungen von der Alten mit dem Wallholz hinter der Türe, wenn der Ehemann spät heimkommt…

Kommen wir zum Geld zurück: Seit fünfundzwanzig Jahren ist die Schwulenbewegung tot und es regieren die „Homo-Lobbyisten“. Diese glauben fest an die Marktgesetze und daran, dass mit Geld die Meinung der StimmbürgerInnen beeinflusst werden könne – wie durch die SVP! Deren schwule Kandidaten haben sich in Medien für Homosexuelle bei den Wahlen ja auch breit gemacht.

Aber kein Geld wird je die gesellschaftliche Öffentlichkeitsarbeit – die nicht stattgefunden hat – auch mangels Finanzen – ersetzen können. Weder der Markt noch das Geld wird es „schon richten“! Vor allem nicht durch die immer noch ängstlich vorgeschützte Diskretion einer gleichgeschlechtlichen Beziehung gegenüber der Nachbarschaft/Öffentlichkeit.

Eines hat sich in den letzten Jahren erwiesen: Dass mit dem homosexuellen Bedürfnis von Schwulen und „anders Begehrenden“ sehr viel Geld zu machen ist. Davon haben Wenige profitieren können. Und diese werden ihr erwirtschaftetes Kapital bestimmt nicht in den Rachen einer Ehe-Öffnung werfen!

Mein Vater hat mir einmal gesagt, dass in früheren Zeiten die Leute gar nicht genug Geld gehabt hätten, um ihre Zivilstandsänderungen jeweils zu feiern. So hätte mann Verlobung, Geburt und Taufe in einem Aufwisch mit der Heirat in der Kirche gefeiert. Die „Öffnung der Ehe“ wird, so bin ich überzeugt, wiederum nur Wenigen, die genug Geld haben, etwas bringen. Damit ist die Entsolidarisierung und Kommerzialisierung in der Homosexualität quasi vollendet. Auch schwule Migranten werden – genauso wie ihre heterosexuellen KollegInnen – im Billiglohnbereich keine Familie durchbringen können, ausser sie „machen eine gute Partie“! 😉

Ich habe über die Sicht von Frauen und Lesben nichts geschrieben. Ihre Situation ist anders und soll von ihnen selbst reflektiert werden.

Ich stelle hier meine Ansicht aus meinen Lebenserfahrungen zur Diskussion. Wer andere Meinungen (die sind eh meistens „gefressen“!) vertritt, kann sie dazu stellen! Er muss aber auch meine Ansicht ertragen!    

Peter Thommen_66, Schwulenaktivist, Basel

P.S.  Ich habe mich damals für das Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft engagiert. Ich habe damals JA gestimmt. Ich werde auch dieses Mal stimmen gehen, gegen die CVP-Initiative.

Was die Gegner der Initiative argumentieren, auch mit dem Geld! 😉 (Bericht in der NZZ 19.01.2016)

Schwul ist nur, wer sich bückt. Überlegungen

Der „Pädophilie“-Vorwurf bewährt sich in der Politik gegen Schwule und Männer

Samstag, Oktober 5th, 2013

Ein weiterer Beitrag zur ideologischen Auseinandersetzung. Die Revision des Sexualstrafrechts von 1942 (Gültigkeitsbeginn) brachte die Senkung des „Schutzalters“ für Schwule auf das Niveau der Heterosexuellen – von 16 Jahren. Und es war für einige Schwulenaktivisten klar, dass das Vielen nicht passen würde! Allerdings hat nur Bundesrätin Elisabeth Kopp (FDP) jemals öffentlich von der sexuellen Selbstbestimmung gesprochen!

Schon 1991 habe ich die ersten politischen und „medialen „Angriffe auf die Pädophilen“ kommentiert und auf die mangelnde Diskussion von Seiten der Schwulen(-politiker) hingewiesen. Doch diese zogen es vor, ihre Schwänze einzuziehen und „Frauenversteher“ zu mimen. Wie die meisten Heteros!

Wie ich schon mehrmals anmerkte, war die Fachkommission damals für ein Alter von 14 und die Rechtskomission des NR für 15. Das sexuelle Bewusstsein von Jungs von heute ist mindestens bei 12 angelangt und sinkt weiter. Nur Frauen glauben daran, dass es höher sei, oder eben sein müsse. Sie stecken ihre Söhne in die Tasche zusammen mit ihren Töchtern und betreiben eine sexistische Politik. Pädophile Frauen gibt es nicht und heterosexuellen Missbrauch an homosexuellen Kindern auch nicht. Und wo kein Penis ist, ist auch kein Paragraph… Somit scheint für sie alles aufgeräumt. Es bleibt nur noch, die TätER laufend wegzuschliessen „für immer“ und der Emanzipation von Mädchen und Frauen steht nix mehr im Weg.

Wenn ich den Diskussionen in den Medien so folge, scheint mir das in etwa die vorfrauschende Logik zu sein. Dabei fällt mir zusehends auf, dass die „Sexualdiskussion“ mit gleicher Systematik bei uns geführt wird, wie die Religionsdiskussion im Islam – nämlich zum politischen Missbrauch – gegen bestimmte Menschen und Menschengruppen, die vor allem Männer sind.

Aus: Hodges/Hutter: Das unerhörte Schweigen der Schwulen, VrW 1977 (M.Müller, Zch)

Aus: Hodges/Hutter: Das unerhörte Schweigen der Schwulen, VrW 1977 (M.Müller, Zch)

Unerwartet, aber natürlich mit Grund, ist die „Pädophilen“-Diskussion in der Endphase der deutschen Wahlen „so richtig“ angelaufen! Dabei frauschten vor allem Verdächtigungen und „heute politisch unkorrekte“ Stellungenahmen aus jener Zeit vor.

Schon die Diskussion um Kinderadoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften hat dies klar angekündigt! Aber die Lesben wollten keine schlafenden Wölfinnen wecken, weil ihnen an Kindern mehr liegt, um sich als vollwertige Frau zu beweisen, als den schwulen Männern. Aber letztere bringen eben auch welche aus ihren ex-hetera Beziehungen mit – aber in der Männerfamilie sollen sie dann plötzlich nicht mehr hinein passen – wie Hetero/as zu argumentieren pflegen.

Der Schutz der Kinder geht immer auch auf Kosten von Kindern, besonders von schwulen. Dafür muss jedes klitschige Argument herhalten und ein schlechtes Image, was am besten mit „Pädophilen“ gepflegt wird! Sexuelle Übergriffe sind in jedem Falle zu unterlassen. Und statt diese mit der „Traumatophilie“ * und nachträglichem hervor therapieren anzuklagen, sowie Appelle zu lancieren, wie: „Schützet die Opfer und nicht die Täter“ – sollte vermehrt auf Prävention gesetzt werden. Erst wird totgeschwiegen und dann sollen die armen Kinder einvernommen werden…

Oh meine Göttin! Hat sich je eine für die homosexuellen „Opfer“ heterosexueller Mütter, Freundinnen oder Ehefrauen interessiert? Beim Bruch einer heterosexuellen Ehe ist „natürlicherweise“ immer der homosexuelle Partner „schuldig“. Denn damit wird suggeriert, dass allein schon „die Homosexualität“ ein Missbrauch sei! Dieser Sexismus muss aufhören! Und dazu taugt das „Frauenverstehen“ überhaupt nichts. Mann sollte Frauen verstehen lernen und sich mit ihnen auseinandersetzen! (1) Das Gedöns von den „toleranten Frauen“ ist eine Nebelkerze!

Wer macht sich überhaupt Gedanken über ein Männerbild, das zusehends gesellschaftspolitisch vorfrauscht und die Gehirne von Knaben, ahem Kindern kolonisiert? Kombiniert mit Frauen als die guten Vorbilder, vom Kindergarten bis in die letzten Primarklassen… Männer einfach abwesend, oder weggesperrt für immer!

Den traditionellen Seximus einfach umzukehren, ist – mit Verlaub gesagt –  nur „dämlich“! Die ausschliessliche Opferrolle der Frau findet mit ihrer Emanzipation ein natürliches Ende! (2)

Peter Thommen_63, Schwulenaktivist, Basel

 

P.S. In der Verfassung steht die Gleichwertigkeit der Geschlechter. Auch wenn darin nichts von Homosexuellen zu finden ist! 😛

* Traumatophilie. Gefunden bei Sandor Ferenczi, schon 1911! Zur Nosologie der männlichen Homosexualität (Homoerotik) Hierbei diagnostizierte Ferenczi eine schicksalshafte Lebens-Einstellung der von ihm therapierten homosexuellen Männer – vorwiegend ist der weibliche, invertierte Typ gemeint! (Siehe auch Anmerkung 2!)

(1) „Auf der politischen Ebene sind wir diesen dusseligen Satz von der Frau als dem friedlichen Geschlecht glücklicherweise endlich los, aber auf der Alltagsebene sind wir diese Überschrift immer noch nicht los. Gerade worauf Du, Christine eben abhebst, zeigt ja, dass Gewaltzuarbeit unter der vernebelnden Wahrnehmung der Harmonie entstehen kann. Harmonie erweist sich jedoch hier als kräftige Nahrung für eine Gewaltspirale. Verrückt, aber wahr, Gewaltzuarbeit kann durch Konfliktvermeidung erfolgen. Und das, denke ich, ist in allen Beziehungs- und Lebensformen möglich, sich selbst, eine oder einen in die Harmonie-Gewaltspirale zu bringen.“ (Albrecht-Heide/Holzkamp: Lebensformen und Sexualität, 1998, S. 25) 

(2) Die Arbeiten von Carol Hagemann-White und Margrit Brückner über heterosexuelle Gewaltbeziehungen zeigen, Frauen unterwerfen sich, um Misshandlungen vorzubeugen. Die Gewaltbeziehungen waren am Anfang der Beziehung weniger gewalttätig. Trotzdem haben Frauen diese Grenzüberschreitungen zugelassen. Sie haben sich nicht gewehrt, haben den Konflikt gescheut, haben nicht riskiert, dass die Beziehung auseinander geht. Sie haben sich so verhalten, wie es die heterosexuelle Geschlechterordnung vorschreibt. Um des lieben Friedens willen schweigen Frauen, machen Frauen mit, passen Frauen sich an. Und das ist es ja, was wir meinen, wenn wir behaupten, Frauen stellen die Strukturen, unter denen sie leiden, – hier Heterozentrismus – im alltäglichen Handeln selbst mit her. Und auch gleichgeschlechtliche Beziehungen sind von der heterozentristischen Norm beeinflusst. So muss Gewalt in lesbischen und schwulen Beziehungen auch im Kontext (des) Heterozentrismus wahrgenommen und analysiert werden.“ (Albrecht-Heide/Holzkamp: Lebensformen und Sexualität, 1998, S. 24-25)

Zu den „Pädophilie“-Vorwürfen gegenüber Ralf König!

IndiaNürnb82

Es ist völlig schwachsinnig aus der Darstellung einer Diskussion in der Beethovenhalle von 1982 „politisch unkorrekte“ Vorwürfe zu konstruieren!

Ralf König hat lediglich die Stellungnahme von Teilnehmern erwähnt, die an der gesamten Diskussion (siehe den ganzen Comic!) teilgenommen haben! Wobei darin klar wird, wo er selber steht! Wer den Comic gelesen hat, der rauft sich das Haar, wenn nun Heteros/as – rückwärtsgewandt (sic!) – sich auch noch in diese „Diskussion“,  einschalten! Das hat uns gerade noch gefehlt…  Peter Thommen_63

Tino Henn vom Männer Oktober 2013 schreibt Klartext zur „Pädophilen“-Denunziation und kritisiert Alice Schwarzer als „Fachfrau“ in der Sache noch dazu! „Schwule sind sexuell nicht an Kindern interessiert.“ Das kann man so sehen. Allerdings verfällt er seinerseits in politische Korrektheit, indem er unterschlägt, dass Kinder durchaus am Sex Erwachsener interessiert sind. Nicht unbedingt MIT ihnen. (aber innerhalb des gleichen Geschlechts wohl schon.) Allerdings sollte Frau Mutter ihnen auch früh genug beibringen, dass das verboten ist, statt sie nur – hinterher – davor zu „schützen“!

 

BRD Wie die Befürworter einer Beibehaltung des § 175 während der Vorbereitungen der Strafrechtsänderungsentwürfe regelmässig nicht ohne Häme prophezeiten, verschwand nach seiner Streichung die soziale Ächtung der Homosexuellen keineswegs. Im Gegenteil: Es bildete sich bald eine neue Derivation (uns aktuell bekannt aus der Finanzindustrie! grins PT 2011) heraus (Homosexualität als stete Kindergefährdung), die das Fortbestehen der Ächtung ‚vernunftgemäss‘ erscheinen liess. Und da das Beharrungsvermögen des menschlichen Geistes enorm ist, darf man durchaus mit der künftigen ‚Entdeckung‘ noch weiterer Derivationen rechnen, mit deren Hilfe das Vorurteil seine fernere Daseinsberechtigung ‚beweist‘. (Gisela Bleibtreu-Ehrenberg in: Homosexualität. Die Geschichte eines Vorurteils, roro 3814, 1981, Schlusswort: Was könnte man tun? S. 405-407)

2013  Russland.  In Begleitschreiben zum Entwurf verweist der Autor auf das berüchtigte Gesetz zum Verbot der ‘Propaganda von nichttraditionellen sexuellen Beziehungen’ unter Minderjährigen: “Wenn man diesem Gesetz folgt, dann ist eine solche Propaganda nicht nur in den Medien verboten sondern auch in Familien … Wenn man davon ausgeht, dann erzeugt der sexuelle Kontakt eines Elternteils mit einer Person des gleichen Geschlechts einen solchen Schaden in der Psyche des eigenen Kindes, der nicht mit Verwaltungsvorschriften allein erfasst werden kann, denn die Mutter oder der Vater sind ein Verhaltensvorbild für das Kind.” Deswegen sollen die neuen Normen in das Familiengesetzbuch eingebracht werden. (Quelle: quarteera e.V./in queerdenker, 1894.ch)

 

Der Heterror im Umgang mit Homosexualität besteht darin, homosexuelle Jungs nur halb ernst zu nehmen und sie vor erwachsenen Verführern zu bewahren, sowie die erwachsenen Schwulen von ihnen fernzuhalten mit Drohungen von „Pädophilie“!“

Damit lernen wir, den heterosexuellen Missbrauch in der Jugend zu vergessen und uns damit abzufinden, dass wir nicht „alt“ werden können!! Es fehlt uns die Verbindung der Generationen, die für Heterosexuelle selbstverständlich und wichtig ist.

Daraus werden alle Manöver wie Adoptionsverbot und “Schutz vor Ausbeutung” bis 18 Jahre verständlich. Aus diesem Grund hat die Schwulenbewegung auch das frühere Schutzalter von 20 auf der Strasse bekämpft! Es hat gerade mal 20 Jahre gehalten…   P.Th.

 

Ein anschauliches Beispiel verhohlener Schwulenfeindlichkeit: BILD und Claus Jacobi, kommentiert von Stefan Niggemeier

kein Sex ohne Kinder! *

Mittwoch, September 18th, 2013

Ein Beitrag zur ideologischen Auseinandersetzung. Es ist auffällig, wie in der Heterrorgesellschaft der politische Kampf um Kinder – ihre Zeugung und ihre zeugungslose, mechanische Produktion, sowie um „ihre Sexualität“ und ihre Asexualität immer skurrilere Formen annimmt

Der Hauptteil des Themas wird von Müttern „belegt“. Von denjenigen, die zwar Kinder haben, aber selbst auch über deren Leben und Tod entscheiden wollen (und auch können!), und von denjenigen, die auf natürliche Weise keine empfangen (1) oder gebären können (und manchmal auch nicht wollen).

Lange haben Mann und Frau den Homosexuellen vorgeworfen, sie würden die Fortpflanzung verweigern und sollen dafür geächtet werden. Interessanterweise aber sind die „unnatürlichen“ Fortpflanzungstechniken gerade NICHT für diese entwickelt worden, sondern für Frauen und Männer, die UNBEDINGT Kinder haben möchten!

Wenn sie dann aber auch von Homosexuellen „mitgenutzt“ werden wollen, ist es auch wieder nicht recht! Das ist ein sanfter Hinweis auf den Stand unserer „Akzeptanz“ bei ihnen…

Wir erleben nun ja seit längerer Zeit auch den Kampf UM die Sexualität von Kindern. Genauer gesagt, einen Kampf von Erwachsenen untereinander, mit „Beschlagnahmung der Sexualität“ ihrer Kinder! Z. Beispiel missbräuchlich bei Trennungen und Scheidungen.

Dabei fällt mir auf, dass Kindern in gängigen Sexualinformationen schon beigebracht wird (wenn überhaupt), Sex im Hinblick auf die Fortpflanzung zu „lernen“. Obwohl es doch nicht Sache von Kindern sein kann, selber Kinder zu zeugen oder zu gebären. Auch nicht mit Erwachsenen, obwohl sie biologisch schon dazu fähig wären.

Ideologisch unauffällig, aber dafür umso interessanter ist die Tatsache, dass allen Jungs die Heterosexualität der Erwachsenen „nahegebracht“ wird, aber nicht die „gemeinsame homosexuelle Betätigung“ unter Jungs, die eigentlich alle Männer vereint. ** Aber schon 12jährige schwärmen von der Verdoppelung ihrer Partnerinnen und lesbischem Sex! Daher redet auch keineR offen über die verbreitete homosexuelle Betätigung unter Männern, denn das ist offiziell „schwul“. Und als älterer Schwuler lerne ich, dass wir später die erst heterosexuell lebenden Männer, mit Schmärbauch und Falten, so ab fünfzig dann ruhig haben können. Mich wundert es eigentlich nicht, dass sich ältere Männer „pädophil“ betätigen, denn das wurde ihnen ja als Kind und Jugendlicher damals verwehrt… (1a)

Nun ist es schon in Ordnung, wenn Kinder keine perversen Fantasien über Sex und Kinderzeugung entwickeln müssen – wie das in der Geschichte der Psychoanalyse oft aus Therapien erwähnt worden ist. Sie sollen wissen, was ihre Eltern so „Schmutziges“ treiben und unter welchen Umständen sie selber entstanden sind. Aber die meisten Mütter und viele Eltern schämen sich eben selber dieser Tatsachen. Darum sind sie unfähig, ihre Informationspflicht zu erfüllen. Dr. Jeanne Stephani-Cherbuliez („Mutter und Ärztin“) formulierte das – unter dem Stichwort „Scham und falsche Scham“ – in ihrem Buch von 1947 (2) bereits folgendermassen: „ … gibt es viele Eltern, die auf den Rat, ihre Kinder mit den Lebenstatsachen bekannt zu machen, in aller Aufrichtigkeit antworten: Ich weiss nicht warum, aber ich kann es einfach nicht.“

Da wirken besorgte Eltern, die sich gegen „die Sexualisierung von Kindern“ wenden, also heute – fünfundsechzig Jahre später und im Zeitalter des Internets – nur noch skurril. Ich selber bezeichne das sogar als „kriminell“!

Ich habe mir die neuesten Erkenntnisse vor einiger Zeit selber zu Gemüte geführt und festgestellt, dass darin vor allem biologische und empfängnisverhütende Informationen präsentiert werden. Allenfalls noch sexuelle Orientierung. (3) Das Buch ist übrigens ab 10 Jahren „zugelassen“. Das heisst, dass im Allgemeinen den Kindern „Erwachsenen-Sexualität“ gelehrt wird.

Nach der konservativen Logik haben ja „Kinder kein Sexualleben“. Wir finden es alle normal, dass sich Kinder an den Eltern oder Erwachsenen ein Vorbild fürs Leben nehmen. Aber ja nicht in der Sexualität! Und ein kindliches Sexualleben existiert nicht. Ein Widerspruch in sich selbst.

Während nun der Schutz der Kinder immer konsequenter gefordert wird, ist aber deren altersmässiges Sexualbewusstsein in dieser Zeit ständig gesunken. Der Widerspruch zwischen Realität und gesellschaftlicher Ideologie wird also immer grösser! Inzwischen werden sogar schon Kinder als „Sexualtäter“ verhaftet. Logischerweise männliche, denn nur diese haben ja einen Penis!

Nicht nur daran wird ein politischer Sexismus erkennbar. Auch im Umgang mit der (vor allem männlichen) Homosexualität (4) lugt er (oder „sie“) überall hervor. Vorerst gibt es auch keine „homosexuellen“ Kinder, denn Homosexualität ist nichts für Kinder. Das zeigen verschiedene informelle Zensuren im Jugendbereich deutlich an! Broschüren werden verboten, oder deren Verbreitung verhindert (5) und altersmässig eingeschränkt. So kommen Jungs, die sich gedanklich oder praktisch mit Homosexualität befassen, einfach wieder in „Schwulitäten“.

Während in den 60er Jahren für Kinder und Jugendliche die Homosexualität als „ihre Phase“ stillschweigend toleriert wurde, da sie ja vorübergehen würde und keine Empfängnisverhütung erforderte, sieht die Welt heute ziemlich anders aus! Während Eltern bis in die 70er Jahre davon ausgehen konnten, dass ihre Kinder vorsichtig mit ihrem „Körper“ umgehen würden, bevor sie verheiratet waren, ist das heute schon längst „Geschichte“. Es gibt die Pille für Mädchen und Viagra ist nicht mehr nur beim Arzt erhältlich.Auch die Homosexualität ist keine ausschliessliche „Phase“ mehr für ein paar Wenige, bis zum Ende der Pubertät…

Kinder und Jugendliche stehen in einer sich widersprechenden Gesellschaft, in der sie einerseits geschützt werden sollen, politisch korrekten Sex lernen und vielleicht auch praktizieren sollen, und andererseits in ihren ganz persönlichen Wünschen, in denen auch Homosexualität enthalten sein kann und deren sexuelle Vorbilder und Partner bereits in der Erwachsenenwelt gesucht werden.

Mit den jüngsten Gesetzesänderungen (Lazarote Konvention) und der Erweiterung der „Kinderpornographie“ auf unter 18, schleicht sich der Kinderschutz auch in die Sexualinformationen ein! Welche „Informationen“ und Darstellungen sind für unter 18jährige noch erlaubt? Mit den „seriösen“ Schutzbestrebungen für die Mädchen und vor den bösen Männern, kommen auch die Jungs in die geschützte Schublade.Wenn sie aber mehr als drei Jahre Unterschied aufweisen, sind sie auch schon Täter.

Damit weichen diese sexistischen Politiken die Einheit der Materie auf. Unter 16 bestimmen die 3 Jahre, über 16 dürfen Jugendliche zwar sexuell aktiv sein mit Erwachsenen, aber sich selbst nicht mehr in Darstellungen zuschauen, da diese neu harte Pornografie ist, oder nicht mehr mit unter 18jährigen produziert und konsumiert werden darf.

Ausserdem ist der bezahlbare Sex zwischen 16 und 18 auch nicht mehr erlaubt. Und bestraft werden sexistisch nur die Jungs oder Männer, was unserer Bundesverfassung (Gleichverantwortung vor dem Gesetz) widerspricht! Für Jugendliche wahrlich ein kompliziertes Terrain, das zu den ganzen Sexualinformationen hinzukommt.

Wohl eher nicht, nur wenige werden sich wohl um diese Details kümmern und die Dummen haben das Nachsehen vor Gericht und in den Zeitungsschlagzeilen.

Nachdem wir ab 1992 endlich alle „gleich bestraft“ – für andere „gleichberechtigt“ – worden sind, holt uns das abgeschaffte Gesetz von 1942 teilweise schon wieder ein.

Es dürfte Frau BR Sommaruga und der EU-Kommission unbekannt, und den schwulen Organisatoren und den Politikern „einfach nicht wichtig genug“ sein, dass viele Jungs und junge Männer mittels gleichgeschlechtlicher Prostitution ein „Vor-Coming out“ für ihre homosexuellen Bedürfnisse, oder ihre homosexuelle Orientierung machen. Umso mehr die vielen heterosexuellen Jungs, die es sich „leisten können“, einen Service zu beanspruchen, für Bedürfnisse, zu denen sie nicht offen stehen können. Die zu „bestrafenden“ Freier sind also nicht ausschliesslich unter den über 18jährigen zu suchen!

Und wer – Frau Bundesrätin Sommaruga – entscheidet dann, ob Transsexuelle als Männer und Freier, oder als Frauen und Opfer vor Gericht zu gelten haben? Alles Fragen, die wohl nie von Frauen beantwortet werden wollen.

Peter Thommen, Schwulenaktivist, Basel

Ich erinnere daran, dass bei der Strafrechtsrevision in den 70er Jahren, die Expertenkommission die Kindlichkeit der Sexualität bei 14 Jahre, die Rechtskommission bei 15 Jahre begrenzen wollte.

Sh. auch einen Kommentar von André, zur Revisio, im come out vom Dezember 1991

Über die Kompetenz von 16jährigen Jugendlichen für Wahlen und Abstimmen über Gesetze,  siehe André Weissen, Arzt und Grossrat in Basel – aber natürlich nicht für Sexualität, oder gar Prostitution…

 

 

*  Die Zeit, in der es „ohne Kinder(zeugung) keine Sexualbetätigung geben durfte, ist noch nicht lange her…

**  „Die sexuelle Präferenz ist bei Jugendlichen noch nicht abschliessend festgelegt.“ (Cornelia Bessler, Jugendforensikerin/Gerichtsmedizinerin, Schweizamsonntag, 22.9.13, S. 5)

1) Dass es auch „unfruchtbare“ Männer/Spermien gibt, wird meistens nur in einem Nebensatz erwähnt.

1a) Nicht wenige von diesen fangen mit 40 noch an, mit anderen Männern Daddy-Son zu spielen.

2) Dr. Jeanne Stephani-Cherbuliez. Dem Geschlecht sein Recht. Gedanken einer Mutter und Ärztin über sexuelle Aufklärung und Erziehung, Müller Rüschlikon, 1947

3) Robie Harris / Michael Emberley: Total normal.Was du schon immer über Sex wissen wolltest, Beltz 2012

4) Ich verlasse hier das gemeinsame Thema mit Mädchen und beschränke mich auf Jungs, da ich selber ein Mann bin.

5) 2005 wurde die Broschüre “selbstverständlich schwul” (PDF) der Aidshilfe und von PinkCross so heftig von Konservativen kritisiert, dass sie nicht mehr an Schulen verteilt werden durfte, wegen des “darin dargestellten “Lebensstils” (PDF) – Ich mag mich erinnern, dass die Beschreibung einer Szene auf einer Toilette politischen Anstoss in Bern erregte. Man kann es nun mal den Heteros nie recht machen. Auf eine parlamentarische Anfrage hin, gab der Bundesrat am 31.8.05 eine “Unbedenklichkeitserklärung”ab. (Das Geschäft wurde auf parlament.ch unter dem Stichwort “sexuelle Minderheiten” archiviert…)

 

Was ist Kinderpornografie?

„Das gesunde Volksempfinden macht sich wieder breit – wie die Ambrosia…“ (PT)

NR Toni Bortoluzzi „wettert“ wieder gegen Sexualaufklärung! (bevorzugt auch immer gegen Homosexualität) Wie 20min am 19.9.2013 berichtet.

Hotnights, Schulverlag, Schweiz

Zu dem Thema sei auch an César Keiser erinnert: My Sohn, nimm Platz!

Unwissen schützt vor Diskriminierung – nicht!

Mittwoch, August 1st, 2012

Beim Durchsehen von alten „Kontakt“-Heften bin ich zufällig auf eine Kolumne von Alexander Ziegler von Anfang 1979 (Nr. 33) gestossen. Er diskreditierte darin Bundesrat Nello Celio, FDP (1914-1995), den er in einer öffentlichen Diskussion erlebt hatte, als unwissend, was die rechtliche und soziale Situation der Schwulen und Lesben in der Schweiz betraf. Es war offenbar zum weinen gewesen…

Kontakt Nr. 33, Jan-Feb 1979 (zum Vergrössern, anklicken!)

Ziegler-Celio 1979 (PDF)

Mir selber begegnete in jenem Jahrzehnt der Basler Regierungsrat fürs Justizdepartement, den ich im Auftrag der HABS aufgesucht hatte, mit der gleichen politischen „Unschuld“! Kurt Jenny, FDP (1931-2004) musste erst das Strafgesetzbuch holen gehen, um sich über das hohe Schutzalter für Homosexuelle zu informieren!

In den letzten Jahren – seit dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches betreffend die geschlechtlichen Handlungen – hat sich aber die Situation völlig umgedreht! Betreffend die Handlungen mit Kindern (unter 16 Jahren) haben sich Verjährungsfristen stufenweise bis zur Unverjährbarkeit ausgeweitet und die Strafen bis zu lebenslänglicher Verwahrung…

Ja und was betrifft UNS das? So denken fast alle Schwulen und Bisexuellen – und die Lesben sind anscheinend völlig unbetroffen von „so was“.

Dabei ist unsere Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) gerade daran, gewisse Artikel erneut zu ändern, die uns Schwule aber völlig betreffen werden: Die Prostitution von 16-18 soll WIEDER strafbar werden und die „Kinderpornografie“ von 16 auf 18 erweitert werden. Da es keinen Unterschied mehr macht, ob homo oder „hetero“, sitzen wir nun in der – heterosexuellen Falle!

Vorläufig schlafen alle, oder wollen einfach nicht „pädophil“ sein. Die Feigheit geht um! Alle wichtigen Informationen darüber findest Du/finden Sie auf dieser Homepage unter der Linkkategorie „Jugendprostitution“, am blauen Rand (werden laufend aktualisiert).

Peter Thommen_62, Schwulenaktivist, Basel

Siehe auch „Der Sündenbock unter den Sündenböckenn“!  2004

Für patriotische BürgerInnen sind hier meine bisherigen Texte zu finden:

Klemmschwestern und Klemmschweizer, 3.8.07

1. August 2008 und die spiessige Sehnsucht nach Normalität

Rütli und Weltschwulentum, 30.7.2010

Das Bundesverwaltungsgericht und die Homosexualität

Sonntag, Mai 15th, 2011

Anfang dieses Jahres wurde das Asylgesuch eines homosexuellen Iraners vom Bundesverwaltungsgericht in SG zurückgewiesen. Er wurde zur Rückreise in sein Land „verurteilt“. (Das BVGer ist die höchste Instanz für Verwaltungsentscheidungen unter dem Bundesgericht) Dem Asylsuchenden wird der Besitz von 75 g Heroin zur Last gelegt. (Entscheid) (Übersicht der Rechtslage in diesem Asylverfahren bei humanrights.ch)

Ich möchte mich hier auf den „Umgang des Bundesverwaltungsgerichtes“ mit der Homosexualität konzentrieren. Sie ist historisch im Strafrecht zu verorten und dort nur als Handlung zwischen Männern oder zwischen Frauen. Dies mag auch ein wesentlicher Grund sein, warum das „Schutzalter“ für diese Handlungen von 1942 an bis in die 80er Jahre* bei 20 und nicht wie bei heterosexuellen Handlungen bei 16 lag und dies offenbar vom Bundesgericht in Lausanne auch gestützt wurde (sh. unten: BGE 70 IV 166 und BGE 85 IV 223). Aber spätestens bei der Ratifizierung (1974) der Europäischen Menschenrechtskonvention hätte die Rechtsprechung eigentlich angeglichen werden sollen (auch in der BRD, und in Österreich bis heute übrigens!). Aber genauso wie sich die Wirtschaft seit Jahrzehnten nicht um den Verfassungsartikel kümmert, der die gleiche Lohnzahlung für gleiche Arbeit bei Männern und Frauen verlangt, so ist die praktizierte Politik mit Rechtsgütern, dem politischen Opportunismus ausgeliefert. Dabei fällt mir auch die „Instandstellungspauschale“ nach Verlassen einer Wohnung ein, die von den Vermietern über Jahrzehnte eingefordert worden ist, bis jemand mal soweit ging, das Bundesgericht anzurufen (1981). Dieses entschied dann eine Rückzahlung bis auf 5 Jahre zurück…

Es ist hier die Gelegenheit, Schwulen und auch Lesben übrigens, in Erinnerung zu rufen, dass erreichte Rechtsstände weiterhin verteidigt, oder gar ausgebaut werden müssen – mit politischen Mitteln notabene! Dabei geht es nicht nur um die Angleichung des Adoptionsrechtes und anderer zivilrechtlicher Ansprüche. Was das sogenannte Schutzalter betrifft, so wurden durch das neue Strafgesetz ab 1942 einige kantonale Schutzalter dabei erhöht**! Auch das sei zur Erinnerung aller „Schutzbeflissenen“ hier wieder in Erinnerung gerufen!

Doch kehren wir zur aktuellen „Gleichbehandlung von Homosexualität“ durch Gerichte zurück. In die Verfassung (2000) ist die Schutzwürdigkeit einer sogenannten „homosexuellen Orientierung“ nicht gerutscht. Zu nahe war das Strafgesetz, von dem natürlich auch Heterosexuelle betroffen sind. Wir Schwulen vergessen immer wieder, dass schon in der Bibel (Lauritzen: Religiöse Wurzeln des Tabus der Homosexualität, Frühlingserwachen 1983/engl. 1974) von den Männern und Frauen die Rede ist, welche „den natürlichen Geschlechtsverkehr verlassen haben“…

Wir sollten also nicht nur lernen, dass heutzutage die Mehrheit der homosexuellen Akte von Menschen „begangen“ werden, die nicht homosexuell orientiert sind, sondern in heterosexuellen Ehen leben, oder sich selbst als „heterosexuell“ definieren. Wir sollten auch realisieren, dass die Ideologie des „Heterrors“ vor allem auch diese „vor Abweichungen schützen muss“! Das ist der Schwulenbewegung und den Einzelnen viel zu wenig klar. Das geht mir selbst genauso, wenn ich erst jetzt die detaillierte rechtliche Entwicklung genauer betrachte! (siehe unten BGE 88 IV 65)

Es ist interessant, wo das relativ neue Bundesverwaltungsgericht in Sankt Gallen in dieser Thematik steckt. Man könnte annehmen, dass die gesellschaftlichen Veränderungen auch in diesen Amtsstuben angekommen sein müssten. Als ich den Entscheid-Text las (siehe Link oben!) bin ich allerdings über folgende Formulierung gestolpert:

„In der Praxis wird Homosexualität von den Behörden im Alltag demnach geduldet, wenn sie nicht in einer möglicherweise Anstoss erregenden Art öffentlich zur Schau gestellt wird.“ (Begründung Punkt 8, Antonio Imoberdorf, vorsitzender Richter, Daniel Grimm, Gerichtsschreiber)

Bei einer solchen Formulierung kann wohl nicht von einer „homosexuellen Orientierung“ als bekannter und akzeptierter Begrifflichkeit bei dem Gericht ausgegangen werden.

Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie denn eine Heterosexualität in einer möglicherweise Anstoss erregenden Art öffentlich zur Schau gestellt werden könnte…  (vielleicht die Prinzen-Hochzeit in England!)

Abgesehen von der Praxis- und Rechtsferne des Bundesverwaltungsgerichtes in Bezug auf den Iran, stellt nun Axel Schubert von der HABS richtig fest: „Sich dauerhaft zu verleugnen, wird nicht nur als erniedrigende Behandlung ganz real erfahren, es macht auch krank. Doch Verleugnung zu fordern, zeugt von der Unkenntnis des Gerichts, wie sich Diskriminierung aufgrund eines unveräusserlichen Teils der eigenen Identität anfühlt.“ (PrMit HABS vom 16.02.2011, PDF)  (siehe unten BGE 88 IV 65)

Handkehrum muss ich nun an die Burka und ähnliche Kleidungsstücke denken, die bei Frauen doch als wesentliches Element, entweder der weiblichen Identität, oder grad des Gegenteils davon rechtlich verstanden werden kann! Aber diese sind natürlich – rechtlich gesehen – Gegenstände, die frau einfach überziehen oder wegnehmen kann. Desgleichen gilt auch für die Homosexualität, wenn sie eben nicht als sexuelle Identität verstanden wird, sondern nur als eine – mehr oder weniger strafbare, „Alltagshandlung“, oder eben „temporäre Verkleidung“.

Aber so wie Frauen ihre Würde mittels eines Kleidungsstückes erlangen oder verlieren können, so können auch Heterosexuelle ihre Homosexualität erleben oder Abstand davon nehmen. Der Vergleich hinkt natürlich, weil das eine materiell-sichtbar ist, und das Andere sich nicht mal an einer äusserlichen einzelnen Handlung festmachen lässt.

Daher denke ich, dass wir uns weiterhin mit dem Kampf um Erweiterung der sexuellen Handlungsfreiheit begnügen müssen, auch wenn das Gesetz zur ePartnerschaft nahe legt, dass es auch eine fest zu verortende homosexuelle Orientierung geben müsste. Aber dieses Gesetz können auch Menschen unterzeichnen, die keine homosexuelle Orientierung haben. Genauso wie bei der „heterosexuellen“ Ehe! Rechtsverbindlich kann eben immer nur die äussere Form sein. Das vergessen auch viele heterosexuelle PartnerInnen homosexuell aktiver Menschen. Da sind ihnen wohl Schwule einen Schritt voraus! 😉

Peter Thommen_61, Schwulenaktivist, Basel

* Politische Opportunität liess dann die kantonalen Gerichte, schon vor Einführung der Revision 1992, dann von Anklageerhebungen absehen, wenn die Beteiligten alle 16 Jahre oder älter waren.

* *Das allgemeine Schutzalter liegt zwischen 12 und 16 Jahren, einige Kantone kannten es gar nicht, andere nannten „Mannbarkeit“. (Schüle, Hannes: Die Entstehung des Homosexualitäts-Artikels…, 1983)

Siehe auch: „Dass die Ihre Organisation besonders interessierenden Bestimmungen des Art. 194 StGB revisionsbedürftig sind, liegt auf der Hand. Art und Umfang der Revision hängen entscheidend von den Ergebnissen des Vernehmlassungsverfahrens und den Beratungen im Parlament ab. Im Falle des Referendums wird das Volk zu entscheiden haben.“ (Aus dem Brief des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes vom 26. November 1980 an die Schweizerische Organisation der Homophilen, Zürich – Dr. B. Schneider, Generalsekretär)

Neuester BGE * betreffend die Ehrenrührigkeit der Zuschreibung/Ver-leumdung von Homosexualität: „Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass es nicht per se ehrenrührig ist, einen Menschen als homosexuell zu bezeichnen, da Homosexualität weder unsittlich noch unethisch ist. Zugleich ist aber festzuhalten, dass auch bei einer solchen Äusserung eine Ehrverletzung gemäss Art. 173 ff. StGB nicht immer ausgeschlossen werden kann. Davon geht ebenso die Vorinstanz aus. Ihres Erachtens kommt es für die Beantwortung der Frage, ob die Äusserung, jemand sei homosexuell, ehrverletzend sei, auf das soziale Umfeld des Betroffenen und der Adressaten der Äusserung an.“  …   „Ebenso beinhaltet die Aussage, dass ein Jugendleiter homosexuell sei, nicht, dass er pädosexuelle Neigungen habe.“ (BGE 6B_983/2010, 19. April 2011, Strafrechtliche Abteilung)

Bei der anhaltenden Pädo-Hysterie ist das eine typische Beurteilung aus dem Elfenbeinturm! P. Th. (*auch Suche beim BGer unter Homosexualität, April 2011 möglich)

2011 „Die Stadt Moskau war vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie Homosexuellen Kundgebungen verboten hatte. In diesem Jahr berief sich die Stadtverwaltung auf internationale Konventionen zum Kinderschutz. Es bestehe die Gefahr, dass Kinder beim Anblick von Homosexuellen traumatisiert würden, zitierte Schwulenverbandschef Nikolai Alexejew aus dem Schreiben der Behörde. Er will dennoch für diesen Samstag eine Kundgebung für die Rechte von Schwulen und Lesben organisieren. (dpa)

2011 Vorwürfe wegen „Pädophilie“ gegen Politiker in Irland

 

 

oben zitierte Bundesgerichts-Entscheide: BGE 70 IV 166 (29.9.44): „Ganz abgesehen davon ist widernatürliche Unzucht sittlich verwerflich, auch wenn sie nicht strafbar ist.“ (Zitat auf S. 166, Entscheid ab S. 163)

BGE 85 IV 223: „Das Gesetz fasst die widernatürliche Unzucht als etwas grundsätzlich anderes auf als den Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau; es erachtet die Gefahren, die für einen jungen Menschen mit der widernatürlichen Unzucht verbunden sind, in gewissem Sinne als grösser und hat entsprechend das Schutzalter höher angesetzt.“

BGE 88 IV 65: „An der bisherigen Rechtsprechung ist daher festzuhalten. Von ihr abzuweichen, besteht umso weniger Anlass, als die Gefahr, dass Jugendliche in das Treiben Homosexueller hineingezogen werden, seit Erlass des Gesetzes zugenommen hat.“

(Die BGE wurden zitiert aus: HAZinfo, März 1975)

Anmerkung: Es ist hier ausschliesslich von Tätern und auf diese bezogen von männlichen Jugendlichen die Rede, sonst ginge es ja nicht um Homosexualität! Für die weibliche Variante interessierte sich keineR¨;)