Archive for the ‘Allgemein’ Category

Es ist nicht verboten, gegen die „Öffnung der Ehe“ zu sein!

Freitag, Juli 14th, 2017

Es sind mir aggressive Reaktionen auf Ablehnungen einer Öffnung der Ehe zu Ohren und Augen gekommen. Fast schon gar „hate speeches“. Ich verstehe aggressive Reaktionen auf Verbreitung von Unwahrheiten oder „hässige“ Vorurteile. Aber die dummen Argumente von Gegnern sollten wir nicht zu ernst nehmen. Die wird es immer – und immer weniger – geben. Wie schon bei den gängigen anderen Vorurteilen.

Weniger aggressiv reagieren Schwule und Männer, die mit Männern Sex haben auf „Theorien“ über häufiger wechselnde Geschlechtsverkehrspartner, die ja auch als Vorurteile von Seiten von homosexuellen Frauen vorgebracht werden. Wie wenn dann ein schlechtes Gewissen sich breit machen würde. Genauso wie beim P-Wort nimmt sich keineR die Mühe, dahinter zu gucken, oder sich Überlegungen zu machen. (Promi-Verteidiger Valentin Landmann: „Ich verteidige nie die Tat, aber den Menschen!“ 2017)

Nachdem jetzt längere Zeit in der Öffentlichkeit von „der Liebe“ geschwafelt worden ist – auch um den (Männer-) Sex zu verdecken, wird argumentiert, es könne ja keineR vernünftigerweise gegen diese Liebe sein! Das ist bei homosexuellen Frauen das zentrale Argument, da ihre Sexualität ja primär keinen Anstoss erregt und keine militante Entwertung bewirkt, wie die Tatsache, dass einer – auch nur im Kopf der Anderen – einen anderen Mann „zur Frau macht“, indem er bei ihm wie „bei einer Frau liegt“. Der deutsche Bundesgerichtshof entschied 1957: „… dass die Lesbierin nicht in dem gleichen Masse ausschliesslich gleichgeschlechtlich eingestellt ist, wie der homosexuelle Mann, so dass für die Lesbierin der ‚Umschlag zum anderen Geschlecht‘ leichter möglich ist.“ (1)

Ist also „die Liebe“ der kleinste gemeinsame Nenner, den homosexuelle Menschen gemeinsam haben, auch gemeinsam mit anderen Minderheiten, oder gemeinsam mit der Mehrheit? Integriert diese Liebe uns letztlich wieder in diese Heteronormativität? Das tut sie auch nicht bei Menschen anderer Hautfarbe, möchte ich zu bedenken geben!

Die Liebe zwischen Männern war nie verboten! Sie war in der Vergangenheit auch schon mal Kult in Literatur und Kunst. Letztlich lieben die Männer in monotheistischen Religionen ja auch einen – sehr alten – Mann als Gott. Und dieser Gott ist so eifersüchtig, dass er keinen Anderen neben sich duldet! Aber das wird verdrängt. Auch verdrängt wird in der katholischen Kirche, dass nicht nur Nonnen mit Jesus verheiratet werden, sondern auch Mönche. Der Vollzug wir einfach bis nach dem Tod aufgeschoben! Darum sollte sich Giuseppe Gracia genauer überlegen, was er aus seiner Ideologie in die Öffentlichkeit entlässt: „Ehe für alle ist Ehe für keinen!“ (Blick 7.7.2017)

Ich vermisse auch bei Schwulen, dass sich da welche mal um die Geschichte der Ehe kümmern! Erwin Ott (*1952), seinerzeit (1984-1992) mal Grossrat bei der POB in Basel, hat 2016 eine „aufklärende Streitschrift über die Ehe für alle“ verfasst und publiziert. (Vertrieb ARCADOS) Dabei stellt er die wichtige Frage: „Wenn man das Glück einer Ehe mit allen teilt, vermehrt es sich dann oder wird das Eheglück aller besudelt?“

Für mich ist die Ehe keine Option. Aber soll ich sie deswegen Anderen verwehren?

Peter Thommen_67, Schwulenaktivist, Basel

1) Das Bundesverfassungsgericht KRH zur Frage, warum der § 175 StGB nicht für homosexuelle Frauen gelte, 10.05.1957/BVG 6, 389 / Es muss auch ein Übersetzungsfehler aus dem lateinischen Codex Criminalis Karls des Grossen in die deutsche Sprache beachtet werden)

Die ARENA Diskussion im Feb 2015

1981 fand ich erstmals eine Visualisierung in einer italienischen Modezeitschrift! 😉

»Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß. / So siehst du in meinen schönsten Träumen aus. / Ganz verliebt schaust du mich strahlend an. / Es gibt nichts mehr, was uns beide trennen kann.«  Roy Black, 1968

Edvard Alexander Westermarck, 1862-1939, (The History of Human Marriage, London 1891): dt. Die Geschichte der menschlichen Ehe, Berlin 1902, 589 S. (Univ. Bibliotheken, es gibt auch neuere Nachdrucke)

Inhalt: Ursprung der Ehe – Eine menschliche Paarungssaison in der Urzeit – Das Alter der Ehe-Einrichtungen – Kritik der Promiskuitätslehre – Ehe und Ehelosigkeit – Werbung (um einen Partner, PT) und Verwandtes – Anziehungsmittel – Die Freiheit der Wahl – die geschlechtliche Zuchtwahl bei den Tieren – bei den Menschen – Das Ähnlichkeitsgesetz – Verbot der Verwandtenehe – Raub-Ehe und Kauf-Ehe – Der Niedergang der Kaufehe und das Heiratsgesetz – Hochzeitszeremonien undVermählungsbräuche – Die Formen der Ehe – Dauer – Rückblick – Register

Worteindrücke an der Züripride

Dienstag, Juni 13th, 2017

Reden auf dem Münsterplatz – vor der Demo

Auf dem Festgelände Interviews

Dank an Gayradio Alex

offizielle züripride-hp

an der züripride 2017, die Alternativen

vor einem Jahr:  Team for Love, Züripride 2016

Hier 7 Tage „Privat-Pride“ auf einem Riesenschiff, filmisch eingefangen!        Besprechung auf SiSSY-hp

Pride Magazin für Hamburg 2017 – siehe die Seiten 6, 14, 23

Der Buchladen ARCADOS macht im Juli und August 2017 Betriebsferien, ist aber telefonisch und per email erreichbar! Ab September bis Weihnachten und Ende Jahr wird letztmals offen sein. Ab 2018 ist dann ARCADOS Archiv, Basel

coming out Tag 2015 Basel

Donnerstag, Oktober 8th, 2015
anywayBSco15

Die älteste und die jüngsten Schwestern! 😉

Leider wissen die Jüngsten nicht mehr, weswegen sie diskriminiert werden. Nur: Dass sie nicht diskriminiert werden dürfen…

Roman Heggli (24) im Interview der bz Basel  10.10.15

Es ist schon auffällig, wie in den Medien jede heterosexuelle Bett- und Scheidungsgeschichte bis hinter die sieben Berge verbreitet wird, nur zwischen den Männern – das interessiert angeblich absolut nicht.

„Pädophilie“ als staatliches Hilfsmittel!

Freitag, Juli 3rd, 2015
Penis-Check2015

Hans Fehr (68), SVP wird in 20min vom 3. Juli 2015 zitiert.

Wann endlich operiert die Politik  die Hirnlappen der SVP- Führer-Persönlichkeiten? Aussenpolitik mit: „das Meer zu machen“ und „Penis-Check“!

Toleranz ist wenn man/frau fragt – statt verteufelt!

Dienstag, Juli 12th, 2011

In Abwandlung eines älteren Buchtitels überlasse ich das Forum hier einer aktuellen Pressemitteilung von Pink Cross:

„Die Basler Schulbehörden wollen einen stufengerechten Sexualunterricht mit Einsatz von Anschauungsmaterial, der als Modell für andere Kantone gelten soll. Auf nationaler Ebene regt sich dagegen erbitterter Widerstand konservativer Kreise. Wir von der Dachorganisation der Schweizer Schwulen Pink Cross wehren uns gegen den unterschwelligen Vorwurf, der beabsichtigte Sexualunterricht wäre Propaganda für gleichgeschlechtliche Lebensformen.

Vordergründig geht es um die Frage, wer die Kinder aufklären darf und soll. Letztlich wird aber wieder ein konservatives Familien- und Weltbild propagiert und es soll verhindert werden, dass Schwule und Lesben und allgemein die verschiedenen heutigen Lebens- und Familienformen in der Schule dargestellt werden dürfen.

Die Gegner haben vermehrt auch Lesben und Schwule im Schussfeld, die nach ihrer Ansicht in der Schule wieder unsichtbar gemacht werden sollen. So lautet eine der zentralen Forderungen:

„Im Rahmen des Sexualkunde- Unterrichts an der Volksschule darf keinerlei Beeinflussung auf Kinder und Jugendliche bezüglich sexueller Orientierung ausgeübt werden.“ 

Lesben und Schwule können und sollen nicht „herangezüchtet“ werden. Unser Ziel ist vielmehr, dass Jugendliche, welche für das gleiche Geschlecht empfinden, sich nicht mehr vor den MitschülerInnen und den LehrerInnen schämen müssen, sondern in ihrem Anderssein geliebt und akzeptiert werden. Wir wollen nur, dass Jugendliche, welche nicht wie die Mehrheit empfinden, nicht mehr den Ausweg im Selbstmord suchen, weil sie Angst davor haben, als „Schwule Sau“ oder „lesbische Schlampe“ ausgelacht und „in die Ecke gestellt“ zu werden.

Wir verlangen deshalb, dass unabhängig vom Sexualunterricht, fächerübergreifend nicht nur heterosexuelle Beziehungen, sondern auch gleichgeschlechtliche Paare vorkommen, z.B. dass die Deutschlehrerin mal einen Aufsatz mit dem Titel „unsere schwulen Nachbarn“ schreiben lässt und in der Klasse diskutiert oder in den berühmten Dreisatz-Rechnungen auch mal ein Lesbenhaushalt vorkommt. Auch halten wir es für wichtig, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen und ihre heterosexuellen Angehörigen, z.B. Eltern in die Schulen kommen können, um über ihr Leben zu erzählen.“

Bern, Pinkcross, A. Rosselet, Uwe Splittdorf

Bücher für die Schule

 

Kommentar Peter Thommen: Die Leugnung eines auch nur annähernden sexuellen Bewusstseins in der Kindheit und Jugend von Schwulen (Pädophiliegefahr!) ist Teil der Gesamtstrategie gegen die Information von Kindern über homosexuelle Lebensweise!

Im Gegensatz zu Kinder- und Jugendbuchtexten kann in den Sexualinformationen die sexuelle Dimension menschlicher Beziehungen nicht mehr geleugnet werden.

Sexualität ist nach bürgerlicher Vorstellung für die Erwachsenen reserviert, sonst würden sich Kinder und Jugendliche  ja nicht mehr von ihnen unterscheiden! 😉